# Professor Dr. Benedikt Maier, stellv. Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (ifa)

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/benzingespraeche/42-professor-dr-benedikt-maier-stellv-direktor/
Reihe: Benzingespräche
Folge: 42
Datum: 28.01.2021
Dauer: 42 Min
Gäste: Benedikt Maier

## Kernaussagen

- Professor Mayer ist ein führender Experte im Bereich Automobilvertrieb.
- Das IFA bietet praxisnahe Forschung für die Automobilbranche.
- Mayers Buch „Automobilvertrieb 2030“ beleuchtet zukünftige Entwicklungen.
- COVID-19 stellte neue Herausforderungen für Veranstaltungen dar.
- Der Automobilvertrieb wird sich in den kommenden Jahren stark verändern.
- Die Zukunftswerkstatt 4.0 spielt eine wichtige Rolle in der Branche.
- Networking bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Branche.

## Worum es geht

Ein Rück- und Ausblick auf den deutschen Autohandel aus wissenschaftlicher Sicht Professor Dr. Benedikt Maier, u. a. stellv. Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (ifa) - und noch einigen Funktionen mehr! Allein sein Werdegang und seine Energie, die er in seine verschiedenen Funktionen steckt, ist ein Podcast wert! Er befasst sich seit seinem Studium mit der Autobranche und hat so natürlich fundiertes Wissen, welches er mit uns teilt. Ein sehr spannender Talk über die Autobranche, aus wissenschaftlicher Sicht eben, zur Abwechslung mal. Links: Institut für Automobilwirtschaft (ifa), <https://www.ifa-info.de> Zukunftswerkstatt 4.0: <https://www.ifa-info.de/zukunftswerkstatt> Unterstützt durch: Santander: Deutschlands größtem unabhängigen Finanzierer für Auto, Motorrad und Freizeitfahrzeuge.

## Zusammenfassung

In der neuesten Episode von „Benzingespräche“ begrüßt Tim Klötzing Professor Dr. Benedikt Mayer, einen führenden Experten im Bereich Automobilwirtschaft. Gemeinsam diskutieren sie die aktuellen Entwicklungen im Automobilvertrieb und die Rolle des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) in der Branche.

### Professor Benedikt Mayer: Eine Einführung

Professor Dr. Benedikt Mayer ist nicht nur Professor für Automobilwirtschaft mit dem Schwerpunkt Automobilvertrieb und Distribution an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, sondern auch stellvertretender Direktor des IFA und Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt 4.0. Mit einer Leidenschaft für Autos und einem tiefen Verständnis für die Branche hat Mayer eine beeindruckende Karriere hinter sich.

### Die Rolle des IFA

Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die sich der Forschung für die automobile Praxis verschrieben hat. Es bietet wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Lösungen für aktuelle Fragestellungen der Branche. Von der Digitalstudie bis hin zu Traditionsstudien wie dem Händlerzufriedenheitsmonitor – das IFA bietet wertvolle Einblicke und Analysen.

### Automobilvertrieb 2030

Ein zentrales Thema der Episode ist Mayers Buch „Automobilvertrieb 2030“, in dem er die zukünftigen Entwicklungen im Automobilvertrieb untersucht. Er beleuchtet, wie sich die Vermarktungsprozesse vom Hersteller über den Händler bis zum Endkunden verändern und welche neuen Geschäftsmodelle auf der Handelsstufe entstehen.

### Herausforderungen und Chancen

Die Episode thematisiert auch die Herausforderungen, die die COVID-19-Pandemie für Veranstaltungen wie den IFA-Branchengipfel mit sich brachte. Trotz der Einschränkungen konnte der Gipfel erfolgreich stattfinden und bot wertvolle Einblicke und Networking-Möglichkeiten.

### Fazit

Professor Dr. Benedikt Mayer bietet einen faszinierenden Einblick in die Zukunft des Automobilvertriebs und die Rolle des IFA. Seine Expertise und seine Leidenschaft für die Branche machen ihn zu einem wertvollen Gesprächspartner für alle, die sich für die Entwicklungen im Automobilsektor interessieren.

## Links aus der Folge

- [www.ifa-info.de](https://www.ifa-info.de)
- [www.ifa-info.de/zukunftswerkstatt](https://www.ifa-info.de/zukunftswerkstatt)

## Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

[00:00] Benzingespräche. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und Freiberater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Dieser Podcast wird unterstützt von Santander, Deutschlands größtem unabhängigen Finanzierer für Auto, Motorrad und Freizeitfahrzeuge. Santander bietet dem Fahrzeughandel das komplette Sortiment in der Einkaufs- und Absatzfinanzierung, eine Top-Betreuung durch den größten Außendienst der Branche und die neue Mobilitätsplattform autobörse.de. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Und heute darf ich einen frisch gebackenen Professor begrüßen. Herzlich willkommen, Prof. Dr. Benedikt Meyer. Hi. Hallo Tim. Grüße dich. Schön, dass das klappt. So, erstmal so ein paar Eckdaten zu dir. Neben deiner Tätigkeit als Professor bei der HFWU bist du auch stellvertretender Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, der IFA oder das IFA, muss man ja sagen. Das ist mein klassischer Versprecher. Sowie Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt 4.0. Aber erstmal so

[01:29] vorab, weil es noch ganz frisch ist. Erklär uns doch mal, welchen inhaltlichen Schwerpunkt deine Professur hat und wie es dazu kam. Ja, sehr gerne. Eine Professur ist natürlich eine schöne Sache. Klingt gut, klingt wichtig, aber so wichtig ist es im Endeffekt auch nicht. Das ist schön. Ich freue mich, dass ich diese Professur begleiten darf. Und sie lautet Professur für Automobilwirtschaft mit dem Schwerpunkt Automobilvertrieb und Distribution. Also was ist das alles? Das ist ausgerichtet auf die ganzen Vermarktungsprozesse vom Hersteller über den Händler bis zum Endkunden. Wie kommen die Autos vom Hersteller zum Kunden? Das ist das eine. Und dann natürlich auch dann das Geschäftsmodell auf der Handelsstufe. Wie sich das umgestaltet, wie sich das verändert. All die Themen sind eigentlich so meine Schwerpunkte. Und da haben wir natürlich ganz, ganz viel Bewegung mit drin. Ja, also ich meine, da gibt es so viele Passwörter, die ich jetzt aufzeigen könnte, auch zählen könnte, direkt übertrieben, Omni-Channel.

