# Augustin Friedel, unabhängiger Mobilitäts-Experte

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/benzingespraeche/98-augustin-friedel-unabhaengiger-mobilitaets-experte/
Reihe: Benzingespräche
Folge: 98
Datum: 21.08.2023
Dauer: 39 Min
Gäste: Augustin Friedel

## Kernaussagen

- Technologieunternehmen sind entscheidende Enabler der Mobilität.
- Microsoft und Google spielen eine zentrale Rolle bei Software-Defined Vehicles.
- Apple und Amazon fokussieren sich auf Softwareintegration und autonomes Fahren.
- Die OMR 2023 bot wichtige Einblicke in digitale Trends der Mobilität.
- Augustin Friedl verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Mobilität.

## Worum es geht

Blick eines Mobility Transformation Experten auf die deutsche Autobranche Augustin Friedel beschäftigt sich schon sehr lange mit dem Ökosystem Mobilität und gilt mit seiner breit aufgestellten Expertise immer als willkommener Gesprächspartner! Z. B. war er der einzige Speaker bei der OMR 2023 mit einem Speaker Slot zum Thema Mobilität - auf einer der großen Bühnen. Auch ist sein Wissen gefragt auf LinkedIn: dort folgen ihm unglaubliche 29.000 Follower. Und nun konnte ich ihn für einen Talk gewinnen! Er ist Senior Manager im Bereich Mobility Transformation bei der MHP, jedoch interessierte sein persönlicher Blick auf die deutsche Autobranche. Wie sieht er den deutschen Autohandel? Chancen und Risiken im Kontext der Veränderung wenn es um flexible Mobilitätsangebote geht. Oder welche Geschäftsmodelle entstehen durch die Elektrifizierung des Fahrzeugbestandes? Wie veränderte der Agenturvertrieb den Handel und welche Chancen tun sich auf? Ein sehr spannender Talk mit einem übergeordneten Blick auf die deutsche Autobranche! Links: Augustin Friedel auf LinkedIn: [www.linkedin.com/in/friedel/](https://www.linkedin.com/in/friedel/) Unterstützt durch: yareto: das unabhängige B2B-Portal für den Vergleich von Fahrzeugfinanzierungen für den Autohandel. [www.yareto.de](https://www.yareto.de)

## Zusammenfassung

In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Augustin Friedl, einem unabhängigen Mobilitätsexperten und Senior Manager im Bereich Mobility Transformation bei MHP. Das Gespräch bietet spannende Einblicke in die Zukunft der Mobilität und die Rolle von Technologieunternehmen in diesem Wandel.

### Über Augustin Friedl

Augustin Friedl, Jahrgang 1985, ist ein erfahrener Experte im Bereich Mobilität. Er hat an der TU München und am MIT studiert und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Startups und großen Unternehmen wie der Deutschen Bahn und Volkswagen. Seit 2022 ist er bei MHP tätig und beschäftigt sich intensiv mit der Transformation der Mobilität.

### OMR 2023: Ein Highlight für Mobilitätsexperten

Tim Klötzing traf Augustin Friedl auf der OMR 2023, einem der bedeutendsten Events für Online-Marketing und digitale Trends. Augustin hielt dort einen beeindruckenden Vortrag über die Zukunft der Mobilität, der großes Interesse weckte.

### Technologieunternehmen als Enabler der Mobilität

Im Gespräch betont Augustin, dass Technologieunternehmen wie Microsoft und Google eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Software-Defined Vehicles spielen. Während Microsoft sich als Enabler für digitale Fahrzeuge positioniert, arbeitet Google eng mit Automobilherstellern zusammen, um ihre Dienste direkt in Fahrzeuge zu integrieren.

### Die Rolle von Apple und Amazon

Obwohl viel über ein mögliches Apple Car spekuliert wird, sieht Augustin Friedl die Zukunft dieser Unternehmen eher in der Integration von Softwarelösungen in bestehende Fahrzeuge. Amazon und Google investieren zudem stark in den Bereich des autonomen Fahrens, was die Mobilität weiter revolutionieren könnte.

### Ein ganzheitlicher Blick auf Mobilität

Augustin Friedl betrachtet Mobilität als mehr als nur einen Job. Für ihn ist es eine Leidenschaft, die er seit fast einem Jahrzehnt verfolgt. Sein ganzheitlicher Ansatz umfasst alle Aspekte der Mobilität, von Autos über Fahrräder bis hin zu Scootern und Rollern.

### Fazit

Die Zukunft der Mobilität ist geprägt von technologischen Innovationen und der Integration digitaler Lösungen. Augustin Friedl bietet wertvolle Einblicke in diese Entwicklungen und zeigt auf, wie Unternehmen sich in diesem dynamischen Umfeld positionieren können.

## Links aus der Folge

- [www.linkedin.com/in/friedel](http://www.linkedin.com/in/friedel/)
- [www.yareto.de](http://www.yareto.de)

## Zum Thema

[Positionierung für Autohäuser](https://www.tim-kloetzing.de/wissen/positionierung-fuer-autohaeuser/)

## Passende Beratung

[Marketingberatung: Für Autohäuser](https://www.tim-kloetzing.de/marketingberatung/autohaendler/)

## Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

[00:00] Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater.

[00:51] Dieser Podcast wird präsentiert von Yareto, dem Finanzierungsexperten für den Kfz-Handel. Auf Yareto.de könnt ihr als Autohändler schnell und einfach Autokredite und Leasingkonditionen für eure Kunden vergleichen, anfragen und abschließen. Und das mit Top-Zinskonditionen. Euer Vorteil, sekundenschneller, transparenter Vergleich, eine einheitliche Antragsstrecke und vieles mehr. Mit über zehn Banken für Absatzfinanzierung holt ihr einfach mehr für euch und eure Kunden raus. Yareto.de Herzlich Willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche und heute ein herzlich Willkommen an Augustin Friedel, unabhängiger Mobilitätsexperte und Senior Manager im Bereich Mobility Transformation bei MHP. Hallo Augustin.

