# AutoExpo, Dennis Schmidt, Geschäftsführer

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/benzingespraeche/187-autoexpo-dennis-schmidt-geschaeftsfuehrer/
Reihe: Benzingespräche
Folge: 187
Datum: 06.05.2026
Dauer: 45 Min
Gäste: Dennis Schmidt

## Worum es geht

Vom Aushilfsjob zum Geschäftsführer und 15.500 verkauften Gebrauchtwagen im Jahr In dieser Folge spreche ich mit Dennis Schmidt, Geschäftsführer der AutoExpo, Deutsche Auto-Markt GmbH, über seinen außergewöhnlichen Weg vom Aushilfsjob bis an die Spitze eines der effizientesten Autohäuser Deutschlands. Wir tauchen ein in innovative Prozesse, beeindruckende Verkaufszahlen und die Kraft eines starken Teams, das über Jahrzehnte zusammengewachsen ist. Gemeinsam blicken wir auf aktuelle Herausforderungen wie Hackerangriffe und die sich wandelnde Welt der Elektromobilität. Dennis teilt offen, wie Digitalisierung, KI und neue Mobilitätsmodelle den Gebrauchtwagenmarkt verändern – und warum menschliche Nähe trotz aller Technik entscheidend bleibt. Hör rein und erfahre, wie echte Leidenschaft und kluge Strategie die Branche prägen! Dennis Schmidt auf LinkedIn: <https://www.linkedin.com/in/dennis-schmidt-mobilitaetsexperte/> AutoExpo Deutsche Auto-Markt GmbH <https://www.autoexpo.de/>

## Links aus der Folge

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- [www.autoexpo.de](https://www.autoexpo.de/)

## Gespräch als Text

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[00:00] Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Kurzer Boxenstop bei unserem heutigen Partner. Vmove. Vmove steht für reibungslose und zuverlässige Fahrzeuglogistik in Deutschland und ganz Europa. Was macht Vmove besonders? Die Kombination aus persönlicher und partnerschaftlicher Zusammenarbeit, des großen Netzwerks und der einzigartigen volldigitalen Plattformen. Hier treffen Transparenz und Innovation sowie Vertrauen und Effizienz aufeinander. Wer Fahrzeuge transportieren lässt, sollte Vmove kennen. Mehr dazu unter Vmove.de. V-E-M-O-V-E.de.

[01:20] Hallo und herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Und ich bin schon wieder so ein bisschen eigentlich in der lachenden Stimmung, weil ich habe gerade meinem Gast von heute gesagt, nimm dich im Acht. Am Anfang habe ich immer irgendwelche wirren Ideen, um das Intro zu machen. Aber fassen wir es kurz. Herzlich willkommen, Dennis Schmidt, Geschäftsführer von Autoexpo Deutsche Automarkt GmbH. Hallo Dennis. Hallo. So. Freut mich, dass ich dabei sein darf. Ja, total. Nachdem wir uns ja verabredet haben für den Podcast und dann haben wir uns zufällig auf der Flotte in Düsseldorf gesehen, wo ich auch echt erstmal sortieren musste. Ist das oder ist das nicht? Aber wahrer. Ich bin es gewesen, ja.

[02:05] Ja, also. Jetzt müssen wir aber erstmal so ein bisschen abholen, weil der Kurzname Autoexpo könnte jetzt auch auf eine Automesse deuten, wenn man wollte. Und Deutsche Automarkt GmbH ist jetzt auch nicht so bekannt, also mir zumindest nicht. Was ist denn Autoexpo? Ja, Autoexpo, der Begriff ist tatsächlich ein bisschen schwierig und wird auch gerne mal missgedeutet. Also sehr, sehr oft wird es verwechselt mit Autoexport. Also da kommen immer mal wieder Anfragen, seid ihr Exportspezialisten an der Stelle, aber weit gefehlt. Wir sind eine hundertprozentige Tochter der deutschen Leasing. Wir vermarkten die Leasingrückläufer im Auftrag der deutschen Leasing und agieren im Grunde als klassisches Autohaus. Wir haben natürlich einen B2B-Anteil, keine Frage, aber wir verkaufen auch B2C. Aber der Name, den gibt es seit 1989 und wer sich den tatsächlich mal ausgedacht hat, ich weiß es nicht, aber er lebt seitdem.

