# Andrea Patzelt, Gastgeberin des Deutschen Online Autohaus Kongresses (DOAK)

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/benzingespraeche/53-andrea-patzelt-gastgeberin-des-deutschen-online/
Reihe: Benzingespräche
Folge: 53
Datum: 07.02.2022
Dauer: 42 Min
Gäste: Andrea Patzelt

## Kernaussagen

- Andrea Patzelt begann in der Wellnessbranche und wechselte in die Automobilindustrie.
- Coaching und Recruiting sind zentrale Elemente ihrer Karriere.
- Sie hatte einen exklusiven Vertrag mit Jaguar Land Rover Deutschland.
- Andrea ist die Initiatorin des Deutschen Online Autohaus Kongresses.
- Ihre Arbeit hat einen positiven Einfluss auf die Automobilbranche.

## Worum es geht

Über die Hotellerie und Wellness, das Coaching-Business in die Autobranche Muss man als Expert\*in für eine Branche in dieser Branche groß geworden sein? Wer steckt eigentlich hinter dem Deutschen Online Autohaus Kongresses (DOAK)? Welches sind die großen kommenden Herausforderungen für Autohäuser im Hinblick auf Personalgewinnung und Führung? Dies sind nur einige Fragen, die ich Andrea endlich einmal persönlich Stellen konnte. Andrea hat einen sehr spannenden Lebenslauf und beweist seit Jahren ihre Qualitäten im Bereich Coaching, Networking und dem Aufbau neuer Geschäftsideen. Sie ist eine Macherin durch und durch - und nun endlich hören wir Andrea mal nicht Fragen stellen sondern Antworten geben! Super Antworten. Super Ansichten. Links: Andrea Patzelt auf LinkedIn: [www.linkedin.com/in/andrea-patzelt-2182a814/](https://www.linkedin.com/in/andrea-patzelt-2182a814/) DOAK, [www.autohauskongress.de](https://www.autohauskongress.de) Unterstützt durch: AUTOproff, [www.autoproff.de](https://www.autoproff.de)

## Zusammenfassung

In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing Andrea Patzelt, eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die ihren Weg von der Wellness- und Gesundheitsbranche in die Automobilindustrie gefunden hat. In diesem Interview teilt Andrea ihre einzigartige Reise, die Herausforderungen und Erfolge, die sie auf ihrem Weg erlebt hat, sowie ihre Leidenschaft für Coaching und Recruiting.

### Von der Wellnessbranche zur Automobilindustrie

Andrea Patzelt begann ihre Karriere in der Wellness- und Gesundheitsbranche, wo sie sich auf die Führung und Entwicklung von Teams spezialisierte. Ihre Erfahrung in der Luxushotellerie und im Spa-Management legte den Grundstein für ihre Fähigkeiten im Bereich Leadership und Coaching. Doch ihre Neugier und der Wunsch nach neuen Herausforderungen führten sie schließlich in die Automobilbranche.

### Der Einstieg in die Automobilbranche

Der Wechsel in die Automobilbranche war für Andrea ein bedeutender Schritt. Sie begann ihre Reise mit einem exklusiven Vertrag bei Jaguar Land Rover Deutschland, wo sie für das Recruiting und Onboarding von Mitarbeitern verantwortlich war. Diese Rolle ermöglichte es ihr, ihre Fähigkeiten im Bereich Recruiting zu vertiefen und gleichzeitig ihre Leidenschaft für das Automobil zu entdecken.

### Die Bedeutung von Coaching und Recruiting

Coaching und Recruiting sind zentrale Elemente in Andreas beruflichem Werdegang. Sie betont die Wichtigkeit, die richtigen Mitarbeiter zu finden und sie in die Unternehmenskultur zu integrieren. Ihr Ansatz, der auf systemischem Coaching basiert, hat sich als effektiv erwiesen, um Teams zu stärken und die Unternehmensziele zu erreichen.

### Der Deutsche Online Autohaus Kongress (DOAG)

Seit 2020 ist Andrea Patzelt die treibende Kraft hinter dem Deutschen Online Autohaus Kongress (DOAG). Diese Plattform bietet der Automobilbranche die Möglichkeit, sich über aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen auszutauschen. Andreas Engagement für den DOAG zeigt ihre Leidenschaft für die Branche und ihren Wunsch, einen positiven Einfluss zu nehmen.

### Fazit

Andrea Patzelts Reise von der Wellnessbranche in die Automobilindustrie ist ein inspirierendes Beispiel für berufliche Entwicklung und Anpassungsfähigkeit. Ihre Erfahrungen im Bereich Coaching und Recruiting haben nicht nur ihre Karriere geprägt, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Automobilbranche geleistet.

## Links aus der Folge

- [www.linkedin.com/in/andrea-patzelt-2182a814](http://www.linkedin.com/in/andrea-patzelt-2182a814/)
- [www.autohauskongress.de](http://www.autohauskongress.de)
- [www.autoproff.de](http://www.autoproff.de)

## Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

[00:00] Benzingespräche. Der Personality- und Branchen-Podcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für Mitmenschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmer-Coach und Agenturinhaber. Ein kurzer Boxenstopp bei unserem heutigen Partner.

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[01:36] Hallo Tim, danke für die Einladung. Ach, prima. Ich freue mich auch so, dass wir es endlich geschafft haben. Ich glaube, du stehst schon so lange auf meiner Longlist und Shortlist und überall. Da sind wir endlich. Super. Ich freue mich sehr. Danke dir. Bin sehr gespannt. Na klar. Zunächst erst einmal, Andrea. Echt mein Respekt für dein Herz, für deinen Willen und für dein Durchhaltevermögen mit dem DOAC. Aus dem Nichts und inzwischen zu einer regelmäßigen Institution entwickelt, das schaffen auch nicht viele. Also wirklich Respekt. Toll. Das machst du super. Dankeschön. Da sprechen wir dann gleich nochmal im Detail drüber. Wir gehen erstmal in dem üblichen Format so ein bisschen voran. Wir schauen erstmal in den Rückspiegel. Und da haben wir dann Werdegang. Du bist im Baujahr 67. Du hast zwei Kinder. Du lebst in München, gebürtig aus Hannover, aufgewachsen in Hamburg. Also eine ganze Spannwald in Deutschland schon abgedeckt.