[01:40] Hallo Tim. Freut mich heute hier zu sein. Ja, freut mich auch total. Und ich habe dich so ein bisschen eingeworben und vielleicht zu allererst so ein kleiner Disclaimer. Du bist heute quasi als privater Gast hier und da geht es um deine persönliche Meinung, die ich so ein bisschen von dir haben wollte und nicht so als Repräsentant von MHP. Das ist ja richtig, ne? Genau, das ist völlig korrekt. Das hast du gut zusammengefasst. Ja, das muss gesagt werden einmal am Anfang. Wer weiß, welche Wahrheiten ich da aus dir rauspressen kann heute, weil du bist ja echt erfahren. Und ja, wie kam es dazu, dass du heute hier als Gast bist? Die OMR 2023, so einer der Pflichttermine im Jahr, wenn man Online-Marketer oder Marketer generell ist. Da war ich also da und da waren, ich glaube, habe insgesamt fünf oder sechs große Stages, 30 Tracks mit bestem Content und das war ja eine riesen Flut. Und da habe ich natürlich geschaut, was interessiert mich und was setzt sich denn auch mit Mobilität und vor allem auch Mobilität der Zukunft auseinander. Und da gab es eigentlich nur einen Topslot auf der großen Stage und ja, das warst du. Und den habe ich mir angehört. Ich war da unterwegs mit ein paar Marketern von einigen Autohaus-Gruppen.

[02:56] Wir haben uns extra dafür dann da getroffen und haben dann gelauscht. Und dann, als du, kurz bevor du fertig warst, war mir klar, den Jungen, den fange ich gleich ab. Das ging nicht so richtig. Du wurdest gut da abgeschottet. Ja. Da habe ich das irgendwie über LinkedIn schnell gemacht. Und dann hast du auch geantwortet. Dann haben wir uns getroffen und dann haben wir gesprochen und gesagt, hey, ja klar, wir müssen es mal unterhalten. War ein toller Vortrag. Und ja, wie war das denn für dich mit dem Thema auf der OMR zu sein? Erstmal vielen Dank für das Feedback. Das ist natürlich gut zu hören, dass dir der Vortrag gefallen hat. Und ich hoffe, den Kollegen oder den Kontakten, mit denen du unterwegs gewesen bist, die hatten eh nicht positives Feedback. Wie war es für mich auf der OMR zu sein? Also persönlich war es eine sehr interessante und beeindruckende Erfahrung. Einfach so von dem Event her, was das Team, das OMR-Team auf die Beine gestellt hat, da auf dem Messegelände in Hamburg, so vielfältig, mit eben auch Top-Speakern, den verschiedenen Digitalthemen. Ja, das war schon ein einmaliges Erlebnis für mich eben auch. Und dann, na klar, die Bühnenerfahrung vor so vielen Leuten, ein doch eher, sag ich mal, nischiges oder nerdiges Thema zu präsentieren. Ja, das war, das kam dann noch als i-Tüpfelchen hinzu, auf jeden Fall.

[04:16] Ja, die Stage war, ich glaube, die zweit- oder drittgrößte Stage, die sie da hatten. Und da war schon, da war schon Alarm und Größe in der Halle, ne? Das war auch voll. Ja. Also das war schon beeindruckend. Also ich habe, glaube ich, noch ein Foto von, ich habe ein Foto gemacht von der ganzen Stage im Weitwinkel. Das war so groß, dass du eigentlich so als Männchen da drauf bist, so groß bei der Screen. Das war schon echt fett. Ja. Ja, ich war auch so, als ich das erste Mal da reingelaufen bin, in die Halle ein bisschen geschockt. Also ich habe ja schon auf vielen Bühnen gesprochen und auf vielen Events gesprochen. Und ich bin da eigentlich auch so mit dem Mindset hin, ja, Mobilität, das wird da auf der OMR jetzt auch nicht so viele dann interessieren. Aber dann wirklich in so einer großen Halle dann zu sprechen, das war schon einmalig und war aber eine super coole Erfahrung. Und hat mich auch wirklich gefreut, dass so viele zugehört hatten, dass das Interesse doch da gewesen ist. Obwohl ich glaube, Luisa Neubauer auch parallel gesprochen hatte oder kurz danach dann eben auf der Main Stage. Von dem her alles top, ja.

[05:22] Ja, absolut. Also wie gesagt, ich war da und die Reihen waren gefüllt. Du hast vorhin so gesagt, OMR ist ja klar, Online-Marketing, Rockstars, Online-Marketing, das Digital-Universum war da vertreten. Und du bist ja digital auch ganz schön aktiv. Da kommen wir vielleicht später auch nochmal drauf. Ich denke da an LinkedIn, da bist du stark unterwegs. Und du hast da stetig Content, machst du da im Kontext, ich nenne das jetzt mal Mobilität als solches, aber auch sehr stark so Digitalisierung. Ich habe das gerade mal auf von einem Posting, die Überschrift, The Mobility Ecosystem, Power of Microsoft. Es ist ja jetzt auch schon, ich bin geneigt zu sagen, Special Content. Was führst du da alles zusammen?

[06:11] Also es fängt meistens immer so vom Thema an, was ich gerne beleuchten würde und jetzt so bei dem Thema Power of Microsoft oder auch auf Google oder Amazon, da habe ich ja so eine ganze Serie draus gemacht, weil es mir eigentlich zu viel war, dass halt jeder über so ein Apple Car mal munkelt und philosophiert, was keiner weiß, wann es halt irgendwie kommt. Und in der Diskussion werden aber eigentlich die Aktivitäten dann von, sag ich mal, großen Technologieunternehmen, die wir vielleicht aus dem Consumer Enterprise Bereich kennen, die aber dann doch auch im Automotive Kontext schon sehr stark vernetzt sind und da ihre Power immer weiter ausbaut, es wird halt dann vernachlässigt. Und so ein Thema, so ein Strohhalm schnappe ich mir dann und dann versuche ich eben über das Wissen, was ich bei mir schon angesammelt habe und abgespeichert habe, plus dann eben noch neue Quellen, dann auf der einen Seite ein schönes Visual zu erstellen und halt dann eben auch noch zusätzlich dazu dann den Fleece-Text oder den Post dann zu schreiben, der dann auf LinkedIn dann eben veröffentlicht wird, immer mit dem Fokus dann halt wirklich auf eben Informationsgehalt, Zahlen, Daten, Fakten, um da halt dann auch das Licht ins Dunkeln zu bringen.