[02:24] Ja, Agentursystem, Agenturmodell und und und mehr. Da ist ja so viel Bewegung drin. Also ich finde das ein sehr spannendes, facettenreiches, aktuelles, lebendiges Themenfeld. Und wenn man dazu noch eine Professur ausfüllen darf, dann ist das, glaube ich, ganz, ganz schön. Du hast mich aber auch gefragt, wie ich dazu kam. Ja, genau. Das ist ja auch nur so ein Thema. Ja gut, im Grunde würde ich ja schon sagen, dass die mein Studium hatte ich auf die Automobilwirtschaft ausgerichtet. Also ich habe mich schon immer, ich habe große Affinität zu Autos gehabt und eben auch zu dem Thema Automobilvertrieb und Automobilwirtschaft in Gänze. Ja, dann hatte ich die schöne Situation auch, dass ich eine Dissertation im Rahmen meiner Promotion über den Automobilvertrieb 2030 schreiben durfte. Abgeschrieben habe, was dann nicht immer nur dürfen. Das sind so ein paar verpflichtende Momente dann in so einem großen Prozess. Und dann wurde eben diese Professur ausgeschrieben mit eben der inhaltlichen Ausrichtung, die ich gerade nannte. Und dann habe ich mich darauf beworben, weil ich dachte, das muss jetzt mal probieren, ob das was wird. Und dann wurde das ja auch was. Und ja, und ich kenne auch diese Konstellation am Institut für Automobilwirtschaft als Forschungseinrichtung der Hochschule und dann mit den angebundenen Studiengängen. Und ich bin einfach auch überzeugt, dass das funktioniert. Diese Forschung mit dem engen Praxisbezug und dann mit der Lehre dann kombiniert. Und das macht mir Spaß. Und da bin ich jetzt tätig und seit 1. Oktober dann eben als Professor.

[03:51] Herr Professor, das ist genau der Grund, warum wir heute miteinander reden. Weil das ist ja genau meine Zielgruppe, der Autohandel. Alles, was damit zu tun hat letztendlich. Und deswegen hatte ich da schon lange ein Auge auf dich geworfen, dass wir mal sprechen. Ich hatte dich letztes Jahr in München bei einem Hochschulehaus-Event sprechen hören. Und da war das so ganz konkret. Ich glaube, da war dein Buch Automobilvertrieb 2030 noch relativ frisch. Und da hast du darüber referiert oder vorgetragen. Und das fand ich extrem spannend. Und seitdem habe ich eigentlich schon den Anker, dass wir beide mal sprechen müssen. Super. Danke für die Blumen. Unbedingt. Zunächst klassisch der Blick in den Rückspiegel. Zu dir, Werdegang. Du bist ein 87er Baujahr, unverheiratet, hast keine Kinder. Du lebst in Ulm, bist gebürtig aus Überlingen am Bodensee und hast erstmal ein Studium der Automobil- und Mobilitätswirtschaft hinter dich gebracht, sage ich immer gerne. Bis seit 2013 bei dem Institut für Automobilwirtschaft, der IFA, und gleichzeitig ein berufsbegleitendes Promotionsstudium.

[04:57] Seit 2018 bist du in der Institutsleitung der IFA oder des IFA-Instituts. Das ist auch wieder doppelt. Dann sagst du ja Institut für Automobilwirtschaft. Ja. Gut, weißt du? Genau. Dann bist du jetzt relativ frisch seit 2020 bei der neu gegründeten Zukunftswerkstatt 4.0 Geschäftsführer. Und seit 2016 hast du diverse Buchveröffentlichungen. Zuletzt 2019, gerade eben schon erwähnt, Automobilvertrieb 2030. Jetzt frage ich erstmal, vielleicht kennt es nicht jeder, vielleicht kannst du erstmal ein paar Worte sagen zu dem Institut. Gut gelöst, ne? Zum Institut. Was macht das IFA genau? Gut gelöst, ja. Was macht das IFA? Also das Institut für Automobilwirtschaft. Und das Institut für Automobilwirtschaft ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt. Na, das ist jetzt mal so. So ist das abgegrenzt voneinander.

[05:56] Ja, was machen wir? Wir arbeiten eigentlich unter dem Claim-Forschung für die automobile Praxis. Ja, das ist unser Claim. Und darunter möchten wir eben aktuelle Fragestellungen der Branche aufgreifen und dann eben versuchen mit möglichst wissenschaftlich fundierten Antworten, die dann eben auch praxistauglich sind, dann eben auch der Branche zu helfen und dann eben Situationen zu analysieren und eben auch belastbare Empfehlungen auszusprechen. So, das ist jetzt mal so ganz allgemein. Ich kann das auch ein bisschen deutlich machen, gerne anhand von konkreten Projekten. Beispielsweise habe ich ja im letzten Monat die Digitalstudie 2020 vorstellen dürfen. Das war wieder so ein Kooperationsprojekt, was sehr typisch ist mit einem Unternehmen, mit TÜV Nord in dem Moment war das gemeinsam, haben wir diese Studie und Autohaus war dann eben der Medienpartner dazu. Was haben wir gemacht? Wir haben den Medieneinsatz und das Medienangebot in 15 Kundenkontaktmomente im Kauf- und Werkstattprozess untersucht. Das arbeiten wir dann aus, untersuchen das, präsentieren das, stellen das dann einer Studie dann eben auch der Branche zur Verfügung. Also es sollte eben helfen. Na, dann haben wir sehr traditionsreiche Studien, wie beispielsweise unsere Top 100 Händlergruppenstudie. Das ist die 15. Auflage. Ja, ich war bei rund sechs Auflagen, war ich mit dabei. Und da stellen wir die Strukturen im Automobilhandel, auf der Automobilhandelsstufe eben dar. Wie wachsen die größten und wie haben sich die Top 100, die größten 100 Händlergruppen entwickelt? Umsatz, Absatz, Rendite und und und.

[07:26] Und eine weitere Traditionsstudie, was nicht heißt, dass es veraltet ist, sondern es ist aktueller denn je, ist unser Händlerzufriedenheitsmonitor, unser IFA-Markenmonitor. Mittlerweile seit 22 Jahren untersuchen wir da eben die Zufriedenheit der Handelsstufe mit ihren Herstellern und Importeuren. Das basiert wieder auf rund 1.000 Interviews mit Führungskräften aus der Handelsstufe. Dann eher ein neueres Produktkonstrukt ist, wenn es die Autohausarbeit gäbe, das ist eine Zusammenarbeit mit der Automobilwoche, Fachzeitschrift eben, wo wir die Mitarbeiterzufriedenheit in Autohausunternehmen uns anschauen und das dann eben vergleichen. Und Ziel ist dann eben auch die Arbeitgeberattraktivität von Autohausunternehmen zu steigern, denen da eine Hilfe zu geben, auch im Bereich Employer Branding.

