# Tamara Weeber, Chief of Staff & Chief AI Officer, Weeber Mobilitätsgruppe

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/umparken-im-kopf/5-tamara-weeber-chief-of-staff-chief/
Reihe: Umparken im Kopf
Folge: 5
Datum: 26.08.2025
Dauer: 40 Min
Gäste: Tamara Weeber

## Worum es geht

C-3PO – die Roboter-Mensch-Kontakterin In dieser Episode von 'Umparken im Kopf' spricht Tim Klötzing mit Tamara Weber, Chief of Staff und Chief AI Officer der Weber Mobilitätsgruppe, über die Rolle von KI in der Automobilbranche. Tamara teilt ihre Erfahrungen und Einsichten über die Herausforderungen, die die Branche derzeit bewältigen muss, und wie KI dabei helfen kann, Prozesse zu optimieren und die Menschlichkeit im Kundenkontakt zu bewahren. Sie betont die Bedeutung von Datenqualität und strategischer Ausrichtung, um in der sich schnell verändernden Automobilwelt erfolgreich zu sein. Links: Tamara Weeber auf LinkedIn: <https://www.linkedin.com/in/tamara-weeber/>

## Links aus der Folge

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## Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

[00:00] Umparken im Kopf. Dein KI-Podcast für die Autobranche. Die Automobilwelt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Künstliche Intelligenz verändert alles. Wie wir Autos verkaufen und warten und vor allem, wie wir denken. Wir sprechen über neue Trends, Chancen, mutige Entscheidungen und echte Praxisbeispiele, die den Autohandel von morgen prägen werden. Ich bin Tim Klötzing, KI- und Marketingberater und jemand, der glaubt, wer heute im Kopf umparkt, fährt morgen ganz vorne mit. Schön, dass du dabei bist. Lass uns gemeinsam den Blick auf die Zukunft richten.

[00:50] Tim Klötzing: Herzlich willkommen zurück bei Umparken im Kopf, KI-Wissen für die Autobranche. Heute eine neue Folge, eine weitere Folge mit Gästin sozusagen. Und zwar habe ich heute eingeladen die liebe Tamara Weber, Chief of Staff and Chief AI Officer bei der Weber Mobilitätsgruppe. Hallo Tamara.

[01:12] Tamara Weeber: Hallo Tim und danke für die Einladung.

[01:15] Tim Klötzing: Ja, super, sehr gern. Du warst sowieso schon auf meiner Liste. Das Format ist ja hier noch relativ jung und neu. Benzingespräche, da hatte ich dich auch schon so auf dem Sender. Aber jetzt passt es so richtig, weil du ja in dem Thema ja sehr umtriebig bist. Und jetzt habe ich das passende Format und da wird nicht lange gezögert.

[01:37] Tamara Weeber: Was lange wird, wird halt endlich gut, ne? Passen zwei zusammen wie, darf man das sagen im Podcast?

[01:44] Tim Klötzing: Ja, genau. Aber ja. Herzlich. Also wirklich, wirklich toll. Ich steige mal direkt ein. Du nennst dich selber C3PO, der Roboter-Mensch-Kontakter. Das klingt irgendwie nach Star Wars im Autohaus. Was ist denn da los?

[02:02] Tim Klötzing: Naja, ich bin dreifach Jungs-Mama, also Star Wars quasi forever. Und dann habe ich noch einen Mann, der den Jungs-Star Wars nahe gebracht hat. Und eigentlich ist er mein Liebling, der kleine Dicke, R2-D2, der da immer so Mutter vor sich hin quietscht. Aber während ich meine Weiterbildung gemacht habe zur Chief of Staff und eine Projektarbeit schreiben durfte, habe ich eigentlich festgestellt, ich mache nichts anderes wie C3PO. Ich bin in unterschiedlichen

[02:35] Tamara Weeber: Galaxien unterwegs und übersetze zwischen den einzelnen Individuen und das Ganze dann auch noch eben mit Roboter und KI. Und dann kommt man auf so einen Quatsch wie, man ist Roboter-Mensch-Kontakter, weil man verbindet Roboter und Menschen und Menschen und Menschen und Roboter und KI. Und irgendwann fühlt man sich wie C3PO als humanoide Version.

[03:00] Tim Klötzing: Das ist wirklich ein toller Vergleich. Ich musste auch wirklich schmunzeln. Star Wars war ich früher nie so großartiger Fan, so in der Jugend. Aber irgendwann kam es dann halt auch. Also es erholt ja irgendwie jeden evident ein. Aber Tamara, stell dich doch erst mal vor. Und warum ist es auch immer eine gute Idee, mit dir über so Themen wie KI zu reden?

[03:21] Tamara Weeber: Ja, Tamara Weber. Ich habe vor über 20 Jahren mal in ein Autohaus Weber eingeheiratet, das in der Zwischenzeit zur Weber-Gruppe geworden ist. Hin und wieder sage ich, ich habe drei Kinder und man hat dann in der Zeit jeweils eine Firma mit dazu gegründet, damit uns beiden nicht so langweilig ist. Die Weber-Mobilitätsgruppe hat mittlerweile Autos, Motorräder, Fahrräder, Fuhrpark-Management. Und um das Ganze irgendwie sinnvoll zu steuern, braucht man halt Hilfsmittel. Und die waren halt erst mal digital. Und wir haben mit Digitalisierung angefangen, waren da relativ weit vorne. Andreas war da echt Treiber. Und wie das halt so ist, nach Digital kommt halt was. Bei uns war es die Robotik und jetzt eben die KI.