[07:27] Absolut. An der Stelle wollte ich jetzt eigentlich, nicht mit dem Blick in den Rückspiegel beginnen, aber ich habe eigentlich noch eine Frage und zwar, wo du gerade sagst, Apple Car, was irgendwie vielleicht kommt oder auch doch nicht oder andere große Hersteller. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, ich muss aber zugeben, ich habe mich nicht großartig informiert, weil man hat so lange nichts mehr gehört von Apple Car und den Microsoft-Anstrengungen und wie sie alle heißen. Also ich sage mal eher, die so aus der digitalen Welt kommen und auch ein Fahrzeug an ihre Software bauen wollen, gehen wir mal so rum. Es ist nicht möglicherweise auch so, dass diese Konzerne jetzt vielleicht stärker versuchen, ihre Software in fremde Autos stärker unterzubringen, ohne die Entwicklung von eigenen Fahrzeugen machen zu müssen?

[08:16] Das ist jetzt eine nicht abgesprochene Frage, aber ich stelle sie einfach mal.

[08:21] Ja, man sieht schon da auch eine recht hohe Dynamik und Neupositionierung dann der Unternehmen. Und in Microsoft, die du ja gerade angesprochen hattest, die positionieren sie ja doch sehr stark als Enabler dann von digitalen Fahrzeugen oder Software-Defined Vehicles, um da die Cloud-Lösungen dann zu stellen oder auch dann, wir sprechen ja nachher auch nochmal über den Handel, um dann vielleicht so Metaverse-Anwendungen wie im Stellantis-Kontext dann eben zu ermöglichen und so weiter. Also die drängen dann gar nicht so in den Vordergrund jetzt als Consumer-Brand. Anders ist es vielleicht bei einem Google, die ja dann doch schon auch für den Nutzer sichtlich sind oder zumindest sichtbar werden wollen, indem sie da halt dann, wie jetzt mit Stellantis zum Beispiel, die, ne Entschuldigung, Stellantis war mit, da ist Amazon mit drin, aber Google mit irgendwie Polestar zum Beispiel, wo sie halt dann wirklich vor Kunde dann auch ihre Dienste bringen wollen oder jetzt auch in der Kooperation mit Mercedes.

[09:15] Da ist sowas, solche Dienste sind dann eher im Vordergrund, die nah an ihrem Kerngeschäft sind. Jetzt wirklich ein eigenes Auto zu produzieren, hat man jetzt so im Consumer-Bereich nicht. Was man natürlich immer noch mit anführen kann, sind gerade bei Amazon und bei Google die Anstrengungen im Bereich Autonomous Driving. Da hat ja einmal Google Waymo, die ja in den USA aktiv sind, in San Francisco und Phoenix. Und da geht es ja dann auch um eigene Fahrzeuge, die dann auch mit Partnern produziert werden. Oder auch ein Amazon mit Sooks, das ja aufgekauft wurde. Das geht ja in eine ähnliche Richtung, also so im AD-Bereich könnte vielleicht nochmal mehr kommen. Aktuell mit Bezug auf dann die Passenger-Cars und Privatautos, die man hat, sind dann eher die Technologieunternehmen, die Enabler im Bereich Software, Cloud-Solutions und halt dann vielleicht auch entlang der Wertschöpfungskette mit Bezug Handel-After-Sales dann eben auch nochmal mit den Tools, die man da dann entsprechend einsetzen kann.

[10:16] Okay. Ja, so, jetzt machen wir aber den Blick erstmal in den Rückspiegel, so ein bisschen in die Vergangenheit schauen wir mal. Fangen wir mal so ganz klassisch mit dem Werdegang an. Du bist im Baujahr 85, du bist verheiratet, hast drei Kinder, bist gebürtig aus Bad Tölz und lebst aber inzwischen in Teltow bei Berlin. So, jetzt kommt mein Lieblingssatz in der Vorbereitung. Du hast das Studium an der TU München und, ich probiere es jetzt wirklich, am Massachusetts Institute of Technology, also am MIT absolviert und zum Diplom Ingenieur Mechanical Engineering and Management. Das ist korrekt. Haken dran. Ja, super. Hat doch gut geklappt. Ja, beinahe, Massachusetts.

[11:02] Okay, dann 2011 bis 2017 warst du bei diversen Startups im Kontext Mobilität, darunter Uber und Blacklane. 2018 bis 2022 Startups bei großen Corporate wie der Deutschen Bahn und Volkswagen. Und seit 2022 bist du halt als Senior Manager im Bereich Mobility Transformation bei der MHP, a Porsche Company. Korrekt. Ja, du bist tief drin im Thema Mobilitätskonzepte. Wenn ich so an deinen LinkedIn-Namen denke, ist dahinter ein Fahrrad, ein Scooter, ein Roller und ein Auto. Also hast du den ganzheitlichen Blick so. Und ja, du bist tief drin.