[08:16] Weil wir haben hier, nehme ich eben auch, Nachholbedarf wahr. Also Autohausunternehmen werden nicht zwingend als super attraktive Arbeitgeber wahrgenommen. Wir werden dann oft auch überstrahlt von den Automobilherstellern. Und deswegen denken wir, müssen wir da Transparenz schaffen. Wie ist die Mitarbeiterzufriedenheit? Und wenn sie gut ist, dann kann man ja auch darüber berichten und das in seinem Employer Branding einsetzen. Und da wollen wir eben auch dann eben unterstützen und das machen wir eben durch diese Analyse. Und das war jetzt alles sehr forschungsbasiert. Wir sind aber manchmal auch, kommen mir eher vor wie so ein Eventmanager, muss ich ganz ehrlich sagen. Wenn ich an unseren IWA-Branchengipfel denke, den wir im Oktober abgehalten haben oder auf unserer Karrieremesse, der Automotive Top Career, wo wir eine Plattform anbieten, um Ein- und Umsteiger zusammenzubringen.

[09:12] Was wir aber auch machen, sind sehr unternehmensindividuelle Analysen, Prozessmanagement in Autohäusern, ja, in diesen Bereichen. Oder wir treten als Gutachter auf für bestimmte Fragestellungen. Und was machen wir noch? Einen letzten Punkt machen wir natürlich auch noch. Das ist nämlich unsere berufsbegleitenden Studienprogramme. Neben dem Präsenzprogramm bieten wir noch berufsbegleitende Programme an, Bachelor und Master of Science, Automotive Management. Das wickeln wir auch über unser Institut ab. Es wird uns nicht langweilig, viel zu tun, viel Abwechslung, ich glaube auch viel spannende Themen. Ja, wollte ich gerade sagen, weil ich wusste es auch nicht so genau. Und das ist immer das Schöne, wenn ich den Podcast mache. Ich habe ja durchaus Gäste, da weiß ich, was die machen. Aber da kommt immer noch, eigentlich immer noch mehr. Und das ist immer so spannend, weil man nimmt das so wahr und weiß, ja, okay, es ist ein Institut, Automobilwirtschaft.

[10:01] Und dann kommt noch so viel. Also es ist echt sehr, sehr spannend. Ich habe heute auf der Folge, haben wir einen Partner, der uns unterstützt, das ist die Santander. Die Santander ist bei euch quasi auch aktiv. Die unterstützt das IFA oder wie ist da so die Zusammenarbeit? In dem Fall zunächst natürlich herzliche Grüße nach Mönchengladbach. Freut mich, dass ihr an der Stelle auch dabei seid. Ja, wir arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen an ganz unterschiedlichen Stellen. Also wenn ich jetzt mal an diese Santander-Stipendien denke, die unsere Studierenden erhalten, wenn sie sich eben darauf bewerben und es geschafft haben, genommen zu werden. Oder auch an die vielen, vielen Fachvorträge, die Herr Hans-Willi Menke auch in Person, da bei uns dann an der Hochschule schon gehalten hat. Da besteht eine enge Verbindung und ja, eine gute Verbindung. Ah, schön. Du hast jetzt vorhin schon den IFA-Branchengipfel 2020 erwähnt.

[10:51] Mit Sicherheit eine Besonderheit, weil 2020, Covid-Zeiten, wir hatten so ein bisschen Abstimmung schon im Vorklapp und das war ja sicher, also das war ja eine Herausforderung dieses Jahr. Kannst du da mal vielleicht so zwei, drei Sachen so zu erzählen, was euch da erwischt hat? Also, wie du schon sagst, das war organisatorisch auch eine Herausforderung. Ja, die Planungen. Ja, wir haben jetzt den 21. Kongress eigentlich abgehalten. Ja, und so das Grundkonzept war immer ähnlich, dass du halt eine Bühne hast, dort treffen sich die Entscheider der Branche und dort drehen hochkarätige Referenten auf und dann hast du halt die Kombination klassischer Kongress aus Inhalten, die transportiert werden und eben ganz besonders auch das Netzwerk, was natürlich ein wesentlicher Bestandteil ist.

[11:36] Ja, im letzten Jahr hatten wir da 630 Anmeldungen, das war ein Rekordjahr. Wir wären auch mit 550 dieses Jahr zufrieden gewesen, aber wir durften halt 130 Personen da zulassen. Also, wirklich vor Ort. Ja, also jetzt sind wir im November gerade, Ende November. Das war am 14. Oktober. Jetzt ist ja das undenkbar. Also, im Nachhinein sind wir froh, sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber wenn du natürlich von den 130 Personen musst noch dann das eigene Team wieder abziehen, dann musst du die Referenten, die manchmal nur für ihren Vortrag da sind, dann haben die Referenten manchmal auch eine Entourage dabei. Wenn ich jetzt gerade an die ganzen ganz hochkarätigen Referenten denke. Also, ich meine, du musst diese 130, du musst nochmal eben diese ganze Stuff, die eben da drüber ist, abziehen. Ja, dann bleiben noch irgendwie so 90 Personen, 90 Tickets, die man verkaufen kann.

[12:25] Das muss man ja auch mal so ganz ehrlich sehen. Und das haben wir dann irgendwann gesagt, na gut, jetzt brauchen wir eine Backup-Lösung und haben das dann als Blended-Concept aufgezogen und haben da mehr oder weniger über Nacht, ja, mit ein bisschen Vorlauf schon. Man konnte es ja auch absehen, dass eher enger wird als offener, die die Vorgaben. Und da haben dann eben so eine Online-Plattform, eine App drum herum gebaut und haben dann aber eigentlich gleich viele Menschen erreicht über diese Plattform in Kombination mit Plattformen physisch und online, wie dann in den Jahren zuvor. Das war natürlich schon ein Kraftakt, ja, was mein Team hier angeht am Institut. Aber ich glaube, wir haben es ganz gut gemeistert. Ich bin da auch ein bisschen stolz drauf, muss ich ganz ehrlich sagen. Und ich habe, was ich auch schön fand, wenn ich mich mit den Gästen unterhalten habe, ich habe einen richtigen Hunger gespürt der Gäste auf soziale Kontakte und solche Events.

[13:20] Das hat einfach das letzte halbe Jahr nicht stattgefunden. Und ich glaube, dass einfach, man kann vieles ins Internet transportieren, macht auch Sinn, ja, in vielen Momenten. Aber die Qualität eines persönlichen Kontaktes, ja, kann das halt eben, kann ein Webinar eben nicht haben. Und deswegen glaube ich auch, dass wir nächstes Jahr wieder, sofern es erlaubt ist und möglich ist, einen physischen Kongress haben werden. Vielleicht machen wir es auch wieder blendet. Aber ich bin da überzeugt, dass das der richtige Weg ist, dass wir da eine physische Komponente mit dabei haben. Wenn du jetzt so an den Tag oder an den Events so zurückdenkst, in aller Kürze so, hast du da so zwei, drei Top-Learnings, die du an dem Tag so mitnehmen konntest, wo du sagtest, das ist ein Ding? Das ist natürlich jetzt eine Challenge.