[03:05] Okay, alles klar, habe ich das schon mal geklärt. Und ich erlebe dich heute Gott sei Dank entspannt. Wir sprachen im Vorgespräch so drüber. In dieser Woche sind so die News rausgekommen, die leider nicht so positiven News, dass die Schwacke scheinbar ein größeres Problem mit einem Hackerangriff hat und das natürlich Einfluss auf den, ich sage mal, eigentlich den ganzen Autohandel hat und ihr da auch einige Tage gerudert habt, aber das einigermaßen im Griff habt und du auch den Termin freundlicherweise nicht abgesagt hast. Ja, ist tatsächlich so. Schwacke ist natürlich auch ein Dienstleister, mit dem wir zusammenarbeiten. Aber Gott sei Dank sind wir so aufgestellt, dass wir hier auch auf Alternativlösungen umschwenken können. Es dauert natürlich immer einen Moment, bis sich neue Prozesse oder Workeruns etabliert haben, aber an der Stelle hatten wir tatsächlich keinen Stopper im Prozess. Deswegen tut mir das natürlich sehr leid, was da passiert ist bei der Schwacke. Ich habe auch nur die Informationen, die auf der Homepage stehen. Aber klar, wir haben zumindest für uns Workeruns etablieren können, mit denen wir gut arbeiten können.

[04:10] Okay, also haben wir quasi jetzt hier was Zeitgenössisches abgearbeitet, was gerade passiert. Aber es geht ja gar nicht um die. Also man muss ja auch erst mal sagen, das, was ihr da so tut, das tut ihr ja ganz gut, weil jetzt im März 2026 habt ihr bei dem Gebrauchtwagen Award von Kfz-Betrieb und da habt ihr ja den Award freier Handel gewonnen. Erstmal Glückwunsch nachträglich. Aber wieso? Warum? Weshalb? Das klären wir ja noch später. Aber das war doch schon mal ein ganz geiler Jahresauftakt, oder? Ja, absolut. Da haben wir uns sehr drüber gefreut. Also danke für die Gratulation. Und wir sind über Jahre eigentlich immer als Gäste auf der Veranstaltung gewesen und haben mit dem Gedanken gespielt, auch selbst mal teilzunehmen. Und in diesem Jahr haben wir dann gesagt, wir machen das jetzt mal. War insgesamt ein total spannender Auswahlprozess, die Jurybesuche. Aber klar, wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass wir da auch mit unseren Themen punkten konnten und dass wir offensichtlich das gar nicht so schlecht machen, was wir tun.

[05:13] Da kommen wir auf jeden Fall noch im Detail zu. Da gibt es bemerkenswerte Zahlen. Als wir das besprochen haben, dachte ich, wie geht das? Also schlichtweg, wie geht das? Aber da kommen wir auf jeden Fall. Da könnt ihr euch drauf freuen. Ja, jetzt aber erstmal, bevor wir noch näher drangehen an euer Unternehmen, an eurem Business Case und so, wer ist denn eigentlich der Dennis Schmidt eigentlich? Das musst du uns erzählen, weil deine Karriere begann ja quasi als übertragenermaßen Tellerwäscher in eurem Unternehmen.