[02:30] Und du hast ein Studium zur Kommunikationswirt in Hamburg gemacht und auch ein Studium der Betriebswirtschaft in Lüneburg. Und du hast einige Arbeitsstationen in aller Kürze, habe ich das mal so ein bisschen zusammengerafft oder habt ihr auch gefragt. Du warst bei Schwarzkopf. Du warst im Telefonmarketing. Du warst bei Homes Place. Im Meridian Spa Hamburg. Inter Alpen Hotel Tirol. Im Mandarin Oriental Prag. Ja, das ist natürlich schon mal alles andere als Autobranche. Aber gehen wir mal weiter. Du warst auch als Unternehmerin tätig im Bereich Spa und Wellness und dann auch als Unternehmerin im Bereich Leadership, Coaching und Recruiting. Und das so seit 2012. Und dann zu guter Letzt natürlich die Gastgeberin und Initiatoren des DOAG, der Deutsche Online Autohauskongress seit 2020.

[03:23] Ja, jetzt habe ich viel geredet. Andrea, viele bis alle meiner Hörer werden dich aus der Autobranche kennen, in der du ja nicht ursächlich gestartet bist. Erzähl uns doch mal ein bisschen über deine beruflichen Stationen zuvor. Ja, das hört sich bunt an. Erstmal vielen Dank, Tim, für die einleitenden Worte. Und ja, also ich habe so zwei große Schwerpunkte an sich, bevor ich jetzt in den automobilen Bereich eingestiegen bin. Das eine große Thema ist das Thema Menschen. Also das Thema Menschen führen und entwickeln. Damit habe ich tatsächlich schon angefangen mit 19. Du hast gerade gesagt, ich habe studiert.

[04:09] Das stimmt auch, aber ich habe abends studiert. Also ich habe ein Abendstudium gemacht zur Kommunikationswirtin in Hamburg. Und ich habe tagsüber in der Telefonmarketingagentur gearbeitet, habe da Fisch am Telefon verkauft und habe da tatsächlich mein erstes Team schon aufgebaut und geführt. Und da war ich knapp 20. Also ich mache das seit fast 35 Jahren. Also ich werde jetzt 55 Mitte des Jahres. Also es ist schon eine ganze Menge an Jahren, wo ich jetzt in dem Bereich Führung bin. Und damit ist es losgegangen. Also tatsächlich Dialogmarketing, Menschen entwickeln, besser machen in Teams. Ich habe dann meine Kinder bekommen. Du hast sie gerade erwähnt.

[04:54] Also meine Tochter ist schon 27, mein Sohn ist 24. Und ich habe dann in dieser Zeit mich, als die Kinder klein waren, um die zweite Säule gekümmert. Nämlich das Thema Gesundheit. Alles, was damit zu tun hat, wie kannst du dafür sorgen, dass es dir besser geht. Da geht es um das Thema Gesundheit. Da geht es um das Thema Ernährung. Da geht es um das Thema besser schlafen. Ich habe sämtliche Ausbildungen zum Fitnesstrainer gemacht. Ich bin Personal Trainerin und habe das gemacht, als die Kinder klein waren. Und als die Kinder so aus dem Gröbsten draußen waren und ich das Gefühl hatte, ich möchte gerne wieder arbeiten, habe ich dann tatsächlich, du hast es erwähnt, bei Homes Place angefangen. Da war ich stellvertretende Fitness-Club-Chefin und bin dann weitergegangen zum Meridian Spa.

[05:40] Das ist eines der schönsten Day-Spas in Hamburg. Ich habe da Mitarbeiter auch wieder geführt und entwickelt. Einerseits aus ganz unterschiedlichen Bereichen und habe aber auch andererseits gesehen, wie gut dieses auch den Menschen, den Kunden tut. Weißt du, also auch so Fitness, Kosmetik, Massage, so dieses Lächeln, was du hast, wenn du aus einer guten Massage rauskommst, weißt du. Und bin über dieses Day Spa in die Luxushotellerie gekommen. Ich habe ja über Isolde Liebherr, die ja mit das Liebherr, das Liebherr-Imperium mit auch führt, bin ich in das Hotel, Interalpenhotel Tirol gekommen, habe dann ins Spa-Bereich aufgebaut, in Österreich und von dort dann ins Mandarin Oriental Prag gewechselt, wo ich dort auch in der Luxushotellerie A gearbeitet habe und B auch dort ins Spa-Bereich aufgebaut habe.

[06:39] Also das sind wirklich so ganz spannende Stationen gewesen. Also wirklich einerseits wirklich immer wieder Teams gehabt, Teams geführt, geschaut, wie kann man die unterschiedlichen Menschen in den Teams entwickeln und stark machen. Und vor allen Dingen dann aber auch so das Thema Gesundheit, Spa, Wellness, das waren große Themen, bevor ich in die Welt eingetaucht bin. Ja, sehr spannend. Eine Anmerkung. Ich dachte ja immer, wenn man in Hamburg lebt, arbeitet man tagsüber und lebt nachts. Aber du hast das ja irgendwie tagsüber arbeiten und abends auch noch gelernt. Ja. Andrea, Andrea. Ja, meine nächste Frage ist jetzt gerade so ein bisschen, da muss ich ein bisschen schauen, wie du mir die beantworten kannst, weil das schon viel stattgefunden hat. Wie bist du dann in den Bereich aktives Coaching eingestiegen und wie rutschte da später auch der Fokus auf Leadership und Recruiting?

[07:32] Jetzt hast du gesagt, dass das so währenddessen schon immer so ein bisschen mitschwang. Gab es dann nach der letzten, ich nenne das mal Hotellerie-Station, irgendwie so einen Punkt, wo du gesagt hast, nee, ich möchte mich noch mehr auf die Menschen konzentrieren und gehe da bewusst da dran? Nee, das ist eine ganz interessante Geschichte. Mein früherer Mann ist ein sehr fantastischer Lehrcoach und wir haben geheiratet, da war ich 24 und es waren immer zu Hause stapelweise Bücher, Literatur zum Thema Coaching. Und ich habe dann selber eine Ausbildung gemacht zum systemischen Coach. Ich habe irgendwie das Buch von Tony Robbins in der Hand gehabt mit Mitte 20. Das Power-Prinzip. Ja, und ich habe einfach die Dinge gelesen und ich habe sie dann in meinen Teams gleich ausprobiert.