[14:06] Jetzt pass mal bitte in drei Sätzen die 22 Referenten. Das, was dir so als wirklich so was hängen geblieben ist, so bei dir. Ist ja auch gar nicht despektierlich den anderen gegenüber gemeint, die du nicht erwähnst. Ja, da muss man natürlich Ausschnitte nehmen. Aber was mir schon aufgefallen ist, die letzten Jahre haben wir halt immer über diese Case-Themen, ja, die muss ich jetzt nicht neu runterbehen, Connected, Autonomious, Sharing, Electrified, ja. Über all diese Themen haben wir gesprochen, ja, und hätte, könnte und so könnte das werden. Und irgendwie, das waren alles Themen am Horizont und Zukunftsmusik und jeder wusste, dass das kommt und, ja, das ist Auswirkungen auf, ja, so das Übliche. Aber dieses Jahr wurde mir eigentlich auch nochmal deutlich, dass wir da mittendrin stecken gerade schon in dieser Transformation, in diesem Wandel. Also das ist nichts, was keine Zukunftsmusik, da sind wir gerade drin.

[14:54] Und in diesem Wandel kam jetzt noch die Corona-Krise obendrauf, die Pandemie obendrauf. Und so eine Krise zwingt uns oder zwingt einen natürlich auch zu einer gewissen Konzentration, ja. Du musst überlegen, was machst du, worauf konzentrierst du dich, worauf fokussierst du dich, wo bündelst du deine Kräfte. Und wenn wir jetzt das Case nochmal herbei vorziehen, ja, dann haben wir da vier Buchstaben, ja. Und dann habe ich so geschaut, das war so, das sind eigentlich die Kernthemen und das ist eigentlich C und E, ja, also Connectivity mit allen Digitalisierungsaspekten mit dabei und Electrified, ja, also alternative Antriebe. Das sind eigentlich die zwei Themen, über die haben wir eigentlich, also die Themen haben den Kongress dominiert, ja. Das ist das Übergeordnete.

[15:39] Und was mir dann eben auch aufgefallen ist, das hatte ich so ein bisschen gerade auch schon so angeschnitten, ist das Engagement und die Geschäftsmodelle, die eben vielleicht irgendwie mal in guten Zeiten einfach sich so eingelebt haben, die werden momentan alle kritisch und konsequent hinterfragt, ja. Es wird hinterfragt, wo verdiene ich tatsächlich Geld, ja. Das Ganze so, ja, mal so versuchsweise hier und da zu investieren, sehr breit zu investieren, die Zeit ist momentan vorbei, ja, sondern es wird wirklich versucht, die wirklich wichtigen Felder herauszugreifen. Und Kelenius hat das eigentlich ganz gut auf den Punkt gebracht, finde ich.

[16:24] In der Krise lernst du deinen Break-Even tatsächlich kennen, ja. Also es geht hier um Geld und das dann machst du, wenn du nämlich wirklich unter Druck stehst, dann überdenkst du nochmal viel. Und was mir auch noch als Begriff dann irgendwie hängen geblieben ist, das ist nichts ganz Neues, aber ich habe den Begriff nochmal ein bisschen präsenter dann auf dem Kongress dann bekommen und habe den irgendwie mitgetragen. Es ist Fidgeter, ja, also physisch und digital, die Kombination. Ich finde das eigentlich ein ganz, ganz netter Begriff. Und ich finde das auch, ja, das beschreibt eigentlich die Situation, wenn wir jetzt wieder auf dem hohen Handel sprechen, auf die Handels-Retail-Stufe, beschreibt eigentlich die Situation auf der Retail-Stufe ganz gut. Ja, also die kämpfen da gerade sehr mit dem Thema Fidgeter. Ja, sehr spannend. Bei Begriffen habe ich noch so einen Begriff hier, der natürlich auftaucht, ist die Zukunftswerkstatt 4.0.

[17:15] Das ist ein neu gegründetes Unternehmen von euch. Wenn du das so hörst, noch nicht so richtig greifbar, finde ich so erstmal. Kannst du uns mal beschreiben, worum es dabei geht und was euer Ziel ist? Sehr gerne. Also ich hoffe, dass du in zwei Minuten sagst, super greifbar für mich, coole Sache. Also das soll das Ziel sein. Okay. Nee, also Zukunftswerkstatt 4.0, ja, das ist ein bisschen, muss ich sagen, auch mein Baby gerade so am Institut, ja, was uns sehr stark beschäftigt, was uns umtreibt.

[17:44] So als Dach möchte ich mal sagen, das ist eine gelebte, gelungene Zusammenarbeit zwischen Politik, zwischen uns als wissenschaftliches Institut, vielleicht auch als Lehren der Einrichtung und der Branchenpraxis. Was machen wir da? Was soll das, das Konzept der Zukunftswerkstatt? Die Idee ist, der Zukunftswerkstatt ist im Rahmen der Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg entstanden, also politisch initiiert. Und Strategiedialog hat das Ziel, die ganze Automobilwirtschaft im technologischen Transformationsprozess zu unterstützen, zu begleiten, Beschäftigung abzusichern und eben auch Zukunftsperspektiven zu bieten. Und in diesem Rahmen ist eben die Zukunftswerkstatt entstanden, um eben die Unternehmen im Kfz-Gewerbe, als einzelne Gruppe heraus, aus der ganzen Automobilwirtschaft, dann eben auch zu unterstützen.

[18:35] Und wir haben da eine Anschubfinanzierung vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg erhalten und bauen mit diesem Geld, unter anderem mit diesem Geld, eben auch wirklich eine Werkstatt auf, auf 500 Quadratmeter in Esslingen, weil Stuttgart entsteht damit ein Innovationsschaufenster für Technologien von morgen und übermorgen. Also wir wollen da auch ein bisschen über den Tellerrand ein bisschen weiterschauen. Und das Wichtigste ist, dass das wirklich ein realer Ort ist, wo Leute hinkönnen, wo Leute sich informieren können, wo Leute innovative Technologien, die in den Journeys in Sales und After Sales eben eingesetzt werden, auch erproben können. Es können aber auch Technologieanbieter dort ihre Produkte, ihre Technologien zeigen und mit den Nutzern dann zusammenbringen und vielleicht auch das als Testfeld nutzen, als Entwicklungsfeld nutzen und, und, und.