[04:10] Tamara Weeber: Und wenn man das jemandem um den Hals hängt oder ans Rewehr tackert und sagt, kümmere dich drum, dann kann das als Verkaufsleiter oder Serviceleiter oder Verwaltungschef schwierig werden, weil man hat ja eigentlich schon ein Doing. Und nachdem ich aus der Assistenzrolle raus wollte und was anderes machen, war ganz klar, was anderes wäre in dem Fall halt KI. Und so kam ich zur KI und die KI zu mir. Und seitdem kümmere ich mich um KI, aber weiterhin um auch Menschen. Ich bin nebenher noch Teil Side-Age-Arler und wo man mich nie rauskriegt, ist aus dem Marketing. Also einmal Marketing, immer Marketing. Das habe ich jahrzehntelang gemacht und gefühlt ist das auch immer noch so, das, wo ich mein Hirn aushängen kann.

[04:57] Tim Klötzing: Ja, schön. Ja, das ist richtig schön. Du hast gerade gesagt, die KI hat dich gefunden und du hast die KI gefunden. Was war denn zuerst da? Also war so erst die, ich sage mal, die Rolle so ein bisschen geboren und dann das Beschäftigen damit? Oder warst du schon, ich sage jetzt mal, nerdig unterwegs und dann hat dich die Funktion dazu gefunden?

[05:19] Tamara Weeber: Nein, ich war nicht nerdig unterwegs. Ich habe ja einen Privat-Nerd sozusagen. Ich bin ja mit einem verheiratet, der mit Journey und Chat-TPT und was alles von erster Stunde an mitprobiert hat. Und ich habe da die typische Frau gemacht und habe gesagt, brauche ich nicht, kann selber denken. Irgendwann fuchst es einen dann halt schon und man probiert das dann mal aus. Dann liest und hört man immer mehr. Dann kam die Weiterbildung dazu. Dann brauchte ich ein Projekt. Super Projekt. Stampf mal was aus dem Boden. Und dann hieß es halt, hey, kümmer du dich doch um die KI, sollte dann einen Telefon-Bot integrieren. Und dann habe ich halt mal festgestellt, wie schön die Autohaus-Welt ist, weil wenn du dir 20 Bots anguckst, kannst du davon halt zwei nehmen. Der Rest kann halt nicht das, was ich gerne hätte, nämlich reinschreiben, zurückschreiben.

[06:11] Tamara Weeber: Lösungen und Mensch, wollte ich nicht. Und ja, auf jeden Fall war dann der Abgabezeitpunkt der Projektarbeit da. Der Chatbot aber noch nicht. Das war dann quasi der Fun-Fact. Ich habe dann eine Projektarbeit geschrieben über KI, die ich noch nicht hatte und eben den Weg dorthin. Auch eine Möglichkeit.

[06:29] Tim Klötzing: Ja, geil. Und so hat mich dann halt die KI gefunden und ich die KI. Und während der Ausbildung habe ich von einer wundervollen Kollegin, die eine Projektarbeit darüber geschrieben hat, das 17-Minuten-Projekt kennengelernt.

[06:42] Tamara Weeber: Das heißt, du beschäftigst dich jeden Tag 17 Minuten mit einem Thema. Und wenn du das über ein Jahr lang machst, hast du 100 Stunden.

[06:51] Tim Klötzing: Und damit bist du quasi Profi. Und das habe ich dann gemacht. Ich habe mich mit der KI beschäftigt. Habe mich da reingelegt. Also ich kann auch ein bisschen, ein bisschen techy. Ich kann nicht nur Oberfläche. Ich kann auch so ein bisschen die Vokabeln dahinter. Und dann kam der Titel quasi zum Doing. Okay. Ja, deine Rolle ist ja jetzt Chief of Staff und Chief AI Officer. Beides Begriffe, die so in der Autohandelsbubble, sagen wir mal noch, relativ, wie sagt man, unbeleckt, unbedarft, unbesetzt sind. Die Begriffe habe ich gerade im Kopf, alle drei. Erstmal, das klingt ja nach einer Doppelrolle zwischen Strategie, Technik und Team, nach einer Dreifachrolle.

[07:36] Tim Klötzing: Gott, super vorbereitet. Doppelrolle und drei Begriffe dahinter geschrieben.

[07:43] Tim Klötzing: Kannst du uns da mal mitnehmen, was machst du da genau? Und ja, wie bist du dann auch in diese Rolle hineingewachsen? Da haben wir ja gerade schon ansatzweise darüber gesprochen.

[07:52] Tamara Weeber: Ja, also ich war, bevor ich Chief of Staff wurde, war ich Assistenz der Geschäftsführung. Wie das so ist, wenn man mit dem Geschäftsführer auch noch verheiratet ist, das ist irgendwie 24-7 und du kennst eigentlich jedes Thema. Und dann habe ich irgendwann gesagt, ich will da raus. Ich will mehr, ich will was anderes. Und dann kam eben diese Chief of Staff Weiterbildung und die ist schon so in diesem Strategie-Part drin, was aber das eine und das andere nicht ausschließt. Also wenn ich weiterdenke, wie es strategisch für die Weber Mobilitätsgruppe vorangehen soll oder was unsere Ziele sind, muss ich ja das Ganze mit einbeziehen. Und dann komme ich unter, über Menschen, ich komme über Digitalisierung und Technik und da komme ich nicht dran vorbei.

[08:43] Tamara Weeber: Also ich muss das ja irgendwie verbinden. So und als Teilzeit-Edge-Aler und dann auch noch zuständig für die KI, dann wären wir wieder beim Roboter-Mensch-Kontakt. Nämlich genau das, wenn man sich überlegt, dass der demografische Wandel uns einfach immer weniger Azubis ins Haus spielt. Ja, da kommt einfach nichts nach, aber der Job bleibt ja erstmal oder der Arbeitsaufwand bleibt ja der gleiche, weil auch wenn Boomer und Co. in Rente gehen, als Kunden haben wir es ja noch. Das heißt, da ist eine Diskrepanz. Ich muss diese Lücke schließen. Heißt für mich, ich muss strategisch darüber nachdenken, wie will ich denn das machen?