[11:48] Die verändernde Mobilität. Und ich habe das Gefühl so ein bisschen, das ist ein bisschen mehr als ein Job für dich. Wie hat sich das denn so entwickelt? Ja, für mich ist es meine Passion, wirklich meine Leidenschaft, die ich jetzt seit fast zehn Jahren eben begleite oder vorantreibe. Und genau, es hat eigentlich angefangen, als ich in den Startups aktiv war und da mir angeschaut habe, was passiert denn eigentlich international auch auf der, oder in der Mobilitätslandschaft. Da waren halt dann so Themen wie Lyft und Uber und Didi die großen Themen. Irgendwann kam dann so die Fahrradwelle mit dazu mit Mobike, Ofobike und die es da sonst noch so gab, die dann auch recht schnell wieder weg waren. Und seitdem bin ich eigentlich so in der Szene, in den Themen verhaftet geblieben, habe dann natürlich auch immer mein Themenspektrum ausgeweitet, selber viel dazugelernt und mich eingearbeitet.

[12:44] Und genau, ich glaube so vor fünf Jahren habe ich dann damit angefangen, das auch auf LinkedIn zu kommunizieren und regelmäßig dann zu kommunizieren. Und da jetzt dann doch für ein Nischenthema Mobilität und Mobilitätstransformation doch eine ganz gute Audience aufgebaut mit mehr als 28.000 Followern, die ich da habe. Und genau, also ich könnte es nicht machen, wenn es nicht meine absolute Leidenschaft wäre. Und ich mache das ja auch zusätzlich zu meinem Job, Fulltime-Job, den ich bei der MHP habe und den Projekten, die wir da umsetzen. Von dem her ist es ja recht früh gestartet, hat sich dann peu a peu einfach weiterentwickelt. Und mittlerweile ist es halt einfach ein Bestandteil meines Daily Doings. Und das kommt gut an, wie man ja auch sieht.

[13:30] Die Diskussionen sind auch sehr wertvoll. Ich lerne dabei auch noch einiges und finde es auch immer gut, in den Austausch zu gehen, in den Diskurs zu gehen. Auch wenn es vielleicht mal, wenn man mal nicht der gleichen Meinung ist. Ja, das finde ich super. Und genau, so ist das entstanden. Und so ist auch mein Ziel, es einfach weiter zu betreiben und weiterzumachen. Ja, du hast ja eine große Vielfalt. Ich sagte ja gerade schon, also deine Postings sind ja nicht nur, ich sage mal, digital und Fahrzeug, sondern du schaust dir den Scootermarkt an. Du schaust dir den Leihradmarkt an. Also du machst da heute den öffentlichen Nahverkehr in Berlin, hast du, glaube ich, letztens mal so ein bisschen dargestellt. Oder das Sharing-Modell, was in Berlin so ist.

[14:15] Das ist schon sehr vielfältig. Du bist ja nicht nur, ich sage mal, Senior Manager bei der MHP und berätst auch Unternehmen und Co., sondern du bist ja auch regelmäßig als Speaker bei großen Events auf der Bühne. Das LinkedIn hast du gerade schon erwähnt, da haben wir jetzt auch schon so ein bisschen drüber gesprochen. Inzwischen 28.000 Follower, das ist echt Hut ab, Respekt.

[14:42] Das kann nur so sein, dass du das auch gerne machst, was du da so tust, weil ohne Authentizität baut man sowas auch nicht auf. Wie gehst du da dran? Sind das immer so, ist das Knowledge, was du, ich sage mal, on the job in Gesprächen mit Kunden und Co. sammelst, wo du dann sagst, nee, da möchte ich noch näher dran, da möchte ich noch tiefer rein und teilst danach das Wissen? Oder wie ergibt sich sowas? Weil das ist ja schon viel Content, den du machst und vielfältig. Also es ist eigentlich genau andersrum. Also wie Kundenwissen und Freckwissen teile ich da überhaupt nicht, sondern es ist eher so, dass die Projekte von dem Wissen, was ich mir zusätzlich aneigne, dann profitieren.

[15:31] Also genau, ich bin jetzt, du hast es vorher gesagt, fast ein Jahr bei der MHP oder wahrscheinlich, wenn die Folge rauskommt, über ein Jahr, aber quasi die ganze Content Creation mache ich ja schon davor und da habe ich einfach meine Quellen aufgebaut, mein System aufgebaut, wie ich die Info für mich dann eben abspeichere und strukturiere, habe da sozusagen meine Database, bei der ich mich dann bedienen kann. Wenn ich mal eine Idee habe, wieder einen Post zu verfassen und genau, dann ziehe ich da die Information zusammen und generiere daraus dann eben die Visuals und dann eben den Content. Entsprechend Kundenwissen oder Projektwissen ist da auf gar keinen Fall, wird auf gar keinen Fall verarbeitet.

[16:17] Das suche ich schon und muss ich auch eben klar zu trennen. Und klar, aber ich meine, die Kunden und Projekte, die wir bei der MHP dann machen, die profitieren natürlich auch davon, von dem tiefen Wissen und der Expertise. Das kriegen sie, glaube ich, nirgendwo anders. Von dem her ist es für mich persönlich schon auch und für die Kunden dann auch eben ein Win-Win.

[16:41] Du hast ja so das gesamte Ökosystem der Mobilität im Blick und heute möchte ich mit dir aber eigentlich so über eine wichtige Partei dabei sprechen, wo ich ja so auch ein bisschen stärker herkomme, dem Autohandel. Allgemeine Frage so vorab, wie nimmst du den Stand vom Autohandel heute in Deutschland wahr? Mhm. So, mein persönlicher Eindruck ist, dass der an den falschen Locations oft angesiedelt ist, also quasi am Stadtrand, wo vielleicht wenig, sag ich mal, Besucherverkehr ist oder wo man extra hinfahren muss, weniger in den Innenstädten oder, sag ich mal, zentralen Ballungsgebieten, wo ja schon viel, sag ich mal, Besucherverkehr vorhanden ist. So vom Image her ist, glaube ich, eher, sag ich mal, eingestaubt und etwas oder, sag ich mal, mit Nachholbedarf, mit Innovationsbedarf, ja, das ist jetzt vielleicht so kurz zusammengefasst, meine persönliche Wahrnehmung in Bezug auf den Handel, wie er heute wahrgenommen wird und wie ich ihn persönlich auch wahrnehme, wenig Kundenfokus.