[05:47] Definitiv. Also bezogen auf die Autoexpo kann man den Vergleich wunderbar hernehmen. Also ich habe vor jetzt mittlerweile sind es fast 21 Jahren bei der Autoexpo begonnen und tatsächlich als Aushilfe. Es war im Grunde so ein, nach dem Studium ging es darum, Lücken im Lebenslauf zu vermeiden. Das war das Ziel. Und die Autoexpo suchte damals eine Aushilfe und wo wir eben schon mal den Begriff hatten, um schwacke Bewertungen zu machen. Ja, und das war für mich dann damals tatsächlich die Gelegenheit, direkt nach dem Studium so einen Einstieg in den Beruf zu finden. Und das war damals tatsächlich gar nicht so leicht im Arbeitsmarkt. Also es war nicht so, dass Akademiker gesucht waren an der Stelle, sondern im Gegenteil. Ich habe das auch mitbekommen über meine Kommilitonen, die sich so von Praktikum zu Praktikum hangelten in der Zeit. Und ich bin damals tatsächlich mehr oder weniger durch Zufall auf die Autoexpo gestoßen. Und dass dann das daraus wird, was es geworden ist, hätte ich zu dem Zeitpunkt auch nie gedacht.

[06:47] Wahnsinn. Also du bist da gut 21 Jahre im Unternehmen. Aber sag mal so ein paar Fakten noch zu dir. Wie alt bist du? Woher kommst du? Und so. Ja, die wichtigen beruflichen Stationen im Unternehmen dann halt. Ja, genau. Ja, also ich bin 49 Jahre alt, bin verheiratet, habe einen 15-jährigen Sohn, komme aus Siegen. Also das ist so in etwa 80 Kilometer weg von Gießen, von der Autoexpo. Habe auch an der Universität Siegen BWL studiert. Dann, so als das BWL-Studium in den letzten Zügen war, parallel noch VWL an der Fernuniversität in Hagen studiert, weil es einfach auch Ähnlichkeiten zwischen den beiden Disziplinen gab, ein paar Synergien, die ich nutzen konnte. Ganz, ganz am Ende des Studiums dann noch ein Praktikum gemacht bei der Krombacher Brauerei. Und in der Zeit habe ich mich im Grunde schon dann mit Stellensuche beschäftigt und habe zu der Zeit festgestellt, ist gar nicht so einfach, man wartet jetzt nicht auf mich. Und da kam dann irgendwann die Autoexpo ins Spiel. Und wie wir es eben schon hatten, habe dann angefangen als Aushilfe, bin dann aber relativ schnell fest übernommen worden, habe im Bereich Technik und IT eine ganze Weile zugebracht, also 2005 als Aushilfe gestartet und eigentlich bis 2013 in verschiedenen Funktionen in erster Linie in der IT tätig gewesen. Dann gab es 2013 die Zusammenlegung der

[08:12] Teamstechnik und Systeme. Und wenn ich von Technik rede, reden wir eher so von Kfz-Technik. Systeme war eher IT, passt eigentlich disziplinarisch gar nicht so richtig zusammen. Aber es ging eher darum, so eine Teamstärke zu erreichen. Und es waren die einzigen Mitarbeiter damals, die nicht irgendwie in einem Team zusammengefasst waren, sodass es dann eben ein eigenes Team gab, was dann groß genug für einen Teamleiter war. Und weil ich eben in beiden Bereichen tätig gewesen bin, bin ich dann 2013 Teamleiter dieses Teams Technik und Systeme geworden. Zwei Jahre später, also 2015, kam dann die Vertriebsverantwortung in der Autoexpo dazu. Auch sicherlich ein Sprung, der unüblich ist aus der Technik in den Vertrieb, aber es bot sich damals einfach so an, sodass ich dann zu dem Zeitpunkt, also 2015 und 2016 wurde das Ganze nochmal manifestiert, im Grunde für die Teams Technik, IT und Vertrieb in der Autoexpo zuständig war. Also im Grunde alles außer Finanzen und Export lag dann irgendwo bei mir, sodass dann im Jahr 2022 die Geschäftsführung bei der Autoexpo gefolgt ist. Und das mache ich dann jetzt seit vier Jahren.