[19:29] Und neben diesem, wir haben dort eine voll funktionsfähige Werkstatt. Wir haben einen Showroom-Bereich, also Bereiche, die man in jedem Autohaus hat. Was wir aber auch haben, ist ein Seminarraum. Wir haben Seminarräume dort, ja, also ich kann dort auch Seminare abhalten, Workshops abhalten. Ich kann auch Produkte, Präsentationen beispielsweise dort abhalten. Das ist wie so eine kleine Dauermesse, eine kleine Dauerausstellung, eine kleine Automechaniker, die ja immer da ist. Und ich kann es eben aufgrund Veranstaltungslocation, ja, also wir haben das sehr, alles, was da drin ist, können wir relativ schnell wegräumen, dass wir eben eine große Fläche haben, dass wir da auch eine Veranstaltungslocation draus machen mit Branchenbezug, keine branchenneutrale Eventlocation, sondern wir haben immer eine Veranstaltungslocation für die Branchen mit Branchenbezug.

[20:15] Ja, und es ist natürlich immer spannend, für wen machen wir das, ja. Also wir machen das eigentlich für alle im Transformationsprozess, im Kfz-Gewerbe oder von der Transformation im Kfz-Gewerbe betroffenen Personen, Unternehmen. Ja, das geht von den Berufsschülern los, dann geht es über Hochschulen und eben auch ganz besonders, ja, das ist kein Bildungseinrichtungsthema, ja, sondern das ist was für die Branchenpraktiker, für den Serviceberater, für den Geschäftsführer, für den Verkäufer, der jeden Tag mit diesen Themen konfrontiert ist und er kann dort hingehen und sich informieren, wie kann ich meine Prozesse, meine Themen eben anders umsetzen, wohin geht die Reise, ja. Also das ist das Konzept. Sehr spannend. Und ich kann nur jetzt, nutze ich natürlich diese Situation auch, vielleicht hört nicht jemand dieser Technologieanbieter, kann die nur bitten, einladen, daran teilzunehmen, ihre Technologien auch dort in der Zukunftswerkstatt zu präsentieren, zu testen, die Location zu nutzen und eben dann auch in Kontakt zu treten mit den Nutzern.

[21:18] Ja, also das ist auch Konzept. Es ist eine offene Plattform, ja, das ist auch momentan der Ansatz, der gefragt ist, ja, wir sind jetzt nicht mehr hier starkköpfig, exklusiv, wie Tate unterwegs, sondern wir machen das offene Plattform, wir laden alle ein, daran mitzuwirken. Ja, es klingt sehr spannend, da wird man mit Sicherheit noch in der Zukunft was von hören. Jetzt gehe ich mal noch auf dein, du hast dein Buch geschrieben, Automobilvertrieb 2030, das ist ja, das wagt ja wirklich einen weiten Blick in die Zukunft. Was sind denn, weil wir jetzt in der Länge des Podcasts kein komplettes Buch vorlesen können, jetzt haben wir ja die Chance, den Autor zu fragen, was sind denn so für dich deiner Meinung nach oder deine persönlichen und zentralen und wichtigsten Punkte, die du dabei in Erfahrung bringen konntest und erarbeitet hast?

[22:09] Wenn du das so ein Extrakt nimmst, wenn du darüber redest, was ist so, was ist es? Hoffentlich viel, wenn man so ein Buch schreibt über, weiß gar nicht, wie viel Zeit, da sollte auch was drin sein. Also was mir irgendwie auch aufgefallen ist, ich habe mich ja dann sehr stark auch mit der Literatur zurückgeblickt. Ich habe nicht nur in die Zukunft geschaut, vom Stand heute aus, sondern ich habe mal geschaut, wo kommen wir überhaupt her. Und wenn man da so die Literatur durchschaut, dann steht da eigentlich schon seit Jahrzehnten drin, wir stehen hier vor einer Disruption und alles wird sich verändern. Und wenn wir dann tatsächlich mal draufschauen, uns das Geschäftsmodell, Autohaus anschauen, die Strukturen im Automobilhandel, dann hat sich da vergleichsweise wenig verändert, die letzten Jahrzehnte, müssen wir ganz ehrlich sagen.

[22:56] Man hat immer gesagt, oh hier, Eisberg voraus. Aber der war dann eigentlich gar nicht da. Es ging irgendwie immer weiter. Wir haben das Geschäftsmodell Autohaus, der Autohaus als Komplettbetrieb macht, Neuwagen macht, Gebrauchtwagen macht, Service und macht Teile zu besorgen. Das war vor 40 Jahren so. Das ist im Jahr 2020 im Grunde auch so. Natürlich haben wir gewisse Veränderungen, aber so der tatsächliche, die tatsächliche Disruption, wie wir die in anderen Branchen, also in Versandhandel denke oder als Quellekatalog gibt es nicht mehr, erlebt haben. Das hat eigentlich nicht stattgefunden. Also das ist mal so das eine, wenn man sich da so mal aneinandersetzt, klar, dass und alle sagen, ja es kommt da was Großes, aber eigentlich kam nichts Großes, da wurden wir verschont. Aber ich denke tatsächlich, ja, ich hoffe, dass ich, na, ich würde gerade sagen, ich hoffe, dass ich auch in 20 Jahren Recht behalte.

[23:47] Ich denke tatsächlich, dass was wir aktuell erleben, wirklich einen Veränderungsdruck hervorruft, wie wir das davor noch nie hatten. Und ich habe da auch zahlreiche Experteninterviews geführt. Ich habe auch eine quantitative Erhebung dann nochmal da drauf gesetzt mit Experten. Da habe ich mich intensiv mit den Veränderungstreibern beschäftigt. Was treibt dann tatsächlich die Branche? Und da sehe ich so drei zentrale Themen. Ich hatte ja vorhin gesagt, Connectivity und Electrify, dass das so die zentralen Themen sind, wenn wir das auch noch ein bisschen runterbrechen auf den Automobilhandel. Dann ist es Digitalisierung und allen Facetten, alles, was dazugehört, alternative Antriebstechnologien, also wieder, und auch Marketingführerschaft der Hersteller, so habe ich das genannt.