[17:43] Eigentlich alle, sag ich mal, persönlichen Erfahrungen mit dem Autohandel in den letzten, ja, ein bis drei Jahren, die waren eigentlich, ja, sag ich mal, okay, so im Bezug dann auf Kundenfokus und Kundenzufriedenheit könnte man da schon noch mal eine Schippel drauflegen. Mhm. Ja, das ist, da sprichst du, irgendwie nenne ich das mal ein offenes Geheimnis an. Das ist irgendwie bekannt bei irgendwie allen Beteiligten, aber häufig, boah, ich lebe mich mal aus dem Fenster, häufig wollen es aber die, die Inhaber, Geschäftsführer, Verantwortlichen, Manager und Co. nicht wahrhaben. Mhm. Das ist ganz komisch. Eigentlich wissen es alle und das ist aber auch echt ein ganz schwieriges Feld.

[18:30] Ich habe vor einigen Ausgaben, mir ist mal jemand aufgefallen, ein Autoverkäufer, der über LinkedIn authentisch und regelmäßig unterwegs war und du hast so richtig rausgelesen, dass der das total gerne macht. Und das war der Thomas, schöne Grüße an der Stelle, ein Audi-Verkäufer im Neuwagenbereich und den habe ich dann angefunkt, der kam mir aus der Nähe und dann bin ich da hin und der liebt seinen Job und das ist genau das Gegenteil davon. Ist aber scheinbar leider, ich habe ihn auch konkret darauf angesprochen, leider eher die Ausnahme. Das ist eigentlich schade und komisch, weil es geht ja um ein tolles Produkt. Es geht um ein tolles Produkt. Ich glaube, der Handel hat doch eine sehr wertvolle Rolle in der ganzen Value-Chain, auch in der Kundenbeziehung und quasi für alles, was nach dem Autokauf dann auch passiert.

[19:18] Und ja, also ist ja, so sage ich mal, der Änderungswille ist ja jetzt, sage ich mal, in anderen Industrien auch nicht unbedingt vorhanden. Das liegt, glaube ich, in der Natur der Sache oder vielleicht zeichnet uns das auch aus als Menschen, dass wir doch, sage ich mal, eher bequem unterwegs sind und dass es wirklich wehtun muss, bevor wir uns dann erstmal bewegen und uns dann umorientieren oder dann entsprechend was Neues versuchen. So stelle ich mir das jetzt im Autohandel dann eben auch vor, dass ich glaube, die Leute, die dann eben aktiv sind und arbeiten, die haben auch wahrscheinlich genug zu tun in Bezug auf eben Neuwagenverkauf, ein ganzes Thema After-Sales-Service und, sage ich mal, das ganze Aufgabenspektrum, was sie da sonst noch so haben.

[20:07] Und dann fehlt halt vielleicht auch einfach die Zeit und die Muße, dann zu überlegen, wie kann ich denn jetzt eigentlich hier die nächste Stufe halt zünden und mich in Neu-Neu ausrichten. Und ja, ich glaube, auch wie du schon sagtest, ein starker Hebel sind wirklich Persönlichkeiten, die das erkannt haben, die dann eben auch die Passion für das Thema haben, für das Thema entwickeln und da halt dann auch nicht locker lassen. Also es ist ja quasi, da bin ich ja auch ein ganz gutes Beispiel dafür. Ich habe ja auch die Passion und gehe da die extra Meile bei den Themen, die ich halt dann bespiele. Ich weiß es auch, du hast es vorher angesprochen, so aus dem ÖPNV-Bereich und öffentliche Mobilität, da der Wandel in den Städten funktioniert eigentlich auch am besten, wenn man halt wirklich ein, zwei, drei Leute hat, die halt voll dahinter stehen, voll Bock auf das Thema haben und dann halt Vollgas geben, dann halt auch irgendwie sich nicht ausbremsen lassen.

[21:00] Und so wird es halt im Autohandel genauso sein. Ja, das wird nicht, sage ich mal, automatisch passieren, sondern es braucht halt entweder wirklich jemanden, der Bock drauf hat, der dafür brennt oder halt dann externe Faktoren, dass es halt wirklich fürs Geschäft halt dann eng wird. Und dann ist halt die Idee, muss man halt hoffen, dass man noch genügend Zeit hat, um dann das Unternehmen dann auch zu drehen. Okay. Ich möchte an der Stelle, weil an der Stelle möchte ich diesmal recht früh schon den Blick aus dem Rückspiegel rausnehmen und nach vorne gucken, Fernlicht anmachen, weil du ja auch jemand bist, der sich wirklich viel mit der Zukunft von Mobilität beschäftigt. Und ich habe so bei der Recherche, bin ich noch über was gestolpert, du hast vor kurzem an einem Panel teilgenommen zum Thema On-Demand-Mobility im ländlichen Raum.

[21:52] Und da geht es im Grunde so um flexible Mobilität ohne den Ownership am Fahrzeug. Was sind die Möglichkeiten und Anforderungen? Welche Rolle kann denn der Autohandel dabei spielen und vielleicht auch Erfolg haben? Also jetzt in Bezug auf den ländlichen Raum oder im Allgemeinen? Sowohl als auch. Fangen wir mal mit dem ländlichen Raum an. Ja, genau. Für so Mobilitätsdienste, sei es ein Carsharing oder vielleicht auch ein On-Demand-Ufbus-System, es braucht ja immer jemanden, der die Fahrzeugflotten dann betreibt und vielleicht auch das ganze Thema Wartung und Charging übernimmt. Und ich meine, das sind natürlich Themen, die ein Autohandel oder lokaler Handelspartner übernehmen kann.

