# Teil 1 mit Manuel Wendt, Geschäftsführer Caravan-Wendt und SYSCARA

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/benzingespraeche/94-teil-1-mit-manuel-wendt-geschaeftsfuehrer/
Reihe: Benzingespräche
Folge: 94
Datum: 17.07.2023
Dauer: 33 Min
Gäste: Manuel Wendt

## Worum es geht

Erfolgreicher Caravan-Handel in 2. Generation Manuel Wendt - Erfolgreicher Caravan-Handel in 2. Generation. Allein dies ist schon eine Story. Und weil es neben diesem Thema noch etliche weitere gibt, ist dies nur Teil 1! Der Handel mit Caravans seit einigen Jahren mehr als angesagt im Autohandel - versprechen doch Reisemobile sehr gute Renditen! Wie beurteilt Manuel diesen Trend? Ist dies Geschäft ein Selbstläufer? Welche Risiken gibt es? Auch sprechen wir allgemeiner über die Marktlage im Bereich der Reisemobile im Kontext Corona, verändertem Reiseverhalten und der Nachhaltigkeit dieses Trends. Stimmt es zum Beispiel, das sich die Preise für Reisemobile seit 2020 um gut 60% erhöht haben? Alle Fragen dazu werden von Manuel beantwortet, denn er kennt sich aus: zählt Caravan-Wendt doch zu den größten Caravan-Händlern Deutschlands! Links: Manuel Wendt auf LinkedIn: [www.linkedin.com/in/manuel-wendt-3951951b8/](https://www.linkedin.com/in/manuel-wendt-3951951b8/) Unterstützt durch: CARAVANA.de: Die neue Plattform, die sich vollkommen und exklusiv auf den Verkauf von neuen und gebrauchten Wohnmobilen und Wohnwagen fokussiert. [www.caravana.de](https://www.caravana.de)

## Links aus der Folge

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## Gespräch als Text

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[00:00] Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content Creator und freier Automarketingberater. Bevor es nun losgeht, ein kurzer Boxenstopp bei meinem starken Partner für diese Folge.

[00:54] Caravana. Mit Caravana gibt es endlich eine Plattform, die sich vollkommen und exklusiv auf den Verkauf von neuen und gebrauchten Wohnmobilen und Wohnwagen fokussiert. Egal ob Einsteiger oder Profi, mit den cleveren Tools von Caravana findest du ganz schnell das passende Fahrzeug bei über 200 ausgewählten Händlern und nimmst direkt Kontakt zum Verkäufer auf. Finde deine Freiheit, jetzt unter www.caravana.de Herzlich Willkommen zurück bei den Benzingesprächen und heute wieder mal mit einem spannenden Gast und der hat auch ein spannendes Unternehmen im Gepäck und zwar ist heute der Manuel Wendt zu Gast, Geschäftsführer von Caravan Wendt. Hallo Manu. Hallo Tim. Guten Morgen. Ja, für alle, ich habe ja so Hauptzielgruppe ist ja schon so eher die Autobranche. Dein Metier, wenn man das so formulieren möchte, hat definitiv auch mindestens vier Räder. Könnten ja auch mal sechs sein, glaube ich, oder? Ja, gerne mal auch mal sechs.

[01:58] Ihr seid Caravan Händler. Das ist jetzt so hier in meiner Branche ja auch so ein Thema. Spätestens seit Corona haben ja so einige im Autohandel auch das Geschäft mit Caravans entdeckt. Ganze Schiff in der Reisewelt durch Corona, die ganzen Einschränkungen und ihr seid ja nicht erst seit Corona da, sondern ihr habt eine sehr lange Historie und ohne da viel vorweggreifen zu wollen, den Trend habt ihr sicher auch als alteingesessener Caravan Händler genau beobachtet, oder? Ja, natürlich. Also wir müssen natürlich als großes Unternehmen, haben wir eine Verantwortung für viele Mitarbeiter und da musst du jeden Trend und musst die ganze Marktentwicklung ja permanent im Blick haben. Und da hat natürlich auch das Thema rund um Corona und die Folgen eine sehr wichtige Rolle in den letzten Jahren für uns gespielt.

[02:47] Ist das, also wie siehst du das, dass, ich sag mal, also vermeintlich ist ja so ein Fahrzeug, ein Spezialfahrzeug oder Autohändler haben ja auch schon, ich sag mal, Umbauten gemacht für Handwerker und Co. Das ist ja vielleicht gar nicht so weit weg. Ist denn das Caravan-Business für einen Autohandel, wie siehst du das? Und auch auf einmal mit so einem Nachdruck, dass sie gesehen haben, oh, da kann man ja Geld verdienen. Wie siehst du das? Auch das haben wir natürlich verfolgt. Das Thema ist halt mit dem Geldverdienen, dass bei uns die Rechnung ein bisschen anders gemacht wird. Man hat natürlich am Fahrzeug selbst vielleicht ein bisschen mehr Marge, weil die Werte einfach höher sind. Aber unterm Strich in einer normalen Zeit ist es halt so, dass du viel Geld auch zurücklegen musst oder viele Einnahmen zurücklegen musst für die ganzen Gewährleistungsthemen, für die Themen, die so drumherum sind.