[24:33] Was verstehe ich unter Digitalisierung? Auch immer wichtig. Das ist so ein breites Feld. Über was reden wir dann eigentlich? Also Digitalisierung sind das zum einen die internen Prozesse, die Autohausprozesse. Ja, ich muss es natürlich intern digitalisieren. Stichwort papierloses Autohaus. Ja, ist einfach nur ein Beispiel rausgegriffen, ein Schlagwort. Man kann sich dann jeder, denke ich, was darunter vorstellen. Digitalisierung der Kundeninteraktion. Ja, das geht dann vom Videocall bis hin zu Hologrammtechnologien, zu humanoiden Robotern und, und, und, und. Das sind alles Möglichkeiten, wie ich meine, wie ich die Kundeninteraktion neu gestalten kann. Und dass die Kundenbeziehung eben in Zukunft auch nicht mehr exklusiv sein wird, das ist hoffentlich auch jedem klar. Ja, wir werden immer mehr Akteure haben, insbesondere Online-Akteure, die auch mit dem Kunden kommunizieren.

[25:21] Ich kann das nicht ausschließlich als Autohaus sagen, hier mein Kunde und ich Autohaus und ich Autohaus, bin ich verantwortlich für alle Problemchen rund um die Automobilität. Ja, nee, das funktioniert nicht. Der informiert sich selber, der entscheidet selbst, wo er sich informiert und welche Reise er nimmt. Also das Thema hier zusammengefasst, exklusive Kundenbeziehungen waren gestern nicht weiter schlimm im Grunde. Man muss nur so offen sein und damit umgehen. Offen sein, das zu akzeptieren und dann entsprechend dazu mit umgehen. Und der dritte Punkt im Bereich Digitalisierung, den ich immer sehe, ist Digitalisierung der Produkte, das Produkt- und Leistungsspektrum. Stichwort Functions on Demand. Ich muss ja irgendwo, wenn ich überall alles digitalisiere, irgendwo mal noch Geld verdienen. Und das ist das Thema, wie kann ich dann wirklich aus diesen digitalen Diensten, über die alle reden, wie kann ich damit Geld verdienen?

[26:08] Und ich glaube, das wird eine riesen Challenge, dass der Handel damit tatsächlich Geld verdient und das nicht am Handel vorbeigeht. Also das ist das Feld Digitalisierung. Das Feld alternative Antriebstechnologien, das beeinflusst natürlich die Handelsstufe auch intensiv. Wobei ich gleich vorweggreifen möchte, wenn ich an den Vertrieb denke von Elektrofahrzeugen, dann brauche ich nicht zwingend ein neues Vertriebssystem, nur wenn ich Elektrofahrzeuge verkaufe und keine Benziner. Weil ich habe wieder ein erklärungsbedürftiges Produkt. Ja, das Produkt ist hochpreisig, ist emotionale Komponente. Ja, das ist eigentlich alles gleich. Aber ich muss natürlich die Mitarbeiter entsprechend qualifizieren. Ich brauche im Werkstattbereich eine andere Ausrüstung. Bauliche Anforderungen verändern sich.

[26:53] Natürlich halt geringere Wartungsreparaturbedarfe. Im Grunde ist ja immer die Frage der betriebswirtschaftlichen Absicherung des Geschäftsmodells Autohaus. Und da haben wir eine gewisse Gversubventionierung aus dem Werkstattbereich für den Sales-Bereich drin. Und wenn natürlich die Erträge aus dem Werkstattbereich wegfallen, dann habe ich natürlich wieder Probleme im Gesamtkonstrukt Autohaus. Und deswegen geht davon eigentlich eine Veränderung aus. Und der dritte Aspekt oder das dritte Feld ist eben diese Marketingführerschaft der Hersteller, die ich da sehe. Und was verstehe ich davon? Der Hersteller gibt zunehmend intensiver, restriktiver, stärker eben die Vorgaben oder gibt stärker vor, wie der Händler sein Geschäft zu machen hat. Seine Prozesse, sein Außenauftritt, welche Kundenzufriedenheit er erreichen muss, welche Absatzziele und und und und.

[27:47] All das beschneidet ja irgendwo die unternehmerische Gestaltungsfreiheit. Und das ist auch ein Trend. Und zusätzlich kommuniziert der Hersteller auch intensiver über Online-Medien direkt mit dem Kunden. Also das ist ja auch so ein Thema. Und das Ganze fließt dann eigentlich in diesem Thema Agenturmodell gerade zusammen, was eben auch diskutiert wird. Also der Händler wird noch näher an den Hersteller gebunden. Dafür kriegt er natürlich wieder gewisse Vorzüge im Bereich Preisstabilität oder auch Risikoabsicherung und und und. Und deswegen habe ich das als drittes Feld Marketingführerschaft gesehen. Und im Buch, jetzt habe ich die ganzen Treiber angesprochen, da gibt es natürlich auch ein paar Lösungsansätze, die ich da sehe.

[28:35] Und da werde ich das bewerten und die Zusammenhänge dann darstellen. Hoffentlich konnte ich einen Überblick über das Buch oder den Kanal gegeben. Ja, und letztes Jahr war, wo ich mich an den Vortrag von dir erinnere, hast du das auch wunderbar aufgerollt, weil da passiert halt so viel auf so vielen Ebenen. Jetzt hast du drei rausgegriffen, die du so jetzt erwähnen wolltest. Und du hast nachher halt in den Slides halt nachher so eine Zusammenfassung gemacht. Also jemand, der sich wirklich im Handel dafür interessiert, mal einen weiteren Blick vorauszuwerfen und nicht einfach zu gucken, was ist nächstes Jahr, was ist übernächstes Jahr, ist es auf jeden Fall empfohlen. Fand ich extrem spannend. Also der Aha-Effekt kam auch wirklich ganz zum Schluss da in dem Vortrag. Dankeschön. Ich glaube, ich möchte mir nicht anmaßen, dass ich da irgendwie in eine Glaskugel blicken kann oder sowas.

[29:23] Es wird definitiv anders kommen, als ich das dort geschrieben habe. Das soll so grobe Leid bleiben. Ganz genau. Was sagt denn der Wissenschaftler zum Autojahr 2020? So ganz praktisch. Puh. Also mindestens ein blaues Auge haben wir da. Also ich würde sagen, nee, wir sind mit dem blauen Auge davon gekommen. Also wir müssen es auch mal so sehen, wenn ich es jetzt mit der Hotellerie, Gastronomie und, und, und vergleiche, dann haben wir da eine andere Situation. Also selbstverständlich ist es nicht toll, was ab, wie die Situation momentan ist. Also deswegen ein blaues Auge davon gekommen. Wir waren ohnehin schon in dieser Transformation, in diesem sehr dynamischen Fahrwasser und dann kam obendrauf mit voller Wucht nochmal hier Corona.