[08:21] Also ich habe einen unglaublich großen Methodenkoffer. Ich habe das dann gelesen, habe mit meinem früheren Mann viel gesprochen, habe mich da viel ausgetaucht und dann habe ich dann diese Methoden genommen in meine Teams und habe geguckt, ob das funktioniert. Und vor allen Dingen auch, ob mir das liegt. Das ist ja immer auch eine Sache, ob du die Sachen, diese Methoden auch verinnerlichst und sie zu deinen machst, zu deinen Werkzeugen oder ob du irgendwas gelesen hast und das mal so ausprobierst. Und da habe ich über die Jahre schon mit, als ich Ende 20 war, schon viele Techniken im Coaching kennengelernt, ausprobiert und immer weiterentwickelt. Also ich habe auch in den Teams, die ich geführt habe, immer wieder auch Einheiten gehabt, wo ich mir meine ganze Mannschaft zusammengeholt habe und trainiert, was immer gerade auch anstand.

[09:09] Und deswegen ist dieses Coaching, das ist immer so Teil meines Arbeitslebens gewesen. Es war immer mir wichtig, meine Leute auch mit stark zu entwickeln. Ah, spannend. Okay, Coaching und Leadership ist ja noch relativ, für mich persönlich zumindest, noch im Zusammenhang irgendwo, weil ich ja auch aus dem Unternehmertum halt komme. Wie kam denn Recruiting? Wann, wie tauchte das denn auf? Weil da warst du ja auch sehr aktiv. Du hast ja auch einen Podcast in dem Bereich. Ja, das stimmt, das stimmt. Ja, das Recruiting, das kam in den Zeiten, als ich jetzt Mitarbeiter eingestellt habe, eher für mich. Also dass ich einfach gesagt habe, was für Mitarbeiter brauche ich für mein Team? Ich habe ja, bevor ich jetzt auch im Automobilbereich stärker eingestiegen bin, ich habe ja auch ein Unternehmen geführt mit 20 Mitarbeitern.

[09:55] Also ich habe schon sehr gezielt auch Mitarbeiter gesucht und gefunden, vor allen Dingen auch on-boardet. Das ist einfach auch ein wichtiges Thema, denke ich, dass die Mitarbeiter auch gleich wissen, dass sie richtig sind, damit sie auch lange bei dir bleiben. Und das eigentliche Recruiting, dass ich daraus ein Geschäftsmodell gemacht habe, kam tatsächlich in der Automobilbranche. Also ich bin in die Automobilbranche eingestiegen für Jaguar Land Rover Deutschland damals. Ich hatte ja einen exklusiven Vertrag fünf Jahre lang. Und da ging es darum, Mitarbeiter zu finden für die Autohäuser von Jaguar Land Rover. Und da habe ich angefangen, tatsächlich professionell und hauptberuflich zu rekruten. Elf Jahre her. Okay, cool. Zwei Fragen hätte ich am Umdrehen müssen an der Stelle, weil die nächste Frage, für mich war so erst in dem Coaching-Bereich unterwegs, Recruiting.

[10:47] Und dann hat die Andrea ihr Herz für Autos dann wirklich entdeckt und ist dann in die Autobranche eingestiegen und hat es dann da weitergemacht. Aber so stimmt das gar nicht. Nee, so stimmt das nicht. So stimmt das nicht. Ich mag Autos, das mochte ich schon immer. Und ich mag schnelle Autos und laute Autos.

[11:07] Du siehst mich gerade jubeln hier. Nee, das funkelt in deinen Augen, Tim, genau. Doch, das Recruiting, das habe ich tatsächlich als Agentur für Jaguar Land Rover angefangen, jetzt vor elf Jahren. Okay. Also war das dann noch ein besonderer Schritt, dann, ich sag mal, in diese Autobranche zu gehen? War das sofort so, boah, Riesensache, auf jeden Fall? Oder war das so, hat sich so entwickelt? Oder kannst du da was zu sagen? Ja, also es war einfach der Zeitpunkt, der spannend war. Ich hatte zu dem Zeitpunkt gerade mein Unternehmen verkauft. Das hatte so den privaten Hintergrund, dass ich gesagt habe, wenn meine Kinder anfangen in der Schule ein bisschen wackelig zu werden, weil ich zu viel arbeite, dann gehe ich wieder zurück und bin einfach dann wieder mehr Mama und mehr da und mehr ansprechbar.

[12:03] Und das habe ich auch gemacht. Also ich habe dann nach vier Jahren das Unternehmen in Aachen verkauft und war dann einfach wieder da und auch frei. Und ich bin ja einfach jemand, der sehr neugierig ist und die Dinge dann einfach auch macht und ausprobiert. Das war der Zeitpunkt, wo Jaguar Land Rover Deutschland gerade eine Agentur gesucht hat, um eben die Mitarbeiter für die Autohäuser zu finden von Jaguar Land Rover deutschlandweit. Und das waren halt auch so jetzt ein paar Ecken und Winkel, wie das zustande gekommen ist. Fakt ist, dass wir ein Recruiting-Konzept entwickelt haben, kombiniert mit einem Onboarding- und Coaching-Konzept, sodass einfach auch da einfach klar war, was suchen wir für Mitarbeiter und wie bilden wir die weiter, dass die einfach auch zu der Kultur des Unternehmens passen.

[12:48] Und so ist das dann letztendlich entstanden. Also es war jetzt nicht der Plan, in die Automobilbranche einzusteigen. Es war einfach gerade die Gelegenheit da, dass ich wusste, dass Jaguar Land Rover eine Agentur sucht. Und das Konzept, was wir entwickelt haben, das hat überzeugt. Und ich habe dann tatsächlich auch erst mal ein Jahr gelernt, Tim. Weil ich habe keine Ahnung. Also ich war Kundin in Autohäusern zuvor. Und wie gesagt, ich mag Autos, aber die Sprache der Händler, die kannte ich nicht. Und ich bin tatsächlich dann das erste Jahr 2011 ein Jahr lang durch Deutschland gefahren und habe Händler besucht. Es gibt so große Unterschiede.