[09:24] Sehr schön. Also wirklich dadurch den, durch das Unternehmen gearbeitet und so quasi jede Stufe mitgenommen und hast dich aber weiterentwickeln können. Was ist denn, das frage ich immer sehr gerne, weil das ist nicht so häufig, dass man Menschen trifft, die so lange in einem Betrieb sind. Was macht denn möglicherweise euren Betrieb so besonders, dass das möglich ist bei euch und ja letztendlich Menschen so lange, ich sage jetzt mal, ich formuliere es mal einfach doof, gehalten werden können? Ich glaube, da kommen ein paar Punkte zusammen. Ich glaube, ein wesentlicher Punkt ist, dass wir immer schon eine ganz gute Teamdynamik hatten. Also es hat immer Spaß gemacht. Man geht eigentlich jeden Morgen gerne zur Arbeit. Aber wir haben damals, als ich angefangen habe, eine Mitarbeiterzahl von 15 gehabt. Also ein relativ kleines Team damals. Und wir konnten wirklich gestalten. Also wir haben ganz, ganz viel aufgebaut über die Jahre. Ideen, die man hatte, haben sich dann irgendwo in den Prozessen verwirklichen lassen. Wir konnten wirklich das Geschäftsmodell optimieren. Und wir haben alle, die damals schon angefangen haben, wir haben noch viele aus der Zeit hier. Also ich bin jetzt keine Ausnahme mit den über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit.

[10:39] Wir haben viele. Also auch 30 Jahre und mehr haben wir bei der Auto Expo. Und wenn man so seine ganze Energie in etwas reinsteckt und sieht, wie sich das dann auch realisieren lässt, wie Dinge aufgehen, wie Dinge Dann lässt man so ein bisschen allein. Also da entsteht. Also da entsteht einfach Loyalität. Jetzt haben wir natürlich auch die Einbettung in die Deutsche Leasinggruppe, was insgesamt natürlich einfach auch ein toller und stabiler und starker Arbeitgeber ist. Das ist natürlich auch etwas, was man auf der Plusliste hat, wenn man schaut, was gefällt einem am Job. Ich hatte auch immer, das ist dann eher so das persönliche Thema, im richtigen Moment die Chance, mich weiterzuentwickeln. Also ich habe selten Stagnationen erlebt. Es gab immer wieder Möglichkeiten.

[11:27] Und man hat dann auch auf mich vertraut. Man hat mir das Vertrauen gegeben im Unternehmen. Und ja, dann kommt man so Stück für Stück weiter. Ideen werden umgesetzt. Viele Prozesse, die wir heute leben, sind irgendwann mal auf meinem Schreibtisch auch entstanden oder mit entstanden. Da haben natürlich ganz viele Menschen mitgearbeitet. Und wenn man dann sieht, wie es irgendwie auch funktioniert, dann macht es einfach Spaß. Und dann ist, glaube ich, die Hemmschwelle zu wechseln ziemlich groß, wenn man Freude an der Arbeit hat. Ja, das ist eine wunderschöne Überleitung, die du mir da quasi vorlegst. Die baue ich aber gerade nochmal ein bisschen ein, weil du sagtest gerade, es gibt eine Menge Prozesse, die auch mal bei dir am Schreibtisch vielleicht noch in einer anderen Tätigkeit oder anderen Funktion entstanden sind. Aber ich meine, mich erinnern zu können, dass du auch gesagt hast, dass ihr habt ja, wenn wir jetzt aufs Autohaus so sprechen können, ihr habt einen großen Output im Jahr an Fahrzeugen, die halt über die Muttergesellschaft ja kommen und ihr braucht viel Platz.