[30:10] Und was hat Corona gemacht? Ja, wir haben ein Handelsbereich, wenn wir das Geschäftsfeld Autos wieder nehmen, dann haben wir einen Handelsbereich. Ja, und da waren dann einfach mal im März, April diese Showroom-Bereiche von geschlossen. Und es war halt nun mal darauf ausgelegt, dass ich auch persönliche Kontaktmomente habe, wenn ich ein Auto verkaufe. Und über Nacht musst du dann irgendwelche Video-Call-Systeme fort rausziehen. Ja, hat aber wirklich relativ gut funktioniert. Ja, also viele Unternehmen haben das wirklich, wirklich sehr aktiv angegangen und haben, geben auch zu, ja, wir hatten in dieser Digitalstudie, die ich vorhin angesprochen habe, da hatten, glaube ich, jetzt Zahlenmerken ist immer so ein Thema, ich glaube, so zwei Drittel gaben eben an, dass sie durch Corona auf Schwächen in ihren digitalen Kompetenzen aufmerksam wurden.

[30:59] Ja, und fast die, das ist ja die viel wichtigere Größe, oder die da in der Folge steht, fast die gleiche Anzahl an Unternehmensvertreter haben dann angegeben, wir haben dann in Folge dessen dann eben auch unsere digitale Kompetenz ausgebaut. Und das ist ja das Schöne, ja, also Erkennen, ja, das ist eine gute, jetzt haben wir es erkannt, ja, schade, dass wir das so erkennen mussten. Ja, aber wir haben es jetzt auch dann eben umgesetzt, haben unsere Lehren daraus geschlossen, gezogen. Ja, und was ich auch noch sagen möchte, also, ist also wirklich wieder eine Lanze für den Werkstattbereich brechen, ja. Also, der Werkstattbereich, After-Sales-Geschäft hat eigentlich auch in dieser Krise wieder die Rolle des Fels in der Brandung übernommen, ja. Also, die haben ja weiterhin gearbeitet, ja, wenn man so die Umsatzentwicklungen, Umsatzrückgänge dann im Corona-Zeitraum sich anschaut, ja.

[31:53] Handelsbereich, Absturz, Werkstattbereich, ja, hat das schon so aufgefangen und hat das dann eigentlich wieder dadurch durchgeschleppt. Und dann haben wir auch da wieder in dieser Situation diese Quersubventionierung dieser beiden Bereiche. Jetzt hatten wir gerade schon über 2030, also über die Zukunft gesprochen. Da machen wir doch mal das Fernlicht an. Jetzt gucken wir mal nach vorne Fernlicht an und schauen, was uns da so in der Zukunft noch begegnet. Und jetzt gehen wir mal von keinem weiteren richtigen Lockdown für die Automobilwirtschaft aus. Wie wird sich der deutsche Autohandel so in den kommenden Jahren in Bezug auf das Verhältnis zwischen Hersteller, Vertriebsmodelle und der Kundenwahrnehmung? Deiner Meinung nach entwickeln jetzt ein bisschen kurzfristiger geschaut. Hersteller, Vertriebsmodelle, Kundenwahrnehmung, ja, also da können wir schon mal ein Buch drüber schreiben, ja.

[32:38] Boom. Entschuldigung. Ne, ne, ne, ne, wir sind, ja, also dass es um das Verhältnis zwischen Hersteller und Handel momentan nicht sonderlich bestellt ist, ja, das hat ja eindrucksvoll unsere IFA-Händler-Zufriedenheitsanalyse im Markenmonitor ergeben. Ja, wir haben wirklich den schlechtesten Zufriedenheitswert in der 22-jährigen Studienreihe, ja, 3,01, glaube ich, und 3,1, sorry, also befriedigend ist aber in dem Moment nicht befriedigend, muss ich ganz ehrlich sagen, kann nicht befriedigend sein, ja, und das spricht natürlich für sich, ja, wenn wir da so einen Einbruch dieser Zufriedenheit haben, ja, das hat natürlich, komme ich wieder auf das Gleiche zu sprechen, wir haben ein sehr dynamisches V-Wasser, wir haben.

[33:26] Und der Händler, die Tätigkeit des Händlers ist halt momentan von so starken Unsicherheiten geprägt, meines Erachtens, wie es eigentlich die letzten Jahrzehnte nie war, ja, und das kam dann oben drauf, ja, wenn du dann auch eine Umsatzrendite von 1 bis 2 Prozent irgendwo dazwischen drin hast, ja, 1,3 warst das, glaube ich, letztes Jahr, je nachdem, welche Erhebung man ranzieht, und dann kommt noch, dann hast du ohnehin große Unsicherheiten, dann bist du fremdgesteuert vom Hersteller, der dir überall reinquatscht, ohne Wertung, ja, das möchte ich vielleicht dazu sagen, das hat ja auch gewissen Vorteil und gewissen Sinn, dass wir diese vertikale Marketing, diese vertikale Marketingführerschaft haben durch den Hersteller und diese Systemführerschaft, ja, und dann kommt oben drauf noch die Corona-Pandemie, ja, und dann ist halt von diesen 1,9 zerquetschten Umsatzrendite, da kann halt mal ganz schnell nicht mehr allzu viel übrig bleiben, ja, und das, und das, das führt dann eben auch dazu, dass, oder hat meines Erachtens dazu geführt, dass wir eben diese schlechte, schlechten Zufriedenheitswerte haben, ja, und wo soll es dann hingehen, ja, also ich habe vorhin schon mal so angeschnitten, ein Agenturmodell, ich sehe das tatsächlich als eine Option an, die in Betracht zu ziehen ist für die Zusammenarbeit, Hersteller, Handelschufe,

[34:46] Beziehungsweise für das Angebot für das Vertriebssystem, ja, warum, ja, ich kann dadurch einfach Preisschlachten, die einfach stattfanden, finden im Markt, ein bisschen, ja, eindampfen, ich kann auch dem, ich biete dem Händler auch Planungssicherheit, indem er natürlich nur eine gewisse Vergütung dann je vermarktete Fahrzeuge hält, ja, also das ist auch dahingehende Planungssicherheit. Und wenn ich dann auch in das Thema digitale Dienste denke, in das Thema Kundendaten, ja, das tut natürlich weh dem Herrn Will, ja, der ja immer die Gatekeeper-Funktion dann zum Kunden dann eingenommen hat und hat da eigentlich den Kundendatenstamm gehabt und hat darüber dann, das war sein, das war sein Asset, ne, und wenn das dann natürlich dann, weil der Vertrag wird dann mit dem Hersteller geschlossen und nicht mit dem Händler, wenn das natürlich dann alles Richtung Hersteller wandert, dann denkst du zunächst, uh, das ist jetzt nicht vorteilhaft für mich.