[03:40] Wir handeln ja hier mit Luxusgütern, keinen Gebrauchsgütern. Und da hat der Kunde eine ganz andere Erwartungshaltung. Und da musst du dann auch manchmal und nicht nur manchmal, relativ oft auch, da noch viel beipacken, damit es dann eben zu dem Erlebnis wird, was der Kunde erwartet. Und ja, da gehört einfach ein bisschen mehr dazu, als nur das Fahrzeug so zu verkaufen. Ja, ich glaube auch, dass einige Händler das schmerzhaft erlebt haben oder erleben, dass es halt nicht nur, hey, ich verkaufe jetzt einfach mal ein Fahrzeug mit viel Marge und dann raus und weiter. Aber, nee, lass uns erstmal, pass auf, wir machen ja in meinem Podcast, haben wir immer so zwei Segmente, Blick in den Rückspiegel und dann Fernlicht in die Zukunft. Und das würde ich jetzt auch mal so beginnen.

[04:25] Blicken wir in den Rückspiegel mit deinem Werdegang. Du bist im Baujahr 1990, bist verheiratet, hast zwei Kinder, du bist gebürtig aus Grabo, lebst auch wieder dort, so zur Einordnung, das ist südlich von Schwerin. Und du sagtest gerade noch so schön, zieht man zwischen Hamburg und Berlin eine Gerade, genau in der Mitte, da seid ihr. Du bist so seit 2003 selber so mit Webdesign und Webentwicklung unterwegs, für euch selber aber auch im Auftrag. Du hast ein duales Studium gemacht, International Business, inklusive einer Praxiserfahrung bei Detlefs 2008 bis 2011. Danach warst du noch ein Jahr im Online-Marketing bei denen tätig. Und seit 2012 bist du quasi zurück in die Heimat als Geschäftsführer bei Caravanvent in eurem Unternehmen bis heute.

[05:12] Das war dir anscheinend nicht so richtig genug, weil du hast daneben noch die Syscara gegründet. Das muss man so ein bisschen erklären, da kommen wir vielleicht auch noch drauf. Das ist ein CRM, DMS, aber speziell für Caravanhändler, weil das ja doch ein etwas anderes Business ist. Und das hast du 2009 selber gegründet und das ist auch noch aktuell am Start.

[05:35] Ja, da haben deine Eltern ein Unternehmen für den Verkauf von Caravans. Und dann machst du, fällt dir nichts Besseres ein, als eine Ausbildung in der gleichen Branche zu machen und danach auch ins Familienunternehmen einzusteigen. War das immer klar für dich? Nein, also es war nicht immer klar. Auch wenn man das vielleicht von außen her, wird mir das oft nachgesagt, oder es ist natürlich naheliegend, aber klar war das für mich nicht immer. Also meine Eltern, hast du ja gerade schon gesagt, haben den Betrieb 1990 gegründet. Ich bin 1990 geboren, ich habe quasi den Betrieb all die Jahre miterlebt. Ich war dort, ich habe dort gespielt. Ich habe quasi dieses ganze Thema, dieses Segment, diese Fahrzeuge, auch das, wie man damit umgeht und mit den Kunden umgeht, habe ich halt immer miterlebt.

[06:25] Aber dass ich dort dann irgendwann tätig werde, das war für mich nicht zu 100 Prozent klar. Das war immer eine Sache, ja, das kann schon mal passieren. Auch nicht, werden wir sehen. Ich habe ja, hast du ja auch gerade gesagt, relativ frühen Faible für das ganze Thema Programmierung oder auch Webdesign und Design an sich entwickelt. Und habe dort, ja, auch mich so ein bisschen ausgetobt, was man da so alles machen kann. Ob das dann nachher damit arbeiten mit Photoshop waren oder eben die Programmierung an sich, dass man auch so eine Webseite mal komplett selbst gestaltet oder eben ein CMS-System nimmt, was man dann ein bisschen anpasst und umprogrammiert. Und ja, deswegen, ich habe da so einen, auch teilweise in einer ganz anderen Welt war ich aktiv. Und ja, und irgendwann kam dann aber so dieser Punkt, wo du dann gesagt hast, okay, jetzt musst du irgendwas machen, jetzt hast du dein Abi gemacht, jetzt musst du doch mal irgendwie weitergehen und irgendwas weitermachen.

[07:20] Und ich hatte mich damals auch in der Tat auch parallel auch bei anderen Unternehmen beworben als bei Detlas. Detlas ist ein Hersteller von Wohnmobilen und Wohnwagen. Zum Beispiel war ich beim Assessment Center in Stuttgart bei IBM und habe da eine ganz andere Erfahrung auch mal gemacht, wenn du so quasi Nobody bist und dann zwischen zehn anderen sitzt, die auch unbedingt dieses Studium haben wollen. Und gut, das hat damals nicht geklappt. Jetzt im Nachhinein bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. So konnte ich meine ganzen Entwicklungsprogrammierungen für mich behalten. Du wirkst auch nicht gerade unglücklich in dem, was du tust. Nee, ich habe mittlerweile, nicht mittlerweile, schon sehr lange festgestellt, dass diese Branche einfach sehr, sehr toll ist und den Kunden am Ende des Tages ein Luxusgut zu verkaufen, womit sie ihre Freizeit verbringen können und einfach viele tolle Erlebnisse haben können, das ist halt das, was einfach Spaß macht.