[09:21] Tim Klötzing: Dann landen wir automatisch. Digitale Prozesse, Workflows, Einsatz von RPA-Robotics und eben der KI, damit ich den Aufwand in kürzester Zeit so effizient wie möglich hinbekomme. Was dann auch wieder daran anschließt, nimmt mir die KI jetzt den Arbeitsplatz weg oder ersetzt die einfach nur eine Lücke, die ich nicht füllen kann.

[09:46] Tim Klötzing: Ist denn, ich muss nochmal dieses, für mich ist Chief AI Officer natürlich deutlich einfacher greifbar. Das sollten wir aber gleich auch nochmal einmal erklären, weil das nicht für jeden so einfach greifbar ist. Aber lass uns mit Chief of Staff nochmal ganz kurz näher dran gehen, weil es, wie nah ist das an der Assistenz dran oder ist es sehr unterschiedlich? Ich hau es mal so raus, weil es ist halt so relativ fresh.

[10:15] Tamara Weeber: Ja, natürlich. Also wir übersetzen das einfach mal für alle, die, ich sag mal so, in den 70ern und Anfang der 80er geboren sind, danach wird es schwierig. Alle, die gedient haben, in Anführungszeichen, wissen, was ein Stabsoffizier ist. Und genau das ist eigentlich die Rolle vom Chief of Staff. Das heißt, ich bin eine Führungskraft ohne mein eigenes Team, weil ich habe das gesamte Team. Ich unterstütze den Geschäftsführer, den CEO in seiner strategischen Arbeit, in seinen Visionen, um die Vision auszuarbeiten, zu halten, ins Team zu bringen. Das ist die Rolle der Chief of Staff. Seine Termine zu koordinieren, irgendwelche Präsentationen zu machen, dieses ganze Operative, wo ein Geschäftsführer Unterstützung braucht.

[11:09] Tamara Weeber: Das ist die Rolle der Assistenz. Und insofern ist das eigentlich ein Dreigestirn, die Rolle der Chief of Staff, die Rolle des CEO und eben der Assistenz.

[11:20] Tim Klötzing: Alles klar. Damit können wir es besser abgreifen. Das hast du jetzt wirklich supergeil auf den Punkt gebracht. Alles klar. Machen wir doch direkt einfach mal kurz weiter mit dem Chief AI Officer.

[11:30] Tamara Weeber: Ja, der ist jetzt für mich auch noch dehnbar, weil ich kann jetzt nur mein Part sagen. Das heißt, ich kümmere mich eigentlich um alle Tools, die mit KI zu tun haben. Denn KI ist ja nicht mehr nur ein Tool, sondern das ist ja mittlerweile versteckt in ganz vielen Geschichten drin. Bestes Beispiel Office-Paket mit Co-Pilot. Ja, da ist KI drin, wenn ich sie dazu buche. Wenn ich sie nicht dazu buche, habe ich sie nicht drin. Es gibt Google-Suche. Ist das jetzt noch mit KI oder ohne? Ja, ist halt mit KI. Deswegen, es wird immer schwammiger. Aber zu wissen, wo setze ich welche KI ein, auch da wieder eher so der strategische Part bei mir angesiedelt.

[12:21] Tamara Weeber: Bin auch eng mit dem Projektmanagement vernetzt, dass da was weitergeht, wo sich was weiterentwickelt. Bei uns ist jetzt zum Beispiel großes Thema digitale Werkstattplanung, digitale Werkstatt an sich und dann noch die Planung dazu.

[12:37] Tim Klötzing: Das verschmilzt dann irgendwann. Es wird am Anfang getrennt, die RPA-Robotics und die KI. Ja, jetzt haben aber die Roboter auch schon KI mit drin. Für wer ist jetzt zuständig?

[12:50] Tamara Weeber: Und so halte ich mal den Überblick über die ganzen Tools, über die, wer spricht mit wem, wer schreibt wohin, wo gibt es ein Update, wo gibt es vielleicht einen anderen Anbieter und kümmere mich so um diese Sachen im Thema KI. Es sind in anderen Firmen wahrscheinlich anderer Part, der wird vielleicht tiefer in die Technik reingehen.

[13:09] Tim Klötzing: Aber jetzt mal so für Autohaus gesprochen, bin ich eigentlich diejenige, die das alles sammelt und bündelt und guckt, was es auf dem Markt gibt.

[13:19] Tim Klötzing: Mit den Funktionen, die du da hast, sind wir ja in der Dreifachrolle. Strategisch, technologisch und Team. Es ist natürlich auch eine gewisse Spannweite, die du da hast. Und du sagst ja vorhin, Chief of Staff ist so, du hast kein Team, sondern das gesamte Team irgendwie so im Scope. Und beim Thema AI ist es ja auch so, dass Technologien im Werkstattbereich aufkommen, Telefonie, da hast du ja auch eine riesige Spannweite einfach. Das ist natürlich auch, da musst du schon gucken, was du machst.

[13:56] Tamara Weeber: Ja, ich muss zum Glück nicht alles wissen. Also ich bin sehr dankbar, dass ich so eng mit den Fachabteilungen zusammenarbeite. Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Autohaus. Ich habe Autohaus nie gelernt. Wenn es um meinen Schwiegervater gegangen wäre, hätte ich mal wie ein Azubi durch alle Abteilungen laufen müssen. Aber es kam das Leben dazwischen. Ich blieb einfach im Marketing und da war ich dann 15 Jahre oder sowas. Aber Autohaus an sich habe ich nie kennengelernt. Ich weiß nicht, wie es geht. Und das ist momentan mein größter Vorteil, weil ich sitze halt da und frage dumme Fragen. Also für meine Kollegen und Mitarbeiter sind das wirklich dumme Fragen, weil ich habe halt keine Ahnung.

[14:36] Tim Klötzing: Und das hilft mir aber und auch den Kollegen das zu verstehen, wo wir was einsetzen, warum wir das dann da einsetzen.

[14:45] Tamara Weeber: Und da hilft es halt einfach, wenn man nicht diese Betriebsblindheit hat, sondern einfach alles neu kennenlernt und wie ein kleines Kind mit Neugier hinterfragt.