[35:40] Aber vielleicht brauchen wir das einfach, um den Kunden in einem Only-Channel-Landschaft dann zu betreuen, um eben auch diese digitalen Dienste anbieten zu können, um, vielleicht ist das eben halt jetzt gefordert, ja, und selbstverständlich muss das sehr kooperativ ablaufen. Ja, ja, ich weiß, das sind warme Worte, aber im Grunde geht es ums Business, das ist mir auch klar, ja, und der Autohausunternehmer ist nun mal, am Jahresende muss er dafür für gerade stehen, ob die Zahl schwarz oder rot ist, ja. Und deswegen braucht er ja die Planungssicherheit. Also, ich würde nur sagen, man darf jetzt nicht pauschal sagen, Agenturmodell, nein, nein, nein, nein, nein, will ich nicht, sondern man kann sich da durchaus mal mit auseinandersetzen. Und Volkswagen verprobt das ja gerade im Elektro-Bereich und ich bin gespannt, ob das, ja, vielleicht nicht eine Lösung darstellt, auch für die Verbrennung.

[36:32] Ist denn in dem Kontext, Digitalisierung ist jetzt auch wieder sehr, sehr häufig gefallen, der Punkt, glaubst du denn, oder welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf das Geschäftsmodell des Autohändlers de facto haben? Ja, also, ich hatte vorhin Digitalisierung, was verstehen wir dann alles darunter? Ja, interne Prozesse hatte ich dann, Kundeninteraktion hatte ich dann bei und dann hatte ich auch noch das Thema Digitalisierung der Produkte. Also, welchen Einfluss auf das Geschäftsmodell, Geschäftsmodell ist ja auch viel, ja. Also, ich glaube tatsächlich, dass die Vermarktung digitaler Produkte, wenn wir in Richtung Functions on Demand denken, kein allzu fetten Ergebnisbeitrag, Umsatzbeitrag in Zukunft, auch in Zukunft im Automobilhandel liefern wird.

[37:21] Ich finde es aber richtig und auch notwendig, dass Hersteller, nee, oder dass die Handelsstufe an eben an diesen Umsätzen, die durch digitale Dienste erwirtschaftet werden, dann eben auch beteiligt werden. Ja, weshalb, ja, weil Situation, Kunde geht ins Autohaus, lässt sich beraten, kriegt auch dort das Fahrzeug ausgeliefert, ja. Dann haben wir den Verkaufsberater oder den Produktexperten, der eben diese Prozesse ausübt. Ja, und wenn er nicht vergütet wird für die Functions on Demand, wird er auch nicht, sprich dem Kunden, das alles schmackhaft macht, präsentiert, dann wird das auch gar nicht präsentieren, ja. Und dann kriegst du das Ding auch nicht in die Fläche. Das ist für mich der Grund, dass ich dann eben auch den Händler da entsprechend dann eben auch beteilige an diesen Erlösen.

[38:11] Ich glaube aber nicht, dass das ähnliche Ergebnisbeiträge irgendwann liefern wird, wie jetzt der Werkstattbereich oder so. Also das wird nochmal so ein Slice sein, ja, das ist gut und soll es geben. Aber ich glaube nicht, dass das Geschäftsmodell dadurch dann komplett sich verändert. Okay. Ja, das war bis dato super interessant und super vielfältig, weil das so mal wieder den Blick so nach vorne irgendwie wirft. Im Grunde sind wir durch, aber ich habe noch die klassischen Abschlussfragen. In diesem Fall habe ich heute mal einen Abschlussfragen, weil wir schon ganz viel in unserem Talk so drin hatten. Und da wird es auch ganz praktisch für den Herrn Professor. Und zwar, wann sitzt du denn das erste Mal an einem komplett autonomen Auto, fährst von mir aus von zu Hause ins Büro und liest Zeitungen dabei und kümmerst dich nicht um deine Umwelt?

[39:00] Also im Grunde ist es gar keine Situation, die ich eigentlich so herbeisehene, weil ich fahre furchtbar gerne Auto. Ich fahre nur nicht so gerne Auto, wenn es heißt, ich stehe dann im Stau. Von dem her, ich möchte gar kein Auto haben, das kein Lenkrad und keine Pedalerie hat, sondern optional. Das mal vorweggeschickt. Die Frage ist ja da immer, wann sitzt du in einem komplett autonomen Auto? Ja, was ist autonom? Ja, es gibt so viele, so Teilautonomen. Ja, ich glaube, jeder, diese Level, ja, Foot-off, Hand-off, Eye-off, Mind-off. Und was ist das? Ja, Level 5. Genau, Body-off, glaube ich, das ist das Letzte, dass wir in irgendeinem Robo-Cab sitzen. Ja, das wäre Body-off. Ich denke, es ist mal so Mind-off. Ja, also ich habe dann auch, ich könnte theoretisch selber fahren, aber ich fahre dann eben, lass mich shutteln.

[39:48] Das, so, jetzt willst du natürlich eine Zahl hören, ist mir auch klar. Also, ich muss trotzdem noch eine kleine, kleine, kleine Unterscheidung machen. Ich glaube, wir werden auf bestimmten Strecken, werden wir das früher haben als auf anderen. Sprich, Autobahnen versus super quirliger Stadtverkehr. Da hast du so viele, in der Stadt hast du so viele Unsicherheiten, die du eben über diese ganzen Sensoren, die dort eingebunden werden, um das autonome Fahren dann auch zu ermöglichen, nur sehr schwer kontrollieren kannst. Also, ich glaube, um Zahlen zu nennen, ich glaube, jetzt im Autobahnbereich kann ich mir 2030 durchaus vorstellen, dass das funktionieren wird, zehn Jahre. Ja, und im Stadtbereich dann eben zehn Jahre später.

[40:38] 2040\. Auch da wird es Piloten geben, ja. Wir haben ja heute schon, wir sind jetzt auch bewusst, dass wir heute schon Pilotautobahnen haben, wo das schon möglich ist. Aber jetzt wirklich, dass er da so, dass die Fläche damit unterwegs ist und ich sage, ja, möchte ich nach München fahren, möchte ich nach Köln fahren oder möchte ich irgendwo quer nach Hannover, dass ich das frei entscheiden kann, ob ich das jetzt hier selber gelenkt oder ob ich das über Autonom wähle. Das könnte ich mir für 2030 vorstellen. Ja, ganz, ganz lieben Dank, dass du dich meiner Vielzahl von Fragen gestellt hast und auch ein ganzes Buch in einer Objektive oder eine subjektive Zusammenfassung für uns gepresst hast. Ganz lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Ich sage danke für die Einladung, für die Möglichkeit. Hat mir Spaß gemacht.

[41:24] Sehr gern. Damit sind wir mit dem Podcast für heute durch. Und ja, vielen Dank und schöne Grüße nach da draußen. Und wir hören und sehen uns. Macht's gut. Ciao.