[08:16] Und klar, man setzt sich dann auch irgendwo dann als Ziel, dass das dann auch immer so ist. Ja, wie das dann so läuft auch so ein bisschen im Leben, dann gehört auch ein bisschen vielleicht noch ein Zufall zu, dass du da nicht genommen wurdest und dass das dann, also dann läuft das halt so. Und dann ist man dann da, wo man auch dann landet. Genau.

[08:39] Caravan Vent, da muss ich ganz kurz auch einen Einschub machen, weil als wir uns kennenlernten, dachte ich, also ich bin ja kein Camper, also ich habe da nicht so einen großen Bezug zu. Es gibt aber auch, ihr seid ja ein Händler, ihr seid kein Hersteller, das muss man vielleicht nochmal ganz kurz, weil es gibt ja einen Hersteller, der so ähnlich heißt wie ihr. Ich glaube, Fendt? Fendt Caravan, genau. Mit F, ne? Mit F, genau. Genau, und ihr seid mit W, Fendt. Also das nur mal ganz kurz, wenn jetzt jemand während der Autofahrt vorhin vielleicht eine grün-gelb-rot-faserne Ampel hatte und nicht genau zugehört hat, das kommt ja schon mal vor. Wir reden also nicht über den Hersteller, Fendt, wo der Manu Geschäftsführer ist, sondern über einen sehr, sehr großen Caravan-Händler. Fendt. Ja, ein besonderes Unternehmen. Wir haben uns kennengelernt und du bist auf jeden Fall nicht derjenige, der so durch die Gegend läuft und sagt, hey, hier, ich trommel auf der Brust und was machen wir ja alles.

[09:31] Das muss man ja erstmal so ein bisschen entdecken. So ging es mir zumindest. Ich bin da mal ganz offen.

[09:37] Und dann, wie gesagt, ich bin kein Camper und kann das nicht so richtig alles so zuordnen. Deswegen, ihr seid einer der größten Caravan-Händler Deutschlands mit. Du hast letztens auf die Frage sehr witzig geantwortet. Da fragte dich jemand, welche Marken habt ihr denn? Und du so, ja, alle. Und derjenige so, hey, nee, sag mal, welche Marken habt ihr denn? Und du so, ja, alle. Das hatte für mich echt komik. Also, aber es ist so, ne? Ja, es sind nicht alle Marken. Also, alle wichtigen, nee, auch Quatsch. Wir haben viele Marken aus der Elvin-Hümer Group. Bis auf eine haben wir da alle. Wir haben auch Hobby und Fendt, die gehören auch zusammen. Da hast du ja gerade gesagt, die sind eher im Wohnwagenbereich stark. Und zudem haben wir noch Concorde. Das ist eine Luxusmarke, die im sehr oberen Premium-Segment angesiedelt ist.

[10:26] Also, so Fahrzeuge, ich sag mal, so grob ab 300, 350.000 Euro. Und so haben wir im Prinzip unser Portfolio von A bis Z aufgestellt. Weil für mich oder für uns war es immer ein großes Thema, dass wir die Kunden nicht verlieren wollen. Die Kunden sind mit uns gewachsen die letzten Jahre. Und da kommt es auch mal vor, dass ein Kunde drei oder vier Fahrzeuge bei uns über die Jahre oder Jahrzehnte kauft. Und die sind meist immer gewachsen. Und irgendwann war dann so Schluss. Und dann sagtest du, okay, jetzt verlierst du den Kunden, weil du dieses eine Produkt jetzt nicht mehr liefern kannst. Und Concorde ist so noch das größte Produkt, was noch so in einer Serienproduktion läuft.

[11:06] Ja, wenn man noch von Serie sprechen kann, aber wo du quasi als Händler noch auftreten kannst. Alles, was danach kommt, sind dann Individualausbauten. Und das macht der Hersteller eh direkt. Und da sind wir dann auch raus. Ja, Concorde. Ich habe letztens auch wieder einen Concorde oder eine, wie auch immer, auf der Autobahn gesehen. Das sind dann schon eher die Fahrzeuge, die mehr als vier Reifen haben, vier Räder haben. Die sind dann schon echt groß. Und da hängen auch gerne mal Boote dran und so. Ja, die gehen nachher dann auch so auf die zwölf Tonnen zu oder noch schwerer. Und da hast du zwar keine Tandem-Bereifung. Also Tandem heißt ja, dass zwei Achsen hintereinander sind im hinteren Bereich. Sondern da hast du dann meist eine Zwillingsbereifung. Das sind ja diese typischen LKWs, die dann auch einfach ein bisschen mehr Last auf der Hinterachse haben und das dann auch brauchen.

[11:53] Ja, und neben Concorde und diesen, was ich gerade schon gesagt habe, den Marken wie Hümer, Detlers und so, die zum EHG, Erwin Hümer Group gehören, haben wir dann auch noch Pössl und Globcar. Das sind so bekannte Kastenwagenmarken oder, was man jetzt sagt, Campervans. Und auch das ist ja ein Segment, was in den Jahren viel, viel größer geworden ist und wo wir auch eine entscheidende Rolle mitspielen durch unsere Hersteller. Erzähl uns doch mal ein bisschen was über eure Historie und wo ihr heute mit dem Unternehmen steht.