[14:55] Tim Klötzing: Warum ist denn das so? Einheitliche Prozesse. Dann gehst du in einen anderen Betrieb. Ja, der Prozess ist schon einheitlich, aber wir machen das dann so. Nee, einheitlich heißt, wir machen das alle gleich. Und das ist dann einfach das, wenn das Leben dazwischen kommt und du dann da sagst, ja, aber da könnten wir jetzt den Roboter einsetzen oder da könnten wir die KI einsetzen. Aber warte mal schnell. Nee, das läuft ja schon wieder anders.

[15:20] Tamara Weeber: Wir müssen es gleich schalten. Und da kommt dann die Herausforderung Mensch dazu. Manchmal hilft halt nichts anderes, als wir machen einen Arbeitskreis und dann sitzen alle an einem Tisch und jeder erzählt, wie sein Weg ist. Und dann suchen wir den besten daraus raus oder bauen einen im besten Fall komplett neu.

[15:37] Tim Klötzing: Und der ist dann der, der für alle gilt. Okay. Da sind wir schon so ein bisschen, ja. Also wir haben im Vorgespräch, haben wir ja schon so ein bisschen darüber gesprochen, dass viele Geschäftsführer in Autohäusern so tief im Tagesgeschäft einfach stecken, dass für Strategie, Digitalisierung und auch KI, was ja auch schon durchaus ein Führungsthema ist, dass die deinen Kopf nicht frei haben. Warum ist denn das aus deiner Sicht ein Problem und wie kann man das halt ändern?

[16:11] Tamara Weeber: Naja, also in erster Linie ist es für diejenigen vermutlich erstmal kein Problem, weil wenn sie ein Problem hätten, würden sie es ändern.

[16:19] Tamara Weeber: Ja, ist so. Und das Zweite ist, der Standardsatz ist halt einfach, das haben wir schon immer so gemacht, das brauchen wir nicht.

[16:28] Tamara Weeber: So, jetzt muss man sich halt einfach mal überlegen, wir haben halt nicht mehr 1970, wo Autohaus Autohaus war, mit Kunde kommt rein, trinkt nicht Kaffee, gibt seinen Schlüssel ab, wir machen ein bisschen Palabra, Palabra, dann geht das Auto in die Werkstatt, das wird repariert, dann machen wir nochmal Palabra, Palabra, dann zahlt man die Rechnung und geht raus. Das ist ja heute viel, viel mehr. Ja, da steckt ja viel, viel mehr dahinter.

[16:51] Tamara Weeber: Vielleicht muss man sich einfach mal eingestehen, entweder man muss loslassen können als Geschäftsführer und sagen, okay, ich vertraue meinem Team, die machen das gut, was sie machen, nämlich genau dieses Operative und ich ziehe mich zurück und ich kümmere mich eben um diese strategische Ausrichtung und diese anderen Geschichten. Oder ich muss sagen, ich bin zwar Geschäftsführer, aber Strategie und Co. und Ausrichtung, boah, das liegt mir gar nicht und dann muss ich mir halt jemanden zur Seite stellen und ob das dann der Chief of Staff ist oder ob das Ding dann anders heißt, ist dann halt so.

[17:27] Tamara Weeber: Und ich formuliere es mal so, wer sich nicht um seine Strategie kümmert, wer sich nicht um seine Technik kümmert, wer sich keine Gedanken um seine Vision macht, weiß nicht, ob es den dann noch in fünf, sechs Jahren so erfolgreich gibt.

[17:44] Tim Klötzing: Ja, es macht mich auch gerade nachdenklich, weil ich meine, dass die Autohandelsbranche, die Autobranche an sich ja sich stark verändert und wir kein Jahr ohne irgendeine Krise haben und durch die wir irgendwie durch müssen. Glaubst du, dass das Thema KI, also die Entwicklung und auch auf das Aus vielleicht von einigen Betrieben, dass das darauf nochmal stärker einwirkt in den nächsten fünf Jahren?

[18:13] Tamara Weeber: Ja, also schwierig zu sagen. Ich habe mal den Satz gesagt, für uns in der Autobranche ist, Krise ist immer. Also ich weiß nicht, es gibt irgendwie immer Krise, Bankenkrise, Ölkrise, Corona-Krise, whatever-Krise.

[18:28] Tim Klötzing: Also können wir eigentlich eins sehr gut, nämlich eigentlich Krisenmanagement, zumindest die letzten Jahre. Wer das kann in der Krise, vergisst vielleicht auch in die Zukunft zu gucken.

[18:42] Tim Klötzing: Also ich muss mal irgendwann aus meinem Krisenmodus wieder raus, zumindest teilweise und sagen, okay, wo manövriere ich denn mein Schiff, mein Tanker, mein Autohaus hin? Wo will ich denn hin und was will ich denn eigentlich noch erreichen? Und wenn ich aber vor lauter operativer Tätigkeit und Krisenmodus dafür keine Zeit habe, dann läuft halt irgendwas schief und an mir vorbei.

[19:07] Tamara Weeber: Kann dann schon auch sein, dass die KI an mir vorbeiläuft und wenn dann der Kollege von nebenan oder im Nachbardorf die KI einsetzt und dadurch effizienter, schneller und vielleicht im Zweifel auch noch günstiger arbeitet,

[19:23] Tamara Weeber: habe ich es vielleicht nicht selbst verschuldet, aber vielleicht wandert mein Kunde ab, mein Mitarbeiterstamm ab, weil ich möchte ja nicht mehr stupide, langweilige Excel-Tabellen machen.

[19:35] Tamara Weeber: Also keiner von uns will dies mehr machen, wenn wir mal ehrlich sind, also suchen wir uns Hilfe. Und jetzt habe ich es schon gesagt, ich habe drei Jungs, also zwei davon gehen ganz nach dem Motto, warum soll ich denn das machen? Ja, das wird einfach eingegeben ins System und dann ist das fertig.