[13:36] Da gibt es einfach dann diejenigen Unternehmer, die noch im Blaumann unter dem Defender stehen und selber schrauben. Und dann gibt es halt dann diejenigen, die im Jackett eine Unternehmensgruppe führen und natürlich eine ganz andere Sprache haben und auch ganz andere Wünsche. Und mir war das wichtig zu verstehen, welches Autohaus welche Mitarbeiter sucht und braucht und welche Mitarbeiter ich da auch hinschicken kann. Also ich habe tatsächlich ein Jahr die Sprache der Händler gelernt. Und das war im Nachhinein wirklich auch wichtig, weil nur so kann man den Erfolg erklären. Also wir haben fast 700 Mitarbeiter vermittelt in diesen fünf Jahren. Das war wirklich eine Erfolgsgeschichte.

[14:22] Und ich glaube, das funktioniert nur, wenn du vorher weißt, wer deine Zielgruppe ist, für wen du arbeitest. Ja, das finde ich höchst spannend. Und dass du auch direkt am Anfang so diese Wahrnehmung hattest und auch den Weg gegangen bist. Weil ich finde das auch so. Das ist ja auch nach wie vor so ein bisschen in der Branche, wenn ich mich jetzt mal wieder aus der Podcasterei zurücknehme als Agenturinhaber, als Dienstleister. Die Spannweite der Händler und der Entscheider ist so unglaublich groß in Deutschland. Vom Ein-Mann-Betrieb, wo die Werkstatt im Fokus steht vielleicht noch, bis hin dann zur Unternehmensgruppe. Das ist so eine Spannweite. Und die zu verstehen und mit denen auch alle irgendwie so ein bisschen abzuholen, das ist schon kurios.

[15:09] Und ich sehe auch sehr häufig neue Marktteilnehmer rund um den Autohandel aufpoppen. Es ist jetzt egal, aus welcher Richtung die kommen, die das Verständnis nicht haben. Und dann vielleicht einen ganz kleinen Ausschnitt vielleicht irgendwie ansprechen können, aber den großen Kuchen halt eben nicht. Weil die das nicht verstehen, dass das so speziell ist. Das ist wirklich eine interessante, spannende, spezielle Branche, denke ich. Ja, absolut. Und gerade wenn du vorher aus dem Bereich Spa und Wellness kommst und Mitarbeiter hast, die, wenn du sie ein bisschen härter anfasst, anfangen zu flenden, wo du einfach wirklich dann umdenken musst, du hast eine andere Zielgruppe, du hast ein anderes Klientel. Und es ist, ich denke, wichtig, wenn du mit Menschen zu tun hast, dass du dir die Mühe gibst, die Sprache zu lernen. Absolut. Jetzt ich für mich, ich mache das schon sehr lange oder ich bin sehr lange in der Branche.

[15:55] Für mich ist das ein No-Brainer, aber es macht halt immer so fürchterlich großen Spaß, erst mal zu schauen, wer ist das? Wie ist der aufgestellt? Und dann weiß man so, ah, dann kann man so und so mit denen reden, das hat man ja irgendwann dann drauf und das ist auch echt schön. Das macht die Abwechslung halt. Das ist schön. Ein kurzer Boxenstopp bei unserem heutigen Partner. Autoproof ist die Anlaufstelle für professionelle B2B-Vermarktung von Gebrauchtwagen. Bei Autoproof handeln ausschließlich geprüfte Autohändler, die ihre Erträge im Gebrauchtwagengeschäft nicht zuletzt durch den garantierten Mindestpreis maximieren wollen. Schließe dich jetzt den bereits über 20.000 Händlern in ganz Europa an und registriere dich unverbindlich bei Autoproof. Alle Infos dazu auf autoproof.de Ja, das ist ja schon mal, jetzt haben wir ja schon so ein bisschen die Andrea beleuchtet.

[16:48] Dann haben wir so den Werdegang, was hat sie so gemacht? Und dann kam irgendwann das Jahr 2020 und das war so das erste Corona-Lockdown-Jahr, was uns allen nicht so Riesenspaß gemacht hat. Und die Andrea saß dann und hat sich gesagt, Mensch, was mache ich? Da mache ich doch einfach mal einen großen, umfassenden Autokongress, komplett online. Okay, Andrea, erzähl mal. Ja, also ich hatte es mir leichter vorgestellt und tatsächlich war 2020, ich hatte jetzt Recruiting und Coaching, Führungskräftetraining, also die Dinge, die ich mache, die ich eben auch gerne eins zu eins oder in den Autohäusern gemacht habe, das war von jetzt auf gleich dann einfach nicht mehr möglich.

[17:33] Und ich habe dann hier auf meinem Balkon gesessen in München und habe mir überlegt, was machst du denn jetzt? Und ich habe auf LinkedIn gelesen, es gibt in der Schweiz einen Kollegen, Beat Jenny heißt er, der hat in der Schweiz ein Autohaus-Summit gemacht. Ich habe das gelesen, weil LinkedIn ist ja eh so meine Plattform und dachte mir so, das mache ich auch. Und da war die Idee geboren und du hast es vorhin erwähnt, ich bin ja Podcasterin auch, ich habe ja den Premium-Jobs-Podcast und das, ja, also ich habe gedacht, so Kongress machen ist dann so wie Podcasten nur mit Video.

[18:13] Und die Idee war tatsächlich, was schaffe ich für den Handel, um den Handel jetzt in diesen wackeligen Zeiten zu unterstützen. Das war die Idee und habe mir gedacht, das mache ich jetzt. Und ich habe mächtige Unterstützung bekommen, weil so ein Projekt, das kannst du ja nicht alleine am Schreibtisch machen. Und ich habe dann den Kontakt bekommen zu Hans-Jürgen Percy, dem Vorstandsvorsitzenden der Löhr & Becker AG und hatte dann ein Zeitfenster bei ihm bekommen, um mich vorzustellen für Zoom. Und das war ganz schön, weil es ging dann eben dann dieses Fenster auf und er saß mir gegenüber und er sagte so, ja, bitte. Und dann habe ich ihm erzählt, dass ich vorhabe, ein Interview-Format zu machen für den Handel, um den Handel stabil zu machen, auf den Wandel vorzubereiten mit ganz unterschiedlichen Ideen und mit Persönlichkeiten aus dem Handel, aber auch darüber hinaus.