[12:27] Ja, wir wissen ja, dass 1989 die Mauer gefallen ist. Und am 1. Juli 1990, da war die Währungsunion. Da wurden die beiden Währungen der beiden Länder zusammengetan. Und meine Eltern hatten dann sich gedacht, Mensch, lass uns doch mal ein Unternehmen gründen. Und dann am 2. Juli 1990 haben sie dann die Firma gegründet. Damals noch zwischen zwei Häusern in so einer Häuserlücke. Da ist heute eine Apotheke.

[12:54] Aber in diese Häuserlücke haben irgendwie nur zwei oder drei Fahrzeuge gepasst. Und das war schnell klar, dass das nicht reicht. Und dann sind wir, oder sind sie, nicht wir, ich war vielleicht sogar dabei im Kinderwagen. Sind sie dann die Straße oder die B5 damals entlang gefahren. Ja, das ist ja, die B5 verbindet ja Hamburg und Berlin als Bundesstraße. Und ja, ein Dorf weiter, da war dann Kremin. Und in Kremin, da sollte ein großer Gewerbepark entstehen. Mit Golfplatz und Hoteln, allen drum und dran. Naja, 33 Jahre später sind wir das Gewerbegebiet dort. Und es war aber nach wie vor einfach ein toller Ort. Also das hat einfach gut gepasst damals, glaube ich. Was ich so vom Hörensagen mitbekommen habe.

[13:43] Und ja, dann haben wir dort angefangen, haben sie da einen kleinen Bereich abgesteckt mit Zaun, haben angefangen mit Fahrzeugen zu handeln und so peu a peu. Und ich glaube auch durch die Art und Weise, wie meine Eltern das von Anfang an gemacht haben, dass sie eben sehr, sehr nachhaltig gehandelt haben. Und mit nachhaltig meine ich eben, dass der Kunde immer versucht wurde, glücklich zu stellen und dass man über alles geredet hat. Und ja, dieses Menschliche, das hat immer eine sehr wichtige Rolle mit den Mitarbeitern, aber auch mit den Kunden gespielt. Und ich glaube, dass es deswegen möglich war, hier auch mitten auf dem Land, also wir sind ja wirklich hier mitten im Nirgendwo, so zu wachsen. Und das ist auch wirklich sehr organisch gewachsen, jedes Jahr ein bisschen mehr. Man hat dann irgendwann angefangen, mit den Marken zu handeln. Das war natürlich auch nicht einfach damals. Nach der Wende war ja gar kein Geld da.

[14:29] Das musste man sich ja alles erstmal erarbeiten und auch irgendwo einen Stand erarbeiten, dass man dann auch mal so einen Herstellervertrag bekommen hat. Und dann kam als erste Marke, war es damals Hobby mit den Wohnwagen. Und dann 97, 98 kam dann Hümer mit Wohnmobilen dazu. Ja, und so ist das dann so peu a peu immer gewachsen. Dann hatte man immer so, ja, wir bräuchten vielleicht da noch eine Marke und da noch eine Marke. Und was aber immer eigentlich die wichtigste Rolle gespielt hat, waren gar nicht die Produkte von diesen Marken, sondern die Menschen, die man da gehandelt hat. Weil das ist eben das Wichtigste, weil egal welches Produkt du verkaufst, da kann immer mal was sein. Wenn du dann jemanden als Ansprechpartner hast, der sich da nicht drum kümmert oder dem das egal ist, dann kannst du dem Kunden das auch nicht mit gutem Gewissen verkaufen. Und das ist im Prinzip das, warum wir dann nachher so viele Marken hatten.

[15:17] Weil dann waren immer so diese Kontakte auf den Messen und hey, wollt ihr nicht mal das versuchen und das versuchen? Und dann hat man überlegt und ja, komm, dann machen wir das. Dann mussten wir auch, weil das damals zum Beispiel nicht gestattet war, die Marke Hümer und die Marke Detlefs, die ja zum gleichen Konzern gehören, auch damals schon auf einem Handelsplatz zu führen, mussten dann noch eine zweite Firma gegründet werden. So haben wir jetzt heute mehrere Firmen, die mit den Produkten handeln. Und damit das überhaupt alles so möglich war. Stichwort Mitarbeiter. Also es waren zwei Mitarbeiter und ein Kinderwagen im Endeffekt am Anfang. Wo steht ihr da heute?

[15:54] Heute haben wir 115 Mitarbeiter. Wir haben Ende letzten Jahres noch einen zweiten Standort akquiriert. 40 Kilometer von uns weiter. Da sind vier Mitarbeiter. Das ist ein kleinerer Standort, aber hatte jetzt strategisch ganz gut gepasst. Und wir haben uns mit der Familie da super geeinigt. Die arbeiten da auch noch weiter. Ja, und in Kremin und bei uns in Grabo haben wir auch noch eine große Werkstatt. Da sind wir insgesamt mit allem zusammen dann 115 Mitarbeiter. Und ja, ich habe so gemerkt, je mehr Mitarbeiter man hat, desto mehr Themen kommen auch auf dich zu. Und irgendwann merkst du so, hey, du willst ja, dass jeder glücklich ist. Und das ist ja wichtig, damit das Unternehmen auch funktioniert. Und dann haben wir dann auch irgendwann gesagt, okay, wir brauchen Personalleitung.