[19:51] Tim Klötzing: Also wenn der Kleine von der Schule heimkommt und er kriegt gesagt als Hausaufgaben, er muss ein Gedicht machen, ein Zwölfzeiler im Haarreim oder was auch immer, da sitzt der doch nicht mehr hin und denkt sich das aus.

[20:04] Tamara Weeber: Sorry, also ich weiß nicht, wie weit die Lehrer sind, aber die sind definitiv nicht so weit. Auf jeden Fall kommt der heim und fragt ChatGPT und dann bastelt er da so lang rum. Das Einzige, was ihn nervt, ist, dass er es abschreiben muss, weil es muss ja in ein Heft.

[20:16] Tim Klötzing: Man kann jetzt einfach Coolie-Paste machen. Sehr schön. Ja, da sind wir aber schon bei Mensch und KI. Nochmal dieses Roboter-Mensch-Kontakt darin, das könnte jetzt eine schöne Phrase sein, aber ich glaube, bei dir ist es ja ganz konkret eine besondere Haltung, würde ich jetzt mal unterstellen. KI nicht nur technisch zu sehen, sondern halt auch immer mit dem menschlichen Aspekt. Und was bedeutet das für dich in der Praxis?

[20:47] Tamara Weeber: Naja, also ich habe es mehrfach schon gesagt, KI ist auch nur ein Mensch. Wenn man sich das mal bewusst macht, die KI hat sich nicht selber erfunden. Also da steckt sehr viel menschliches Wissen drin. Was sie noch, die Toto liegt auf, noch nicht kann, ist Emotionen, aber auch die kann man in Anführungszeichen lernen. Es gibt Menschen, die auch Emotionen nicht so zeigen und nicht so deuten können. Auch die erlernen es, die lachen dann halt, weil man eben jetzt lacht.

[21:22] Tim Klötzing: So ähnlich wird es mit der KI auch werden. Und die kann Tonalitäten auswerten am Telefon und kann mir sagen, ist mein Kunde gestresst? Ist mein Kunde traurig, ist mein Kunde wütend, ist er verärgert? Also sie kann durchaus umgehen mit Emotionen. Ja, vielleicht nicht so, wie wir Menschen das jetzt tun würden, aber sie kann sie auswerten, zahlenbasiert.

[21:46] Tamara Weeber: Ich muss das jetzt also irgendwie unter einen Hut bekommen. Und dann kommt ganz schwer das Thema Change Management. Es ist eine Floskel, die jeder sagt, man muss sein Team mitnehmen, man muss die Menschen frühzeitig mitnehmen. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen und mache die Taktik, die als Mutter sehr gut funktioniert hat. Wenn du drei Kinder hast und du hast nur zwei Bonbons, ist eins ein bisschen neidisch. Also was machst du? Entweder du isst die zwei Bonbons selber oder es gibt halt gar keine Bonbons. Oder du motivierst sie zu irgendwas und dann gibt es als Belohnung das Bonbon. Und das ist genau so. Also ich fange im kleinen Team an. Wir probieren eine KI aus. Die teste dann mal ich. Meistens auch Andreas.

[22:32] Tamara Weeber: Der lässt sich ja nichts nehmen. Der macht das ja auch mal schnell mit. Der fummelt da auch noch irgendwo drin rum. Und dann baut sich das Team langsam auf. Und dann kennt man ja seine Pappenheimer. Man weiß ja, wer der affiner dafür ist und wer nicht so. Wer gerade irgendwo struggelt und dann kann man ihm ja Hilfe geben. Und dann geht man halt hin und dann sagt er, du, pass mal auf. Also wir hätten da jetzt so zum Beispiel im Angebot Chat-GPT. Ja, einfach mal so. Und dann, ja, das brauche ich ja nicht. Kann ich ja selber. Ja, nee, pass mal auf. Also ich zeige dir das jetzt, wie es geht. Und dann überlege ich nochmal, ob du das selber machen willst. Und dann geht man dann so hin und dann setzt man da so kleine Anreize. Und plötzlich geht es, ja, wieso kannst du das? Ich will das auch. Und darf ich? Und dann kommt so diese kindliche Neugier. Und dann habe ich ja alle, die bisher gesagt haben, nee, also brauche ich das ja nicht.

[23:18] Tamara Weeber: Nee, das komme ich ohne klar. Hier hast du plötzlich mit dem Boot.

[23:21] Tim Klötzing: Bestes Beispiel in-house. Die Buchhaltung hat immer gesagt, wir brauchen das nicht. Wir brauchen keine KI. Wir können das selber.

[23:30] Tamara Weeber: Wenn du dann aber mal mehrere Excel-Tabellen zusammenfassen sollst aus verschiedenen Parts und daraus eine sinnvoll machen, da sitzt du halt händisch einfach ewig lang da.

[23:41] Tim Klötzing: Kann man machen. Ist dann halt blöd, wenn der Verwaltungschef sagt, ja, ist eine ganz nette Tabelle, aber guck mal, ich gebe hier mal einen Prompt ein, zack, bumm, und dann kommt halt nicht nur eine ganz nette Tabelle raus, sondern wirklich was Sinnvolles mit Zusammenfassung, was du einfach nur noch fertig machen musst und eine Geschäftsleitung vorlegen kannst und die können dann weitermachen.

[24:00] Tamara Weeber: Das war ein Handkniff von, ich glaube, einer halben Stunde und der arme Mensch in der Buchhaltung saß da gefühlt zwei Tage.

[24:07] Tim Klötzing: Jetzt macht es halt Klick und man benutzt jetzt auch öfter Nein-KI. Ja, ist schön. Das sind halt so diese Dinge. Man muss da jeden an seinem Ehrgeiz packen und das ist halt natürlich ein Unterschied, ob ich die Zeit dafür habe und wie stelle ich das an bei 750 Mann und Frau da den richtigen

[24:29] Tamara Weeber: zu finden und deswegen ist es immer ganz, ganz dienlich, so seine Key-User in den Betrieben zu haben, die dann eben genau diese Taktik weiterlaufen lassen.