[19:11] Und ob er mir nicht Unterstützung geben könnte, ob er nicht dabei sein wollte. Und da hat er ja gesagt.

[19:20] Und da war ich, ja, also das war an sich wertvoll, weil ich dadurch sehr mächtige Unterstützung gleich von Anfang an bekommen habe. Und dann habe ich angefangen, Interviews zu führen. Also diejenigen, die den Deutschen Online-Autohaus-Kongress kennen, das ist ein Format, was alle drei Monate ausgestrahlt wird. Die Interviews, die sind alle aufgezeichnet. Die dauern 15 bis 20 Minuten. Wir haben zwei Tage und das sind dann insgesamt, was ich, 30, 32 Slots ungefähr. Wir haben die Großen, der Großen, der Branche dabei, was mich unglaublich freut und die Offenheit, die Bereitschaft, Gespräche zu führen.

[20:05] Wir haben die Autohaus-Gruppen. Wir haben Autohäuser, die ganz innovativ unterwegs sind. Wir haben die Verbände dabei. Jürgen Kapinski war einer der ersten Interviewgäste, die ich jetzt mit im Format begrüßen durfte. Wir haben Professor Dr. Malik dabei. Wir hatten ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die da wirklich sehr bunt ihre Einschätzung gegeben haben. Unterstützung, Impulse, damit der Handel kostenfrei, was mir wichtig war, die Gelegenheit hat, vielleicht auch nur ein oder zwei Impulse mitzunehmen, die ihnen helfen, stabiler, besser, souveräner durch diese komischen Zeiten zu kommen. Also so ist das entstanden.

[20:50] Und am Anfang habe ich dann, ja, also ich habe von Anfang an viele Zuschauer gehabt. Also ich hatte von Anfang an, weiß ich, 600 Teilnehmer schon. Wir sind jetzt im Januar, haben wir die Tausender Marke geknackt. Also wir hatten 1045 Teilnehmer bei dem Kongress im Januar. Und das macht dann haltenspaß. Also es macht mir Spaß. Es macht den, offenbar den Zuschauern Spaß, weil so die Art und Weise, wie das Ganze transportiert wird, glaube ich, cool ist, ungewöhnlich ist und trotzdem Tiefe hat und persönlich ist und in einer gewissen Lockerheit auch transportiert wird. Ich finde das total gut. Ich habe ja auch vorhin schon gesagt, dass ich da einen großen Respekt vor habe. Und jetzt hast du ja nochmal so gesagt, so diese Coaching-Geschichte war mit Corona erstmal so ein bisschen, war da erstmal abgesungen, weil das einfach so nicht mehr funktioniert hat.

[21:44] Und hast dir dann so ein Format ausgesucht, das, was du machen möchtest, weil du da Lust drauf hast. Und hast du gerade auch noch erwähnt, das ist kostenfrei für die Teilnehmer erstmal. Und das ist ja auch schon echt ein Invest. Und das finde ich total cool. Und wir wissen ja auch alle, wenn man sich lange mit etwas beschäftigt und wir sind alle irgendwo im Business unterwegs, es muss ja irgendwann auch dieser Pay-Off, irgendwas muss dabei rumkommen. Und ohne da näher darauf einzugehen, aber das am Anfang auch so zu machen, finde ich echt bemerkenswert. Und dann so lange dran zu bleiben, finde ich super. Und du gehst ja mit der Idee jetzt auch erfolgreich in die siebte Runde. Und die sechste Runde war ja, hast du ja gerade schon gesagt, von den Teilnehmerzahlen her, so dass ich sehe dich. Wir sehen uns ja gerade bei der Aufnahme, Gott sei Dank. Ich sehe dich strahlen. Das ist ja total toll. Und das ist halt auch kein Selbstläufer.

[22:31] Und vielleicht kannst du mal, weil viele da draußen werden das als Teilnehmer kennen. Ein paar, die den Podcast regelmäßig hören, weiß ich ja auch, sind ja auch Gäste bei dir. Die wissen so ein bisschen was vom Prozedere. Aber die anderen wissen es halt nicht. Was sind denn da so die großen Herausforderungen? Wir hatten ja auch schon Kontakt in dem Ablauf und da habe ich ja auch schon reinschnuppern dürfen, was das für eine Vorbereitung ist, bis das steht. Was sind denn da für dich so die Herausforderungen, die richtigen Herausforderungen gewesen? Ja, also die richtigen Herausforderungen, Tim, sind tatsächlich die Dinge, die nach den Aufnahmen passieren. Weil an sich die Gespräche selber zu führen, die werden alle per Zoom aufgenommen. Zumindest war das bisher so. Ich bin, du nimmst hier auch mit einem interessanten Tool auf.

[23:18] Also ich bin auch gerade dabei am überlegen, was noch vielleicht besser sein könnte. Aber auf jeden Fall Fakt ist, die Gespräche werden vorher alle aufgenommen. Ich bereite mich vor auf den jeweiligen Gesprächspartner, schaue einfach auch, was will ich ihn fragen. Wir sind an sich soweit von den Aspekten vorbereitet. Und die Gespräche, die laufen an sich so, dass wir ein Gespräch führen, dass das Gespräch hinterher dann geschnitten wird, dass der jeweilige Gesprächspartner dann das Interview bekommt zur Freigabe, dass einfach auf beiden Seiten einfach klar ist. Mir ist es immer wichtig, dass sich alle wohlfühlen und dass es immer freigegeben ist und dass es einfach so ein gutes, positives, gemeinsames Arbeiten ist.

[24:05] Und ich habe, wenn du nach Herausforderungen fragst, ich bin ja überhaupt, was die Technik angeht, ich habe mir das ja alles auch gelernt. Und das wird jedes Mal ein bisschen besser. Und ich habe, also wenn ich mir jetzt hier so, wir sind jetzt ja bei Kongress, eine Vorbereitung für Kongress 7, wenn ich mir so angucke, was ich beim ersten Kongress gemacht habe, da habe ich einfach das Laptop genommen, aufgeklappt und habe dann reingesprochen und habe in meiner Ecke hier gesessen. Und wenn ich mir das jetzt so angucke, dann, wie konnte ich das zumuten?