[16:39] Wir brauchen jemanden, der sich ums Personal auch noch neben uns kümmert. und haben dann jemanden eingestellt. Und ja, so war das dann auch möglich, dass wir überhaupt zu dieser Menge an Personal jetzt kommen. Ist für viele Zuhörer wahrscheinlich dann auch. Ja, die haben wahrscheinlich auch mehr. Ich kenne ja auch viele Autohäuser, die haben 400 oder 600 Mitarbeiter. Das gibt es genauso. Wir machen das hier so auf unsere Weise. Und das funktioniert sehr gut. Das ist genau das Richtige, auf seine Weise das zu machen. Und wenn das erfolgreich ist, ist es genau richtig. Und da braucht man keine Rezepte von anderen in der Vergleichbarkeit. Also, sag uns doch mal, wie viele Fahrzeuge verkauft ihr im Jahr? Ja, das ist stark schwankend. Wir konnten über Corona nur wesentlich weniger Fahrzeuge verkaufen.

[17:27] Sind jetzt aktuell so bei 1.500, 1.600 Fahrzeugen vor Corona. Und ich denke mal, dass man da auch nochmal wieder hinkommen kann. Da waren wir über 2.000. Wow, okay. Ja, das ist aber schon echt eine, ich wusste gar, also wir haben es gar nicht abgesprochen. Die Frage war jetzt so mein Interesse. Weil Stückzahlen sind für Autohändler immer, dann können die immer so ganz gut einsortieren. Weißt du? Deswegen wollte ich das mal wissen. Zwischen zwei Häusern gegründet, wie groß ist denn euer Unternehmen da? Du hast auch gerade schon von der eigenen Werkstatt und so gesprochen. Ich glaube, oder wie groß ist die Ausstellung? Wie viele Fahrzeuge habt ihr immer so grob in der, also wirklich am Ort? Und wie groß ist das Gelände? Wenn wir bei Kremin bleiben, also unseren Hauptstandort, wo auch das meiste stattfindet, da haben wir 40.000 Quadratmeter.

[18:18] Und es hängt natürlich auch damit zusammen, unsere Produkte sind ziemlich groß, also nicht vergleichbar mit dem Pkw. Da nehmen wir ein paar mehr Quadratmeter ein, zumal man da ja auch viele Seitenklappen noch hat, die man dann auch öffnen muss. Das heißt, die Fahrzeuge stehen auch ein bisschen weiter auseinander. Und ja, die stehen relativ voll. Da haben wir aktuell so um die 600 Fahrzeuge vorrätig, die man sich ansehen kann, anfassen kann. Das ist ja auch immer so ein wichtiges Thema bei uns. Gucken, wie die Platzverhältnisse sind und so weiter. Und ihr habt auch eine komplette eigene, wahrscheinlich große Werkstatt? Ja, wir haben sogar mehrere Werkstätten, weil das über die Zeit immer gewachsen ist. Man hat dann mal was angebaut und vergrößert und ich sage ja, organischer Wachstum, das ist jetzt nicht so auf dem Reißblatt entstanden.

[19:04] Und dadurch haben wir so mehrere kleine Satellitenwerkstätten, die man dann immer ein bisschen logistisch gut beliefern muss. Und Werkstattarbeitsplätze haben wir um die 30 aktuell. Muss ich mir das auch so vorstellen, in so einem Durchlauf wie in einem Autohaus, dass da wirklich jeden Tag da Durchlauf ist? Also ich kann das halt überhaupt nicht vergleichen mit diesen Fahrzeugen. Oder ist, wenn so ein Fahrzeug kommt, viel länger bei euch im Service oder was weiß ich? Das ist zum Beispiel einer der wichtigen Unterschiede zur Pkw-Branche. Bei uns sind die Fahrzeuge in der Regel länger da. Also es gibt natürlich Kunden, die kommen morgens, die lassen den Wagen dann den Tag über in der Werkstatt, weil wir dann ein paar Sachen prüfen oder vielleicht einen Anbau machen. Dann bleibt der nur an dem Tag da, aber die meisten Kunden lassen ihre Fahrzeuge dann da, weil die einfach diese Reparaturen oder auch die Einbauten doch langwieriger sind.

[19:56] Wir haben in unserer Branche leider noch sehr wenig Dokumentation. Das heißt, viel ist dann eben mit Suchen und Finden verbunden, was viel Zeit kostet. Die Rüstzeiten sind auch länger, weil die Fahrzeuge einfach auch größer sind. Und dadurch hast du insgesamt einfach mehr Zeit, die du an so einem Fahrzeug dann auch verbringst. Und du brauchst halt unheimlich viel Wissen. Wir verkaufen ja hier keine Autos, wo vielleicht am Motor oder Getriebe mal was ist oder an so einem Fensterheber. Bei uns sind das ganze Häuser. Das heißt, du hast unter dem Strich, da kann das über die Wasseranlage, über die Elektroanlage sein. Dann kann irgendwas sein mit der Heizung. Kann aber auch was mit dem Fahrzeug da drunter sein. Also kann auch trotzdem was mit dem Motor oder Getriebe sein. Und da brauchst du einfach unheimlich viel Know-how, viele, ich sage mal, viele verschiedene Werke oder Fachabteilungen, die sich mit diesen ganzen Themen auskennen.