[24:39] Tim Klötzing: Wenn wir mal so ein bisschen nach vorne schauen, vielleicht mal so fünf Jahre oder vielleicht auch nur zwei, weil in dem Kontext ist fünf Jahre, glaube ich, weiß ich gar nicht, also eher so 30 Jahre Industrieentwicklung so ungefähr, weil ihr habt das Team, ihr nehmt das Team gut mit, ihr nehmt die Belegschaft frühzeitig mit und seht so KI nicht als Bedrohung und geht von der, was ich so wahrnehme, von der Führung sehr positiv entspannt damit um, um die Leute mitzunehmen. Wenn wir da jetzt mal so ein bisschen in die Zukunft schauen, wie wird die KI oder wie wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz die Arbeit im Autohaus verändern in den nächsten, sagen wir mal besser zwei Jahren und welche Kompetenzen werden vor allem die Führungskräfte dabei auch unbedingt brauchen?

[25:28] Tamara Weeber: Umsetzungskompetenz ist, glaube ich, das, was wir alle brauchen.

[25:32] Tim Klötzing: Also Change Management und Umsetzungskompetenz, da sage ich, das braucht nicht nur Führungskräfte, sondern das müsste jeder von uns entwickeln.

[25:44] Tim Klötzing: In zwei Jahren, ich würde mal behaupten, clevere Autohäuser haben dann für jeden Bereich

[25:55] Tamara Weeber: einen passenden Helfer mit KI und oder Robotik, weil du vorher sagtest, in zehn Jahren, also ich nehme den Zeitraum gerne auf und sage, ich hoffe, dass bis in zehn Jahren auch die Herstellersysteme so weit sind, dass sie entweder KI integriert haben oder im Idealfall Schnittstellen bieten, um eben da mehr Varianzen reinzubringen. Aber das schaffen die in zwei Jahren nicht, deswegen, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es in zehn Jahren dann so weit ist. Okay.

[26:30] Tim Klötzing: Und glaubst du, wie kann sich die Arbeit im Autohaus verändern? Ist es dann dadurch, dass man, ich sage mal, bei jeder oder fast jedem Bereich irgendwie so ein bisschen KI dabei hat, sind es nur die Hälfte der Mitarbeiter? Sind die den halben Tag gelangweilt, weil die alle so produktiv sind?

[26:54] Tamara Weeber: Ja, also ich, so produktiv werden die ja gar nicht, weil letzten Endes Schrauben tun vermutlich auch in zwei Jahren noch die Jungs und Mädels in der Werkstatt händisch. Da gibt es vermutlich noch keine Roboter, die dann da stehen und Fließbandarbeit betreiben, weil dazu ist es einfach doch zu individuell. Ein Radwechsel vielleicht, eine Inspektion maybe, aber so hinten klappert was, wird mir vielleicht der Roboter nicht unbedingt machen. Aber ich kann mir auf jeden Fall mal vorstellen, dass es wieder, und das klingt jetzt vielleicht ein bisschen paradox, aber dass es wieder menschlicher wird im Autohaus. Denn diese stupide Abarbeiterei von irgendwelchen Workflows, irgendwelchen Listen, die entfallen, weil die laufen einfach im Hintergrund.

[27:45] Tamara Weeber: Und dann habe ich vielleicht eine faire Chance, mit dem Kunde Müller ein Espresso zu trinken und mit dem Kunde Mayer über den letzten Urlaub zu sprechen. Und mit Frau Hütchen kann ich über ihren Hund sprechen, weil einfach diese Zeit da ist und das ganze Thema wieder menschlicher wird.

[28:06] Tim Klötzing: Was ich mir auch vorstellen kann, ist, dass die Fehlerquellen einfach weniger werden, weil es automatisierter abläuft.

[28:13] Tamara Weeber: Weil nicht mehr dieser menschliche Freestyle da reinkommt mit, ah, jetzt klicke ich halt mal links und rechts und es läuft halt einfach too sure durch. Und wir dadurch vielleicht auch zufriedenere Kunden nachher haben und zufriedenere Mitarbeiter, weil man ja dann eher mal pünktlich Feierabend machen kann.

[28:35] Tim Klötzing: Super wichtig, vor allem, wenn wir auch durchaus an vielen Stellen hören, wie die, ich nenne das jetzt mal Shoppingerlebnisse, im Autohandel so sind, in der Breite.

[28:47] Tamara Weeber: Offenes, altes Geheimnis. Also eigentlich weiß es irgendwie jeder und irgendwie so richtig geil ist es in 2025 auch noch nicht. Ich habe es selber vor ein paar Monaten erst erleben dürfen, dass es eigentlich schade ist.

[29:02] Tim Klötzing: Aber anyway, ich bin da auch bei dir, dass da die, also die Flipside von KI-Produktivität und all dem, was da so dranhängt, die andere Seite, die Menschlichkeit, das wollen die Leute. Ich glaube, die werden es alle akzeptieren, dass die Welt sich vielleicht technologisch schneller dreht, aber die Menschlichkeit, die soll doch irgendwie dabei sein. Und gerade das Thema Autos nach wie vor irgendwo Emotionen und Co. ist ein schönes Beispiel dafür, für das Thema Menschlichkeit im Umgang. Also welchen Faktor sein kann.

[29:41] Tim Klötzing: Ich habe da eine Frage. Stell dir vor, da hier hört ein Autohaus-Inhaber zu und der denkt sich gerade, boah geil, jetzt müsste ich auch mal was mit KI machen. Aber wo anfangen? Was würdest du ihm als ersten Schritt auf den Weg geben?

[29:59] Tamara Weeber: Also der erste Schritt wäre für mich seine Daten. Wie sauber sind die gepflegt? Wo sind die überhaupt? In der Cloud, auf dem Server, wo verteilt? Und dann wäre meine zweite Sache zu sagen, wo drückt der Schuh am größten. Das ist der kleine Zeh oder das ist hinten die Ferse und dementsprechend würde ich da handeln. Also heißt, ist es die Telefonie, weil einfach ständig überlauft ist und keiner mehr hinterherkommt, dann würde ich sagen, fang mit einem Bot an.