[24:38] Also mittlerweile, ich habe da jetzt Unterstützung bekommen, was die Hintergründe angeht. Ich habe Unterstützung bekommen, was das Schneiden angeht. Ich habe einen wunderbaren Tontechniker, der sagt, er kümmert sich um das. Der meine bösen Schnitzer, die mir immer wieder auch passieren, das alles violettet, also all das, was man so vor den Kulissen, wie du sagst, gar nicht so mitkriegt. Und da habe ich Unterstützung, also ich habe mittlerweile schon ein kleines Team, was mir hilft, dass ich mich wirklich nur auf das Sprechen, Vorbereiten konzentrieren kann, das Zusammenbauen des Formats, wer passt da rein, um es einfach so strategisch auch immer wieder spannend zu machen und immer besser zu machen, auch für die Zuhörer. Das spricht eine Unternehmerin. Zusammenbauen, machen, erschaffen, Enthusiasmus, ach, das finde ich fantastisch.

[25:30] Also, da leuchten die Augen direkt wieder. Also wirklich toll, toll, dass du das so machst. Wir schauen jetzt mal in die Zukunft. Wir machen jetzt mal, jetzt gucken wir aus dem Rückspiegel raus, machen das Fernlicht an und gucken mal in die Zukunft. Du hast dich in den letzten Jahren natürlich viel mit dem Thema Recruiting befasst. Das haben wir ja gerade schon besprochen, auch in der Autobranche natürlich extrem viel. Wie siehst du da die aktuelle Lage und wirklich die zukünftigen Herausforderungen für den Handel? Welche Hürden werden die schwierigsten sein? Welche Posten am problematischsten zu besetzen? Das würde mich mal interessieren. Ja, das ist eine gute Frage, Tim. Und ich weiß, dass im Augenblick werden sehr viele, viele Mitarbeiter gesucht.

[26:19] Also deswegen, ich kriege jede permanent Anfragen, sowohl jetzt von Händlern, mit denen ich ja schon lange arbeite, aber auch jetzt von Mitarbeitern, die sagen, es wird mal Zeit oder ich suche oder es ist sehr unheimlich viel Wandel in der Branche.

[26:36] Wenn du mich so fragst, also grundsätzlich denke ich, für die Händler ist es wichtig, dass sie ihre Hausaufgaben machen. Also das, wenn sie es vorher nicht gemacht haben. Jetzt ist es wirklich wichtig und ich meine, mit Hausaufgaben wirklich zu gucken, sind die Prozesse klar? Ist wirklich klar im Unternehmen, wer macht was? Wer hat welche Verantwortung? Wie sieht der Job genau aus? Wer arbeitet wie konkret zusammen? Wenn ich mich von Mitarbeitern getrennt habe, warum habe ich mich nicht getrennt? Wie erwarte ich die Performance? Das ist so das, was ich mit meinen Kunden auch immer wieder erarbeite. Die sagen irgendwie, früher war das so, ich weiß nicht, ob du das so kennst, die sagen, such mir mal einen Verkäufer oder suchen Sie mir mal einen Verkäufer. Sie wissen schon.

[27:21] Und das hat, ja, was ich vor zehn Jahren vielleicht funktioniert, wenn ich gesagt habe, ich suche für jetzt das und das Autohaus, dann gingen die Augen schon anzufinken und sagen, ja genau, da möchte ich gerne arbeiten, das sind coole Marken. Aber ich denke, es ist wichtig, gerade jetzt, dass du als Händler an deiner Arbeitgebermarke arbeitest, dass du wirklich weißt, wer du bist, wofür du stehst, was deine Werte sind, wie du mit deinen Leuten umgehst, was du anzubieten hast und dass es nicht selbstverständlich ist, dass die Leute für dich arbeiten, sondern dass du den Leuten was anbieten musst oder darfst. Und deswegen, das ist, glaube ich, die größte Herausforderung, dass das nicht klar ist, die Prozesse sind nicht klar, oft nicht klar. Du hast gerade elementare Dinge genannt, die elementar vielen nicht klar sind. Prozesse würde ich noch sagen, das ist vielleicht noch so, wie ist die Jobbeschreibung?

[28:14] Nennen wir es mal so, das ist das Vordergründige, aber wie funktioniert es wirklich? Aber du hast auch gerade gesagt, Werte des Unternehmens, also Unternehmensleitbild und Co. Und da lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster, da würde ich sagen, dass ein Großteil der Autohändler, da kannst du die Frage mal gerne reinrufen, da wird wahrscheinlich nicht viel zurückkommen. Das ist gar nicht böse gemeint, also gar nicht despektierlich, aber böse gemeint ist so. Ich kenne auch genug Werbeagenturen oder Marketingagenturen, die es auch nicht haben, wo es einfach irgendwie wächst und irgendwie hängt der Spirit des Unternehmens an der Führungsriege irgendwie dran, wie die sind. Das ist elementar unklar teilweise und da ist natürlich, ich habe vor einigen Monaten erst jemandem, da sage ich jetzt auch keinen Namen und keine Marke oder keinen Namen, wo auch alles schon so viel klar war und die auch sehr weit war.

[29:02] Und dann habe ich die Stellenanzeige durch Zufall gesehen. Wir suchen, wir brauchen, wir möchten, wir fordern. Und dann so ein ganz kurzer Abseits, wir bieten eine, weiß ich nicht, ordentliche Entlohnung und es gibt Snacks. Ja. Habe ich nur geschrieben, ist nicht mehr angemessen. Nee. Wird nichts werden. Nee. Aber gut, die Zeiten sind vorbei, ne? Ja, absolut. Und ich denke, das ist wirklich ein Hebel, um sich hinzusetzen und Hausaufgaben zu machen. Und wenn das fertig ist, zu überlegen, wer sind meine Kunden? Was wollen meine Kunden? Wie ist die Customer Journey, die in aller Munde ist? Und was möchte ich anbieten? Also wie funktioniert das? Und das sollte klar sein, bevor du überhaupt anfängst, Mitarbeiter zu suchen.