[20:53] Und das zu bündeln, das zu schulen, ist halt auch ein Riesenthema. Ja, spannend. Ich habe irgendwo in eurer Historie auch gesehen, ihr habt auch eigene Sondermodelle aufgelegt. Also es gibt auch das Vend-Sondermodell oder sowas? Ja, es gibt die Vend-Edition-Modelle. Das ist vor ganz vielen Jahren mal entstanden, weil wir gesagt haben, okay, wir verkaufen ja eigentlich in der Regel hier kein Detlers oder Hymer, sondern wir verkaufen ein Caravan Vend, ein Fahrzeug von Caravan Vend. Und unsere Marke stand immer im Mittelpunkt und immer im Fokus. Und der Kunde sollte, wir haben ja auch viele Kunden, wie gesagt, die auch mal wechseln. Und die wechseln auch zwischen den Marken. Die sind da gar nicht so markenaffin, wie das vielleicht in anderen Branchen ist. Und da haben wir dann irgendwann angefangen, okay, dann lass uns doch auch mal eine eigene Vend-Edition machen, wo der Kunde dann sagen kann, hey, ich habe jetzt hier so ein richtig geiles Fahrzeug.

[21:44] Da haben wir dann so ein Logo auch entworfen und so einen Edelstahl-Aufkleber, der dann auf den Fahrzeugen dann auch drauf war. Die Produkte hatten dann auch spezielle Vorteile, Preisvorteile, worüber der Kunde dann auch einfach dieses Komplettpaket dann bekommen hat. Und aufgrund der schlechten Lieferperformance der letzten Jahre konnten wir die gar nicht mehr machen, die Produkte. War auch kaum möglich, weil du letztendlich mit den wenigen Produkten, die du bekommen hast, vom Hersteller ja irgendwo auch mehr Marge erzielen musstest, damit du den ganzen Kostenapparat decken kannst. Wir werden jetzt aber wieder anfangen, wo wir jetzt merken, okay, Bestände gehen wieder hoch. Ich habe ja gerade gesagt, wir haben schon wieder 600 Fahrzeuge. Während Corona waren wir teilweise auf 200 runter. Jetzt haben wir wieder Fahrzeuge da, jetzt können wir solche Aktionen wieder fahren. Und das wird jetzt wieder losgehen, dass wir auch unsere eigenen Sondermodelle wieder forcieren, um auch einfach wieder unsere Marke hervorzuheben.

[22:36] Waren, also eine komische Frage, waren Caravans immer schon Selbstläufer? Oder war das, weil viel im Autohandel, ich habe so den Eindruck, dass viele Autohändler so Caravans so ein bisschen als Rettungsanker, zumindest für eine Zeit in den letzten Jahren so gesehen haben. Und das hört sich immer so an, so, ja, wir machen ins Caravan, super. Das hört sich sehr einfach an, das hört sich nach Selbstläufer an. Sind Caravans Selbstläufer? Ich frage den Fachmann. Nein, nein, sind sie nicht. Also sind sie bei Weitem nicht, weil da hängt einfach so viel dran. Nochmal, das sind ja Luxusgüter, keine Gebrauchsgüter. Das heißt, prinzipiell braucht keiner ein Wohnmobilen oder Wohnwagen. Er kann seinen Urlaub auch anders verbringen oder gar keinen Urlaub machen.

[23:23] Eher weniger, aber man kann auch andere Themen machen. Und dieses Selbstläufer oder dieses Image des Selbstläufers, das ist natürlich naheliegend, weil einfach die Dichte an Fahrzeugen über die letzten Jahre ja gewachsen ist. Man sieht mehr Fahrzeuge auf der Straße. Und da ist es natürlich naheliegend, dass man denkt, hey, das muss ja laufen, weil die Leute finden es geil. Das ist total im Trend. Und jeder möchte so ein Fahrzeug haben, weil er sagen kann, hey, ich habe jetzt hier ein Wohnmobil und mache jetzt hier so einen ganz individuellen Freigeisturlaub. Also der Trend ist da, gar keine Frage. Aber als Selbstläufer würde ich es nicht bezeichnen, weil da eben, wie gesagt, viel dranhängt. Du musst, die Fahrzeuge werden ganz anders beraten. Da geht das schon los. Du brauchst einfach Fachpersonal, die diese Produkte kennen, idealerweise auch mit diesen Produkten Urlaub machen, weil ein Wohnmobil oder Wohnwagen verkauft man in der Regel nicht über die Fakten.

[24:14] Da geht es nicht um die Leistung oder um irgendwelche Features, sondern da geht es in erster Linie darum, was kannst du damit machen. Wir verkaufen über die Emotionen und über den Urlaub, den du damit verbringen kannst. Und dafür muss man eingestellt sein. Sicherlich haben wir auch Verkäufer bei uns, die früher mal im Autohandel tätig waren, weil die Produkte dann doch wieder von spezifisch teilweise ähnlich sind. Aber wie gesagt, weniger das Fahrwerk und der Motor spielen eine Rolle, viel mehr der Innenraum und wie das Fahrzeug geschnitten ist und aufgebaut ist. Und wir hatten 2007, 2008, als die Wirtschaftskrise war oder Finanzkrise war, da hatten wir genau die gleichen Probleme wie alle anderen auch. Wir hatten mit Schlag eine extreme Überproduktion, hohe Lagerbestände beim Handel und bei den Werken.