[22:42] Die Infrastruktur ist ja dafür vorhanden, sei es für Werkstätten oder auch Prozesse, um an die Fahrzeuge zu kommen. Also da kann sich der Autohandel ja dann wirklich als Partner dann auch für Mobility Services dann positionieren, sei es dann eben private Anbieter, die aktiv sein wollen oder vielleicht auch öffentlich Subventionierte. Das ist auf jeden Fall eine Richtung. Das andere ist dann auch, ja, jemand, der, sag ich mal, spontan Mobilität, On-Demand-Mobilität nutzt, der hat vielleicht dann doch nochmal die Nachfrage oder das Bedürfnis, längerfristig ein Auto zu besitzen, weil er vielleicht in Urlaub fährt und einen Mietwagen braucht oder weil er beruflich irgendwie über einen längeren Zeitraum eine längere Strecke zurücklegen oder weil gerade der Familienzuwachs kam etc. und dann halt dann doch nicht Shared Mobility ausreichend ist, sondern vielleicht dann eben auch ein Autobesitz, sei es vielleicht auch als Auto-Abo dann halt eben bevorzugt wird.

[23:37] Und das kann natürlich dann auch, sag ich mal, ein idealer Use Case sein, wo der Handel dann entsprechend die Produkte, die Dienste zur Verfügung stellt. Entweder als integriertes Angebot mitgeteilter Mobilität oder teilweise dann auch als Ergänzung. Also das ist auf jeden Fall ein Aspekt, den ich da sehe. Und vielleicht nochmal in eine andere Richtung gedacht dann eben auch, gerade bei der Elektrifizierung der Mobilität geht es dann auch sehr stark um das Thema Ladeinfrastruktur, vielleicht dann auch um das Thema Heimladen, TV-Anlagen und Home-Energy-Management. Und da kann natürlich der Autohandel dann auch eine starke Rolle spielen.

[24:19] Ja, da baust du mir schon fast so ein bisschen eine Brücke zur nächsten Frage, bevor ich da auch eingehe. Es ist, Mobilität wird es brauchen und da gibt es Fahrzeuge, mobile und es gibt einen Autohandel, der auch im ländlichen Raum überall halt sitzt und da gibt es Chancen. Es wird so häufig so, ja, wenn jemand nicht mehr im Ballungsgebiet sitzt, auch im ländlichen, das hat alles keine Zukunft. Das hört man relativ häufig, aber das ist eigentlich nicht so. Also ich sehe es auch so wie du, dass es da Chancen gibt und man darf auch nicht vergessen, dass die Autohändler ja doch auch häufig eine lokale Instanz sind. Also teilweise sind es ja so nach dem Bürgermeister vielleicht die, die da halt irgendwie dann doch eine starke Rolle in der Gemeinde oder in der Region halt dann haben.

[25:12] Und dieses Vertrauen kann man gut ausnutzen oder sage ich mal, darauf kann man gut aufbauen, um dann halt eben auch die Transformation mitzugestalten. Ja, absolut wichtiger Hinweis. Ich habe heute erst oder gestern oder vor ein paar Tagen erst mal ein Posting gesehen, dass ein Autohändler, der hat einfach, der hat noch Fläche frei gehabt, was ja bei vielen in Zukunft der Fall sein dürfte, wenn der Agenturvertrieb durchgreift und noch kleine Flächen angemietet werden, der seitens der Hersteller, der hat einfach einen Friseur integriert. Ja. Das ist ja auch ein sozialer Anlaufpunkt, halte ich für total sinnvoll. Ja, das finde ich auch spannend, solche Konzepte. Es kommt natürlich dann darauf an, wo das Autohaus gelegen ist, aber wenn es ganz gut, sage ich mal, angebunden ist, klar, warum nicht?

[26:01] Dann kann man da so einen, sage ich mal, Begegnungspunkt halt schaffen, ja, sei es mit Friseur oder vielleicht auch mit einem Bäcker oder vielleicht ist es auch so attraktiv gelegen, dass da irgendwie ein Bistro oder ein Café halt dann irgendwie passt, ja, also ich glaube so, die verschiedenen, also das Silo-Denken muss man, glaube ich, da ein bisschen aufbrechen und es ist, glaube ich, tut dem Handel, glaube ich, auch gut, wenn man da so ein bisschen über seinen eigenen Tellerrand hinausschaut und halt irgendwie sieht, was kann man denn mit den Flächen, die man hat, vielleicht noch zusätzlich halt dann machen. Absolut. Vorhin hast du schon, ich sage mal, Energie, Energie, Wirtschaft, Automobil, so ein bisschen ins Spiel gebracht. Welche Entwicklungen und gegenseitige Einflüsse siehst du da, also zu Hause Laden und so, das ist ja alles klar, aber was, was, was ist denn da so noch los?

[26:52] Ja, also Themen, die da gerade diskutiert und bearbeitet werden, sei es von OEMs, teilweise auch schon vom Handel oder dann auch Startups, ist ja wirklich so, wie kann ich denn eigentlich meine Energiekosten für eben Fahrzeugladung, aber auch für die Haushaltsnutzung dann minimieren und ein Thema ist natürlich dann sowas wie halt PV-Anlage. Das wird natürlich dann auch wieder im regionalen oder im ländlichen Raum mit, wo, sage ich mal, wahrscheinlich die Einheimquote höher ist, relevanter. Das ganze Thema dann vielleicht noch Vernetzung mit einer Ladepumpe, Entschuldigung, mit einer Wärmepumpe und natürlich auch mit der Ladeinfrastruktur, mit der Wallbox. Das sind dann natürlich so Themen, die gerade bei EV-Fahrzeugnutzern oder Besitzern dann immer relevanter werden. Und aus meiner Sicht, das ist natürlich auch dann ein Bereich, der für den Handel attraktiv ist oder wo der Handel sich dann auch vertikalisieren kann oder dann differenzieren kann und da halt dann entsprechend mehrere oder neue Revenue-Streams aufmacht, weil letztendlich man, wir haben heute das Vertrauen, dass dir und anderen ein Auto verkaufen, einen Wert von irgendwie 50.000 plus minus bis halt wahrscheinlich irgendwie 100.000 so zum Schnitt oder sowas.