[30:33] Tamara Weeber: Es ist im Thema Vertrieb, Marketing, keine Ahnung, irgendwelche Mailings müssen raus und dann fang doch da an oder besser parallel, weil es sind ja unterschiedliche Systeme. Wenn ich ein LLM nehme, also ein Chat-GPT und Co, das mir einfach Texte macht, ist es halt einfach eine andere Technologie, wie wenn ich jetzt so ein Chatbot da reinsetze und der Kunde kann mit dem Chatbot telefonieren oder chatten. Chatten oder was auch immer machen. Das wären mal die Punkte, wo ich sage, da kann man anfangen. Wer jetzt sehr servicelastig ist, da würde ich sagen, naja, wie sieht es denn aus? Wie sauber läuft denn die Auftragsvorbereitung?

[31:18] Tamara Weeber: Kann man da vielleicht irgendwie was optimieren und setzt dann halt nicht die KI ein, sondern eher die RPA-Robotik und kann mit der dann da unterstützen und helfen? Aber auch da, das Wichtigste sind einfach Daten. Das ist auch ein ausgelutschter Satz, aber die Datenqualität, Fügbarkeit, Abrufbarkeit, das ist einfach das, nach dem man mal gucken müsste. Und es nützt nichts, KI einzuführen, wenn, es klingt jetzt böse, aber wenn halt Aufträge und Kaufverträge von Hand mit Kugelschreiber auf Papier geschrieben werden, da brauche ich KI nicht einsetzen.

[31:57] Tim Klötzing: Bringt halt nichts. Schwierig. Schwierig. Ich meine, auch da entstehen Lösungen, wo man dann digitalisieren und lesen lassen kann. Okay, alles nice. Ja, aber das Thema Daten, eigentlich sind wir mit Künstlicher Intelligenz ja an dem Schritt, wo die Digitalisierung eigentlich vollzogen sein sollte.

[32:22] Tim Klötzing: Sie sagt ganz leise und nix so, ja. Okay.

[32:27] Tamara Weeber: Ja, also wie gesagt, ich muss erst digitale Daten haben, um digitale Daten digital auslesen und verarbeiten zu können. Und deswegen, je analoger man noch unterwegs ist und ja, das ist in unserer Branche so, das sind noch ganz, ganz viele, nützt jetzt halt der Einsatz von KI relativ wenig, sondern man müsste dann erstmal da wirklich anfangen, ich sag mal, das Fundament zu bauen. Ideal vielleicht noch den Keller, jetzt ist in Norddeutschland das mit dem Keller immer so ein Thema, aber wir nehmen einfach ein Fundament, das brauchen alle. Fangt mit dem Fundament an, guckt nach den Daten, checkt es und danach sucht er mal den größten Schmerz und sucht für den Schmerz eine Lösung. Und ich bin mir ziemlich sicher, wenn im Team der Schmerz nachlässt, dann finden die das auch total cool und ziehen mit.

[33:17] Tim Klötzing: Okay. Noch eine, so zum Abschluss, wir kommen so langsam zum Schluss. Persönliche Frage, was ist denn so dein Antrieb, dich bei, ich unterstelle mal, der Masse an Projekten, also da immer noch mehr zu machen und immer noch Neues anzuschieben, da muss ja ein außerordentlicher persönlicher Antrieb hinterstecken. Was ist da los?

[33:41] Tamara Weeber: Zum einen das Kind in der Frau, die kindliche Neugier und wenn ich nur eins mache, mir wäre so stinkellangweilig. Also ich habe jetzt endlich einen Namen da dafür, dass das Ding heißt wohl viel Begabung. Ich kann viel, aber nichts richtig, würde mein Sohn jetzt sagen. Also an der Oberfläche weiß ich sehr, sehr viel und da bin ich auch unterwegs in Weiterbildungen. Ich ziehe mir da echt Dinge rein und will das dann auch verstehen, was ich da mache. Und auf der anderen Seite ist es halt auch so, wenn es ein anderer machen könnte, dann würde der das ja machen. Also das ist so ein bisschen das, wo ich sage, wenn es knifflig wird, dann komme ich dran und dann darf ich da ein bisschen rumknobeln und machen.

[34:31] Tamara Weeber: Aber ich habe auch keinen Schmerz damit, jetzt Projekte einfach wieder abzugeben oder dann zu sagen, nee, hier kümmer du dich mal drum. Ich bin da nur noch so nebenher dabei. Ich habe das jetzt angestoßen und jetzt kümmert sich irgendwie einer aus der Fachabteilung dann, dass es tiefer geht. Also da sind schon so die Punkte. Alle bis ins kleinste Detail könnte ich in der Form und Güte nicht abliefern, dass ich da alles mache.

[35:01] Tim Klötzing: Naja, manchmal kommt halt auch irgendwie Leben dazwischen. Man plant und man macht dann ein Projekt und es läuft und dann heißt es ja plötzlich, nee, wir brauchen das andere auch noch. Und dann läuft das halt parallel nebenher. Und Gott, der Arbeitstag hat acht Stunden, da kann man ein bisschen was jonglieren. Auf jeden Fall und ich gehe auch davon aus, dass du dir durch künstliche Intelligenz auch deinen Workload ein bisschen optimiert hast und ein ganzes bisschen zeigt sie. Und ich glaube, dass da inzwischen in acht Stunden auch deutlich mehr rauskommt als in acht Stunden. Aber das ist ja wirklich schön. Und diese Vielseitigkeit und so viele verschiedene Aspekte, das ist ja echt toll. Das kann ich unterschreiben.

[35:47] Tim Klötzing: Das findest du auch eine schöne Sache.