[25:04] Die Hersteller, die wussten sich nicht anders zu helfen, als dann die Fahrzeuge noch mit Rabatten rauszuhauen, während die anderen Händler noch mit den normal eingekauften Produkten da saßen. Und es war überhaupt keine schöne Zeit, weil da sind auch viele Händler dann, die das nicht geschafft haben und auch Hersteller, die das nicht geschafft haben. Einige von den Herstellern gibt es heute wieder, weil diese dann wieder danach wiederbelebt wurden. Und als Selbstläufer würde ich es eben nicht bezeichnen. Auch in guten Zeiten nicht, weil einfach du viel drumherum noch machen musst, was im Nachhinein auch kommt. Das ist eben dann auch nicht nur der Verkauf. Ist denn jetzt die Phase während Corona für euch eher positiv gewesen oder ist das eher auch für euch eine kritische Situation gewesen?

[25:52] Also grundsätzlich war Corona ja gar keine... Also ich glaube nicht, dass es überhaupt für irgendjemand eine positive Situation war. Das müssen wir jetzt einordnen. Also betrieblich. Betrieblich. Betrieblich mal neben dem, dass man natürlich diese ganzen Auflagen dann erfüllen musste und von heute auf morgen man erstmal abschließen musste. Zudem kam noch, dass nach Mecklenburg-Vorpommern keine Einwohner außerhalb des Bundeslandes einreisen durften zu der Zeit. Und wir ja doch sehr überregional tätig sind. War das schon sehr einschneidend im ersten Moment. Danach ging es dann los, hey, diese Urlaubsart ist die einzige, die gerade funktioniert. Wir sind clean, wir sind sicher, was das damals war. Und da war dann der Trend auf einmal geboren, dass es dann hieß, hey, den Urlaub kannst du machen, alle anderen nicht.

[26:38] Und das war natürlich dann Wasser auf die Mühlen für unsere Branche. Und auf einmal konnte man sich natürlich vor Kunden nicht mehr retten. Ist klar, das war eine ganz kurze Phase. Da kam ja dann noch die Mehrwertsteuersenkung gleichzeitig dazu auf 16 Prozent. Und das hat das natürlich extrem angekurbelt. Und dann hast du, so wie du es gewohnt warst, hat deine Fahrzeuge verkauft. Und dann kam aber keine mehr nach. Dann gab es den Chipmangel, dann gab es Produktionsausfälle durch Corona. Das ist ja mal so, dass unsere, wenn wir mal beim Bobo-Bil bleiben, die werden ja meist oder zu der Zeit damals meist auf dem Fiat Ducato aufgebaut. Das ist das größte Chassis. Und wenn dann in Italien das Werk stillstand, weil irgendwas nicht produziert werden konnte. Und in Italien wissen wir, da war Corona doch sehr, sehr stark verbreitet. Da gab es sehr, sehr viele Ausfälle. Dann kommen die Chassis nicht ran.

[27:25] Wenn die Chassis nicht rankommen, können die Werke nicht bauen. Dann schifften die die ganze Zeit das rum, was sie überhaupt haben. Und so entstehen dort Fehler und Probleme. Qualität leidet darunter. Die Fahrzeuge sind teilweise unfertig vom Band gegangen, bis nachher fast jedes Fahrzeug unfertig vom Band gegangen ist. Und wir hatten in den letzten drei Jahren, also alles, was nachher dann 21, sagen wir mal die letzten zwei Jahre, und dieses Jahr eigentlich auch, hatten wir jedes Jahr 60% weniger Ware, als wir hätten gebraucht. Oder als wir im Vorjahr hatten. Und wenn du 60% weniger Ware hast, dann können da so viele Kunden stehen, wie du willst. Du kannst sie nicht bedienen. Was noch erschwerend hinzukam, war, dass wir, wie ich gerade gesagt habe, in 21 und in 20 sehr viele Verträge gemacht haben, weil wir zu der Zeit, da war das Usus bei uns in der Branche, dass du einfach Fahrzeuge verkauft hast, die noch nicht da waren.

[28:23] Du hast einfach Bestellungen gemacht, du hast konfiguriert. Gibt es ja beim Pkw auch. Und dann gab es die Verträge, aber dann gab es die Fahrzeuge dazu nicht mehr. Und dann kam der nächste Schlag, dann Ende, ich glaube, Ende 21 war das, dann ging das auf einmal los mit Preiserhöhungen. Dann haben die Hersteller angefangen, die Preise zu erhöhen. Und da gab es einige Hersteller, die haben sich auch dann, ich sage es mal ganz vorsichtig, nicht fair verhalten und haben dann die Preise nachträglich nochmal erhöht. Du als Händler hast aber schon den Kaufvertrag mit dem Kunden gemacht, aus dem du rechtlich nicht rauskommst. Und das ist bis heute ein Thema, weil teilweise wir immer noch auf Fahrzeuge warten, die ausgeliefert werden sollen. Und ja, dann wird aus diesem Ganzen, hey, du verkaufst Emotionen, du verkaufst Urlaub und alles ist schön und wir freuen uns jetzt darauf, dass wir endlich mal einen richtig geilen Urlaub verbringen können, wird dann Rechtsanwalt schreiben, wo du dich dann mit den Kunden rumstreiten musst, für Sachen, für die du überhaupt nichts kannst.