[29:53] Weil dann bist du präzise, dann kannst du auch in den Interviews die richtigen Fragen stellen, dann weißt du, wenn du eine Situation hast, die bei dir immer wieder aufpoppt, dann kannst du die deinem Kandidaten stellen und kannst dann einfach sagen, wie würden sie denn reagieren? Dann siehst du einfach, wie der tickt. Ich empfehle auch jedem, der zuhört, seine internen Baustellen zu schließen, weil die werden nicht kleiner, wenn man sie einfach ignoriert. Also das sind so einige Dinge, die wirklich wichtig sind. Könntest du irgendwelche Stellen oder Posten herausheben, die in Zukunft schwieriger zu besetzen sind als andere? Oder ist das ähnlich komplex alles? Ich halte das für ähnlich komplex. Also ich denke gerade einfach so zum Thema Verkaufen.

[30:41] Also der klassische Verkäufer, so wie früher, natürlich brauchst du den auch noch. Also weil die Autohäuser sind ja alle gerade im Wandel. Du hast ja einerseits noch das Geschäft wie früher, aber eben nicht nur. Du hast da natürlich auch die Kunden, die sich online beraten lassen wollen und dann brauchst du jemanden, der online kann und der schnell ist, der schnell antwortet, der beraten kann, der einfach den Respekt auch diesen Kunden gibt. Also du brauchst einfach verschiedene Skills im Autohaus und deswegen ist es, denke ich, wichtig, erstmal zu gucken, was du brauchst als Autohaus. Also ich würde es nicht pauschal sagen, weil da wirst du dann dem einzelnen Zuhörer nicht greifen. Okay. Jetzt greifen wir mal ein bisschen deine Erfahrung aus dem Doha Cup.

[31:29] Du hast in den letzten 24 Monaten so viele Interviews mit, ich sag mal, Top-Entscheidern der Branche geführt und ganz, ganz viele Menschen da gesprochen und über fast alle relevanten Themen im Autohandel gesprochen mit denen. Wenn du das mal so vom inneren geistigen Auge so Revue passieren lässt, was bewegt die Menschen in der Branche am meisten und was wird sich in den kommenden Jahren am gravierendsten ändern? Sehr subjektive Frage. Große Frage. Ja, also Fakt ist ja, dass das Geschäft ja nicht mehr mit 100 Prozent Blech gemacht wird. Also das wird ja so, du hast ja, glaube ich, vielleicht noch ein Viertel an Umsatz, den du generierst, tatsächlich mit dem klassischen Geschäft.

[32:18] Und ansonsten ist es wichtig, dass du dir überlegst, womit verdienst du das Geld als Mobilitätspartner. Also das wird ja nicht mehr in Einheiten gezählt, sondern wie hältst du deine Kunden mobil? Und da braucht es halt gute Antworten, dass die Kunden, ja, darauf einsteigen, dass die das Angebot annehmen, dass sie bei dir bleiben, dass sie loyal bleiben. Und ich denke, das ist das, was die Händler schon beschäftigt, weil viele haben investiert, groß investiert und haben da ein Team. Und die Frage ist natürlich, wo geht es hin? Wo geht die Reise hin? Wie können wir zukünftig existieren? Das ist ja das, was ja wirklich auch, was ich immer wieder auch im DOAK frage, wenn ich mit den Entscheidern spreche, der großen Autohandelsgruppen.

[33:12] Da sind ja ganz unterschiedliche Händler dabei, die alle das Thema haben, wie reagieren wir jetzt auf die neuen Anforderungen des Marktes, auf die Elektromobilität, auf die ganzen Themen, die anstehen. Und da ist es, glaube ich, einfach wichtig, dass jeder sich für sich Gedanken macht, aber auch, und das ist so mein Impuls dazu, auch in Kooperation mit anderen. Also weil viele sind ja so auch am Wurschteln alleine. Und ich glaube, wichtig ist gerade jetzt, sich Unterstützung zu suchen, um zu arbeiten, groß zu denken. Ja, das ist echt heftig. Ich habe gerade, wo du angefangen hast zu sprechen, hast du einen interessanten Aspekt, der hat mich jetzt die ganze Zeit bei der Antwort noch so begleitet.

[34:04] Früher, für mich war es so, dass wenn ich einen Händler gefragt habe, wie viele Einheiten neu gebraucht machst du und wie viele Bühnen hast du und wie viele Durchläufe im Jahr, dann weiß ich ungefähr, wie groß der ist und kann das ganz gut einschätzen. Verändert sich da gerade eine Kennzahl in, wie viele Kunden hältst du mobil? Du hast das gerade so ein bisschen angedeutet. Das finde ich eigentlich den Gedanken, der ist ja ganz spannend. Ja, so war es ja auch. Du hast ja wirklich früher in Einheiten gedacht und das machst du halt nicht mehr. Und da geht es halt wirklich um Fragen, auch Fragen an die Werkstatt. Was verkauft ihr, wenn ihr keinen Ölwechsel mehr verkauft? Und was bietet ihr an, wenn es keine Autos gibt? Also das sind ja wirklich Fragen, die im Moment stehen und wo es Antworten braucht.

[34:50] Okay, mach das. Ich komme nochmal so zurück auf die Menschen, also auf die Menschen hinter der Branche oder die da drin arbeiten. Hast du wahrgenommen, dass diese Veränderung der alten Herangehensweise was mit den Menschen macht, die so lange so gearbeitet haben? Ja, also es ist ja so, dass es ja unterschiedliche Art und Weisen der Führung auch in den Autohäusern gibt. Und da gibt es halt den einen Geschäftsführer, der die Mitarbeiter mitnimmt und transparent ist und sagt, wir stehen da, das sind die Einheiten, das sind unsere Sorgen, da wollen wir hin. Hier könnt ihr uns helfen, hier können wir euch helfen. Und dann gibt es dann welche, die eben nicht transparent sind.