[35:49] Tamara Weeber: Ja, also wenn ich jeden Tag Knopflöcher stanzen müsste, dann hätte ich da keinen so Bock drauf. Insofern finde ich das mal ganz schön, dass man zwischen Chatbot, Large Language Model, irgendwelchen Schulungen für Mitarbeiter wieder auf Eventplanung umschwenken kann. Und dann ist es so ein bisschen wie als Schüler früher im Unterricht. Region war jetzt irgendwie nicht so mein Lieblingsfach, aber das war das Fach, in dem konnte ich mein Hirn aushängen.

[36:18] Tim Klötzing: Das war einfach auch mal ganz schön. Und dann gab es halt mal wieder Mathe und Deutsch, hat man sich mal ein bisschen angestrengt und dann musste man das Hirn mal wieder einschalten. Und so ähnlich ist es halt bei meinem Tagesablauf auch. Und das andere ist, ich habe keine To-Do-Liste. Ist vielleicht ein Fehler. Ich habe es meine Zeit lang versucht, aber ich habe immer festgestellt, ich mache ganz viele andere Dinge, aber nicht das, was auf der Liste steht, weil einfach die Prioritäten verschoben sind.

[36:43] Tamara Weeber: Und seitdem mache ich das nicht mehr.

[36:44] Tim Klötzing: Ich habe Termine im Kalender, ja, die sind auch wichtig und der Rest, der kommt da dazwischen und der passt da rein oder halt auch nicht. Da haben wir eine ganz, ganz außerordentlich große Parallele. Und ich habe eine Zeit lang versucht, ich muss wirklich sagen, versucht, mich zu zwingen, mit To-Do-Listen zu arbeiten, weil das macht man ja so.

[37:04] Tamara Weeber: Ja, genau. Und dann ist man ja so effektiv und dann funktioniert das alles. Oh, echter Kampf. Also ich muss heute sagen, ich habe auch so alles im Griff und habe keine Liste. Also es funktioniert irgendwie auch so. Für mich war es schon schön, diese Liste zu schreiben, weil da musste ich mich ja schon…

[37:19] Tim Klötzing: Nee, ernst ehrlich, das kommt. Ich komme zur Abschlussfrage. Und zwar, welche Aufgabe lässt du dir am liebsten von künstlicher Intelligenz abnehmen?

[37:29] Tamara Weeber: Die Essensauswahl.

[37:32] Tim Klötzing: Ernst? Ernst. Das musst du erklären.

[37:36] Tamara Weeber: Bei den acht Stunden, die manchmal ein bisschen mehr werden, ist es schwierig, einkaufen zu gehen und dann noch rechtzeitig zu Hause zu sein. Und dann noch, Achtung, und jetzt kommt die Herausforderung, glutenfrei für die eine, sprich für mich, vegetarisch für zwei Kinder, Fleisch gerne für das andere Kind. Und dann noch sämtliche andere Allergien irgendwie unter einen Hut zu kriegen. Leute, das ist einfach ein Unding. Zum Kotzen. Entschuldigung, wenn ich das so sagen muss. Aber es ist einfach… Manchmal mache ich einfach nur den Kühlschrank auf dem Foto, mache den Vorratsschrank auf dem Foto und sage, baue mir da irgendwas draus. Es muss aber bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla sein und dann fertig. Ich habe auch so schon Kuchen gebacken. Super. Für die Schule. Die Herausforderung meines Lebens. Glutenfrei, zuckerfrei, laktosefrei, ohne Nüsse, ohne sonstige irgendwelche hochgradigen Allergien.

[38:23] Tamara Weeber: Absolute Challenge für alle Mütter, die irgendwas mit Allergenkärtchen abgeben müssen. Klammer auf die Väter natürlich auch. Aber ja, das ist der größte Lifehack meines Lebens. Mit KI, Kochen und Backen und Haushaltsdinge ist viel besser als im Büro.

[38:42] Tim Klötzing: Sehr krass. Hast du dir dafür, wenn es GPT ist, hast du den Kasten GPT dafür gemacht oder lässt du den einfach machen?

[38:49] Tamara Weeber: Einfach reinhauen und fuhren? Den lasse ich dann einfach machen. Also je nach Problematik mache ich das dann da rein.

[38:56] Tamara Weeber: Ja, also wir haben halt ein paar Essbehinderte, wie ich das immer so schön nenne in der Familie. Ob Histaminarm, Glutenfrei, Laktosefrei und dann noch meine zwei Vegetarier. Das macht mich irre. Da kannst du nicht normal kochen. Da nützt kein Kochbuch der Welt was und auch keine Brigitte und wie die Zeitschriften mit Rezepten alle heißen.

[39:15] Tim Klötzing: Vergiss es. Kannst du nicht machen. Ich werde es auch mal testen und werde berichten. Ich muss echt schmunzeln. Ich hätte jetzt wirklich mit Film gerechnet, aber nicht damit. Das ist voll geil.

[39:25] Tamara Weeber: Ja, also selbst den Kühlschrank fotografieren, das machen schon meine Kinder und dann lassen die sich dein Rezept erstellen. Es läuft. Einfach cool. Ja, sehr schön.

[39:33] Tim Klötzing: Tamara, ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast für den wirklich total interessanten Talk da über deine Aufgaben und wie das in Unternehmen mit Führung, KI, Change & Co., Roboter-Mensch-Kontakter und so, so funktioniert und auch mit einem lachenden Auge. Das war sehr unterhaltsam. Dankeschön für heute.

[39:55] Tamara Weeber: Ich danke auch. Es war wirklich eine sehr spannende, leichtartige Unterhaltung. Ja, absolut.

[40:04] Tim Klötzing: So soll es sein. Und wir sehen und hören uns und sprechen weiter.

[40:08] Tamara Weeber: So machen wir das einfach, ne? Genau. Alles klar. Dann mach's gut. Tschüss für heute und ganz liebe Grüße an alle, die zugehört haben. Bald geht's weiter. Macht's gut. Ciao. Dann ciao.