[29:18] Dann bist du so am Ende der Nahrungskette und ja, in dem Moment musst du natürlich deine Prozesse auch ändern. Wie verkaufst du? Wie machst du deine Vertragsgestaltung denn ab sofort? Wie redest du mit den Herstellern? Und das ist immer nicht ganz einfach, weil du kannst dann auch nicht sagen, hey, lieber Hersteller, hier, das Rechtsanwalt schreiben, leide ich mal direkt an dich weiter. Kümmer dich bitte selbst darum. Weil dann sagt der auch, ja, dann bist du halt die längste Zeithändler gewesen, dann kriegst du gar keine Fahrzeuge mehr. Da sitzen die dann am längeren Hebel. Und das ist eigentlich die schlimmste Zeit, die ich in meinen Jahren jetzt in dieser Branche erlebt habe, weil du die ganze Zeit diesen Mangel verwalten musst. Und ich freue mich gerade, dass wir da rauskommen gerade, dass wir wieder Bestand haben, dass wir wieder den Kunden auch überhaupt beraten können. Das ist das, wo wir herkommen, dass wir eben den Kunden auch die Alternativen bieten können.

[30:03] Wir haben die letzten Jahre, war es dann so, dass der Kunde irgendwas haben wollte. Ja, das hatten wir halt nicht da. Dann nimm doch das. Der Kunde gibt einen riesen Kompromiss ein, gibt aber dafür viel Geld aus. Und du weißt eigentlich schon, ja, das mag vielleicht funktionieren, aber es gibt doch ein paar Kunden, die dann nachher sagen, ja, das war eigentlich nicht das richtige Fahrzeug. Und das ist gar nicht das, was wir wollen. Das ist nicht dieser nachhaltige Effekt, den du haben willst. Du willst einfach, dass der Kunde wiederkommt und sagt, hey, das war die richtige Wahl, du hast mich richtig beraten und das soll auch seinen Freunden erzählen. Und das geht jetzt wieder und deswegen bin ich froh, dass diese Corona-Zeit vorbei ist. Ja, was mir gerade natürlich den Sinn geht, ebbt dieser scheinbar große, ich nenne es mal Corona-Karavan-Trend, ebbt der eigentlich schon wieder ab, dass die Leute sich gesagt haben, ey, Mensch, hier, Karavan, Riesensache, Freigeist, Urlaub hin und her.

[30:52] Jetzt waren sie vielleicht ein, zweimal im Urlaub und haben gemerkt, so, Mensch, ich übertreibe mal, das Hotel auf Malle oder Ibiza ist irgendwie ja doch viel geiler, wenn du nur in den Flieger steigen musst und da wirst du halt bedient. Ja, das ist, also, ab Eppen leicht. Es ist nicht so, dass wir jetzt so einen Bruch wieder drin haben, dass wir wieder da sind, wo wir vorher waren, weil letztendlich diese Urlaubsform doch eine signifikante Wertigkeit erlebt hat und die ist auch nachhaltig und die bleibt auch da. Also, der Trend ist schon noch da. Man sieht das auch auf den Messen. Wir hatten ja Anfang des Jahres jetzt einige Regionalmessen und auch unsere Hausmesse, die Publikumsmenge, die war enorm. Also, die Messen waren ausverkauft, die waren belebt, da waren sehr viele Menschen auch unter der Woche.

[31:37] Nur die haben, viele haben nicht gekauft, weil wir mittlerweile auf einem Preisniveau sind. Wir haben teilweise Preissteigerungen von Anfang 20 bis heute von 60 Prozent, 50 Prozent, 40 Prozent. Das sind ganz extreme Geschichten, die es halt für viele dann auch nicht mehr möglich machen, so ein Fahrzeug zu kaufen. Also, wir haben viele Kunden, die, wie ich schon gesagt habe, die mit uns gewachsen sind, die wollten jetzt sich wieder erneuern und haben aber gemerkt, dass die Zuzahlung so hoch ist, dass sie sich das gar nicht leisten können. Wahnsinn. Und mit der aktuellen Zinsentwicklung ist auch eine Finanzierung dann keine Option mehr, weil die Rate auch zu hoch wird. Und das wird jetzt gerade zum Thema, dass wir gerade auf einem Preisniveau sind, wo ich nicht weiß, ob wir uns dann jetzt nicht einfach, wir haben uns, glaube ich, schon unten jetzt die Einstiegsklasse abgeschnitten im Moment, wenn das so weiter bleibt.

[32:31] Eine echt spannende Story, wie ich finde. Aber, weil noch was zu erzählen ist, ist hier erstmal Schluss für heute und es geht demnächst mit Teil 2 dieser spannenden Story weiter. Vielen Dank fürs Hören und bis bald.