[28:12] Und dieses Vertrauen können sie ja dann auch einfach nutzen und die Expertise in Bezug auf dann Beratung und in so neue Verticals dann eben reinzugehen. Und da auf der einen Seite für sich halt dann das Geschäft zu stärken und auf der anderen Seite dann eben auch den Kunden, den Nutzern, sage ich mal, mehr Dienste aus einer Hand dann zu bieten. Weil letztendlich ein EV-Besitzer, der hat wahrscheinlich auch keine Lust, dann irgendwie zu zehn Unternehmen zu rennen und dann alle Bestandteile einzeln einzusammeln, sondern wenn er halt dann da einen Anlaufpunkt hat, bei dem er das Auto kauft, der vielleicht dann auch noch in Bezug auf Heimenergiemanagementsysteme und so weiter da irgendwie aussagekräftig ist und ein guter Partner ist, why not? Ja, dann spart er sich da viel Wege, viel, sage ich mal, Komplexität und kriegt halt dann eigentlich mehr aus einer Hand. Und das ist halt dann auch wieder Win-Win für beide, ja, einerseits für die, die halt das EV dann nutzen wollen und fahren wollen und ihre Kosten minimieren wollen und auf der anderen Seite dann eben auch für den Handel und die Player in dem Bereich, die halt dann da einfach unabhängiger werden können vom Auto und sich da einfach diversifizieren müssen oder diversifizieren können.

[29:24] Ist ja auch so, wenn ich so drüber nachdenke, es gibt nicht viele Autohäuser oder Handelsgruppen, die das so in einer richtigen Power umsetzen. Also es gibt ja welche, die haben inzwischen, ich sage mal, ein zweites Unternehmen mit ein paar Angestellten. Die sind dann der Elektriker, die kümmern sich um die Solaranlage, um die Wallbox, dass sie angebracht wird, also die Gewerke, die Handwerke daneben. Und die, die das konsequent machen oder also schon vor ein paar Jahren begonnen haben, die sind super happy. Also die haben diesen Revenue-Stream neben dem normalen Absatz halt echt schon aufgebaut. Viele, ich habe das Gefühl, andere trauen sich da nicht so ran, weil es ist ja auch nicht ganz unaufwendig, das Thema. Aber halt eine Chance.

[30:11] Ist eine Chance und man kann es ja auch abschichten. Man kann ja auch zum Beispiel sagen, okay, man will vielleicht noch nicht gleich von Anfang an all in gehen und das Team an Elektrikern und so weiter aufbauen, eine neue Firma halt irgendwie gründen. Vielleicht geht man erstmal eine Partnerschaft ein mit jemandem, der dann eben die Expertise hat in der Konzeption, Installation von den Heimenergie-Systemen. Und wenn man halt dann sieht, okay, das funktioniert, da ist irgendwie Musik drin, das macht Spaß, dann kann man ja immer, sag ich mal, mehr und mehr Wertschöpfungsschritte nach intern ziehen und so damit dann halt wachsen. Ja, also ich glaube, da ist halt einfach the secret einfach zu starten, auf einem Level zu starten, mit dem man sich wohlfühlt und von da aus dann halt einfach zu lernen und dann sich weiterzuentwickeln.

[31:02] Sprechen wir über den Vertrieb von Fahrzeugen. Bei fast allen Herstellern ist ja der Agenturvertrieb konkret in Vorbereitung. Welche Optionen hat der Handel im neuen System? Protestieren oder verweigern? Also ganz plakativ.

[31:23] Ich glaube, protestieren und verweigern bringt beides nichts. Meine Empfehlung ist da, also wegdiskutieren und verhindern kann man es nicht mehr. Man muss sich halt dann eben aktiv darauf einstellen, einmal eben auch durchrechnen, was bedeutet es denn eigentlich für Einheitsunternehmen, welche Stellschrauben hat man vielleicht noch intern, die man eben optimieren kann, um da halt dann die Situation für sich halt dann auch so auszurichten, dass es halt nachhaltig ist und dann was eigentlich gerade, was wir schon besprochen hatten, halt eben zu schauen, okay, was gibt es für, wenn es nicht reicht, zusätzliche Revenue Streams, die man halt dann eben erschließen kann, um da halt dann für das nachhaltige Überleben des Unternehmens halt dann zu sorgen, kommen wir eigentlich wieder auf den gleichen Punkt zurück.

[32:14] Man muss halt da als Händler wirklich unternehmerisch tätig sein und dann da auch die Passion an den Tag legen, den Veränderungswillen, weil verhindern kann man es nicht. Der Wandel wird kommen. Wenn man protestiert oder es verweigert, dann hat man, glaube ich, recht schnell das Nachsehen, sondern man muss halt einfach gucken, wie kann man da das Beste für sich draus machen. Und die ganze Mobilitätsindustrie, Automobilindustrie ist im Wandel. Dass da der Handel von verschont bleibt, ist eine Utopie. Also ich glaube, da hat man überhaupt keine andere Wahl, als da sich proaktiv darauf einzustellen und das Zepter selbst in die Hand zu nehmen und für sich die Situation zu gestalten.

[33:03] Und der Handel hat ja noch, muss ich beinahe sagen, oder sage ich einfach mal, hat ja noch auch wirklich was ganz Großes in der Hand. Der hat ja die Kundenbindung, die Kundenbeziehung ja noch in der Hand. Und wenn man jetzt, ja, wir sind auf dem Schritt in die Elektromobilität, es gibt auch noch ganz viel Verbrenner da draußen, die wird es auch noch lange geben, sprich After Sales, Kundenbindung, Lifetime. Und das wird noch lange ein sehr gutes Geschäft sein, muss man sich aber halt auch darauf einstellen und es tun. Ja, ich meine auch ein EV-Besitzer, der wird wahrscheinlich das Bedürfnis haben, mal mit einer Service-Person zu sprechen oder sich Rats von Experten vor Ort zu holen, aber nicht unbedingt vielleicht irgendwie über Chats oder andere digitale Kanäle.