[35:37] Und ich glaube, dass Unternehmen, in denen diese Transparenz nicht da ist, dass das für große Unsicherheit bei den Mitarbeitern sorgen kann. Und deswegen ist es unterschiedlich, also natürlich wie die Unternehmen mit dieser, ja keiner von uns kennt diese Unsicherheit. Dass das, was im Augenblick passiert in der Welt, das hat es ja in der Form noch nicht gegeben. Also diese Form der Transformation, keiner hat da ein Patentrezept in der Schublade. Wir haben ja alle keine Glaskur, wir können sagen, so, da haben wir jetzt noch sechs Monate, jetzt halten wir mal die Ohren steif und dann machen wir dann im August so weiter wie bisher. Das wird es ja nicht geben. Und das ist große Unsicherheit und wichtig ist, die Dinge dann beim Namen zu nennen, auch wenn es unsicher ist und knapp sein bei den Mitarbeitern.

[36:31] Und ich glaube, dass die Mitarbeiter und auch, dass jetzt dieser Wandel und der Wechsel im Markt, den ich jetzt auch so merke, häufig auch daherkommt, dass die Mitarbeiter keine große Orientierung haben. Und nicht genau wissen, wo sie stehen in dem jeweiligen Unternehmen und dass, wenn der Unternehmer oder der Geschäftsführer den Mut hat zu sagen, da stehen wir, da wollen wir hin. Hier weiß ich selber nicht genau, aber halt euch auf dem Laufenden, dass das sehr viel mehr Vertrauen gibt und Perspektive, als wenn das nicht stattfindet. Hm. Eine letzte Frage, bevor wir zu den Abschlussfragen kommen. Bist du eigentlich jetzt neben dem Engagement von den DOAK, bist du eigentlich jetzt noch in der Branche als Beraterin unterwegs? Bist du gerade noch fair beauftragt oder volle Konzentration auf den DOAK?

[37:20] Also ich habe viel Konzentration auf den DOAK und das ist mir auch wichtig. Dennoch ist es so, dass ich meine Stammkunden habe, die einfach genau wissen, für die arbeite ich teilweise schon so lange. Die einfach dann wissen, ich helfe. Ich habe da einfach ein extremes Netzwerk seit über elf Jahren aufgebaut, wirklich direkt aus der Zielgruppe und ich packe dann die richtigen Menschen gerne zusammen. Also ich habe ja früher eine Agentur gehabt, was ich mit 15 Mitarbeitern, wo ich wirklich nichts anderes gemacht habe als rekrutieren, das mache ich in der Form nicht mehr. Was ich jetzt tue, ist Führungskräfte-Coaching. Das heißt also Geschäftsführer entwickeln, Führungskräfte entwickeln in die nächste Stufe im Eins-zu-eins-Coaching.

[38:07] Und ja, ich empfehle Mitarbeiter und bringe die richtigen Partner zusammen. Also das mache ich schon. Okay. Ja, dann kommen wir zu unseren Abschlussfragen. Eine ist ja klar, aber die kommt ja wirklich zum Schluss. Aber die andere ist auch wieder so ein bisschen offen. Welche ist deiner Meinung nach aktuell so die stärkste Entwicklung im Autohandel?

[38:37] Ja, du siehst mich zögern. Bewusst ganz offen. Ja. Stärkste Veränderung, stärkste Entwicklung. Ich habe das früher mal innovativste Entwicklung genannt, aber das war mir so ein bisschen zu subjektiv. Ist viel im Wandel einfach, ne? Es ist unglaublich viel im Wandel und ich wüsste jetzt nicht, was das Stärkste ist. Also es ist tatsächlich ja wirklich dieses Gap zu schließen, was du nicht mehr an Einheiten verkaufst. Was machst du stattdessen? Dass du da einfach schaust, was bietest du an als Unternehmen? Also das ist deine Antwort auf die Mobilitätsanforderungen deiner Kunden. Okay. Viel wichtiger ist mir aber noch die andere Frage. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Fährst von A nach B, machst nichts dafür, achtest auch auf nichts und schaust mal, wann du ankommst.

[39:36] Ja. Tim, die Frage, das finde ich super, super spannend. Ich hatte ja in meinem letzten Kongress den Professor Dr. Piero Mietzic zu Gast. Kennst du den? Nee, sag mir nichts. Er sagte, sagen Sie nicht Zukunftsforscher als Zukunftsmanager? Und den hatte ich auch gefragt. Er hat gefragt, ab wann sitzen Sie denn das nächste? Wann fahren Sie denn noch Auto? Und dann sagt er ja im Moment noch, bis das erste autonome Taxi kommt. Für mich ist das noch extrem weit weg. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen. Also ich kann mir vorstellen, das wird sicherlich kommen. Es ist ja wirklich einiges da auch in naher Zukunft ja auch avisiert. Ich persönlich sehe mich da noch nicht drin sitzen.

[40:23] Okay. Häng dich mal mit einer Zahl aus dem Fenster.

[40:32] Ja, was weiß ich, 2030, 2032. Okay. Ja, ist lustig, ich wollte gerade sagen. Es ist selten, dass man dich so erwischt, dass du gerade nicht weißt, was du sagen sollst. Das finde ich ganz schön, dass ich dich auch mal erwische. Ja, also ich habe keine Glaskugel, Tim. Nicht? Ich dachte, ich kriege jetzt hier mal die Glaskugel geliefert. Ah, okay. Ja, Andrea, mit dem Lacher zu Ende gehend hier. Das hat mir ganz großen Spaß gemacht, endlich mit dir mal in Ruhe sprechen zu können. Wir hatten immer mal zwischendurch so ein bisschen Kontakt, aber da warst du auch immer in Vorbereitung und so. Und das musste jetzt einfach mal sein. Ich wollte einfach mal so ein bisschen hören, was so dein Background ist und dir auch halt ein Kompliment aussprechen für das Engagement, was du da bringst und dass du auch da so viele Leute vernetzt und da auch letztendlich Wissenteils in der Branche.

[41:31] Vielen lieben Dank, dass du mir Reden und Antwort gestanden hast. Tim, ich danke dir für die Einladung und für die Möglichkeit und alles Gute. Sehr gern. Und damit sind wir für die heutige Folge durch und auch euch da draußen ganz lieben Dank, dass ihr dabei wart und zugehört habt. Und ich sage ciao, bis zum nächsten Mal. Tschüss.