[33:48] Ich glaube auch im EV-Bereich ist da auch durchaus Potenzial zu holen für die Händler, sich als, sage ich mal, vertrauensvoller Partner bei allen Problemen, die man vielleicht hat, dann zu positionieren. Und ja, man muss sich da auch wieder einfach aktiv drauf einstellen, das aktiv vorbereiten. Und dann kann das, glaube ich, auch funktionieren.

[34:13] Kommen wir schon zu zweieinhalb Abschlussfragen. So mit deinem persönlichen Wissen so aus der Branche allgemein, aber jetzt nochmal so deutscher Autohandel. Goldene oder düstere Zeiten? Was ist so deine Prognose? Also ich würde so sagen eher in der Mitte. Also wie gesagt, ich glaube, der Autohandel wird sich ändern, muss sich ändern. Der Autohandel bleibt nicht verschont von der Transformation im Automotive und Mobility-Segment. Ich gehe auch davon aus, dass nicht alle Autohäuser, Handelspunkte und so weiter überleben werden, sondern dass man da auch einfach eine Konsolidierung hat, was, glaube ich, auch für manche halt auf jeden Fall schmerzlich ist, aber für das Gesamtsystem dann doch wieder positiv.

[35:06] Und ja, also ich bin da, ich glaube, der Änderungsschmerz ist immer da. Es tut weh, was zu ändern. Ich verstehe da teilweise dann auch die, sage ich mal, Beschwerden, die kommen oder die negative Stimmung. Aber ich sehe das weiterhin, sage ich mal, positiv, dass der Autohandel hat einen Mehrwert für die gesamte Automobilindustrie. Man sieht es ja jetzt auch wieder bei den neuen Marken, die ja dann irgendwie reinkommen, die dann versucht haben, ja okay, ohne Autohandel irgendwie zu starten oder ohne physische Touchpoints zu starten. Das hat meines Wissens bei keinem bisher so funktioniert. Von dem her, ich bin da eher positiv, genau, gestimmt. Aber es sei natürlich klar, der Änderungsdruck ist vorhanden und das muss sein Bewusstsein. Also eher Chancen.

[35:54] Eher Chancen. Ein ganz bisschen mehr positiv. Genau, auf jeden Fall Chancen, ja. Okay. Jetzt kommt so die klassische Abschlussfrage hier in meinem Podcast. Da ich aber glaube, dass du da schon so Erfahrungen gemacht hast, muss ich es ein bisschen eingrenzen. Wann sitzt du das erste Mal einem komplett autonomen Auto hier in Deutschland? Du rufst irgendwie ein Auto, bestellst irgendwie ein Auto, setzt dich rein, sagst, wo du hin möchtest, machst die Zeitung auf und lässt dich von zu Hause zur Arbeit fahren. Also meine persönliche Überzeugung ist, es wird noch Jahre dauern. Heute hat man ja noch keine autonomen Fahrzeuge auf der Straße. Die, sag ich mal, neuesten Ankündigungen sind ja so 2026 plus.

[36:40] Da bin ich aber auch noch, sag ich, eher skeptisch. Ich würde eher sagen, so in Richtung 2030 wird das vereinzelt der Fall sein in Deutschland. Bis man das hier bei uns in Teltow-Dingen in den Genuss kommt, das wird wahrscheinlich dann nochmal etwas länger dauern. Okay. Du hast aber schon Erfahrung mit autonomen Autos gemacht, oder? Ich habe schon Erfahrung mit autonomen Autos gemacht, genau. Ich war schon in den, sag ich mal, frühen Anfängen mit dabei, um dann Autonome oder die Autonomen eher geschimpft wurden, Shuttles auf die Straße zu bringen an verschiedenen Standorten in Deutschland. Genau. Und das ist ja, wie man auf LinkedIn sieht, auch ein Thema, mit dem ich mich sehr intensiv dann auch beschäftige, was ich sehr intensiv dann verfolge und begleite.

[37:28] Von dem her ist mir da, sag ich mal, habe ich da, glaube ich, einen ganz guten Überblick auf. Okay. Ja, Augustin, ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und von der OMR-Bühne runtergekommen bist, um mit mir einen Podcast aufzunehmen. Das werden auch einige Leute hören, ganz klar, ob das so viele sind. Das wird sogar so viele sein, wie nachher auch bei der OMR. Also von daher haben wir heute auch wieder von dir partizipieren können, von deinem Wissen. Herzlichen Dank. Ich danke dir, Tim, für die Einladung. Und genau, es freut mich, wenn ich über deinen Podcast mehr Leute erreiche. Es muss nicht immer die große Bühne sein. Genau, wenn bei dir, bei deinen Zuhörern jemand Interesse an einem Austausch hat.

[38:14] Ich glaube, auf LinkedIn bin ich ganz gut zu finden. Oder vielleicht, weiß ich nicht, verlinkst du mich auch in den Shownotes. Auf jeden Fall. Da ist meine Inbox auch für jeden offen, der Interesse an konstruktiven Austausch hat. Das macht mir sehr viel Spaß. Ich antworte da auch immer zurück. Und genau, wenn ich da jemandem helfen kann, sehr gerne. Cool. Deine Inbox ist jetzt auch für mich offen, das weißt du. Ich habe auch immer wieder Fragen und dann komme ich einfach auf dich zu. Super, machen wir so. Okay, ja, herzlichen Dank. Da sind wir mit dem Podcast für heute durch und am Ende. Und ja, ich hoffe, es hat euch gefallen und es geht bald weiter. Und wir beide, Augustin und ich, sagen Tschüss und macht's gut. Tschüss zusammen.