[12:27] Ihr habt einen relativ großen Standort und den Standort, der wurde ja mal irgendwann gebaut und da bist du ja auch nicht ganz unbeteiligt. Das ist so. Also als ich angefangen habe, waren wir noch an einem anderen Standort in Gießen, also gar nicht weit weg von hier, circa fünf Kilometer. Und da haben wir uns dann zunächst mal rein mit Prozessen beschäftigt. Also wie wäre eigentlich der optimale Prozessdurchlauf durch unseren Workflow? Das heißt, das Erste, was wir gemacht haben, ist das entsprechende IT-System gebaut. Damals hatten wir aber noch nicht den optimalen Standort dafür. Das heißt, in meiner Tätigkeit damals im IT-Bereich konnte ich den optimalen Workflow entwickeln, wie ein Fahrzeug sozusagen durch die Autoexpo geführt werden müsste. Damals musste man dann mit den Hemmnissen, die der alte Standort mit sich gebracht hat, leben.

[13:12] Dann kam aber irgendwann der Punkt, an dem wir uns entscheiden mussten, ob wir die Miete, der war gemietet, der alte Standort, ob wir dort langfristig verlängern oder tatsächlich einen neuen Standort errichten. Gott sei Dank hat man sich für Letzteres entschieden, sodass wir jetzt in Fernwald, also ungefähr fünf Kilometer entfernt von dem anderen Standort, im Jahr 2013 komplett neu gebaut haben. Wir haben hier insgesamt mittlerweile knapp 80.000 Quadratmeter zur Verfügung, also wirklich ein großes Gelände. Und wir hatten das große Glück, dass die Prozesse, die haben ja vorher schon gestanden. Und wenn man da neu baut, kann man im Grunde das Gebäude so errichten, dass die einzelnen Stationen, die ein Fahrzeug durchlaufen muss, letztlich auch baulich hintereinander stattfinden. Das ist natürlich eine große Chance gewesen, die wir damals gehabt haben.

[13:59] Also ganz vereinfacht, durch ein Tor fährt ein Fahrzeug rein, absolviert im idealen Ablauf die Prozesse und durchs andere wieder raus. Und das ist natürlich auch eine Chance, die wir damals gehabt haben. Die kommt nicht alle Tage, die mussten wir ergreifen. Und das ist sicherlich auch ein Grund, warum wir in der Lage sind, bis zu 100 Fahrzeuge am Tag rein und raus quasi zu verarbeiten. Und das mit einem Team von eben nur 49 Menschen. Ja, kommen wir gleich noch drauf, auf die beeindruckenden Zahlen, wo ich immer wieder nachdenke, wie geht das? Aber kommen wir drauf. Ich habe euch bewusst erst das erste Mal auf dem Gebrauchtwagen-Oberort wahrgenommen.

[14:41] Und das hat mich an ein anderes Konzept von einem großen Mercedes-Händler erinnert, wo auch, ich sag mal, so ein Einbahnstraßensystem und so und alles sehr durchorganisiert ist und macht ihr aber halt auch schon länger. Und du sagtest ja auch, es gab quasi erst die Prozesse und dann konntet ihr das Physikalische nachziehen. Und da warst du ja auch daran beteiligt und sagtest ja auch, dass wenn du heutzutage am Betrieb vorbeikommst, erst glaube ich in der Nähe von der Autobahn und man guckt so drauf und denkt so, boah, nicht ganz unbeteiligt daran. Das ist schon ganz gut, ne? Ja, das macht auf jeden Fall Spaß. Ja, keine Frage. Also das ist wirklich eine tolle Gelegenheit gewesen und da blicke ich auch gerne darauf zurück auf die Zeit und das, was hier steht, macht einen dann auch ein Stück weit stolz.

[15:27] Keine Frage. Ja, okay. Also kommen wir jetzt mal auf einen nicht ganz unwichtigen Punkt, weil ihr gehört ja zu einem anderen großen Unternehmen, die euren Business Case ja, ich sag mal, möglich machen. Das muss man vielleicht noch mal ein bisschen erklären. Du hast es vorhin so ein bisschen angedeutet, aber nenn uns doch mal so die Gesamtzahl an verkauften Fahrzeugen im Jahr und dann musst du so ein bisschen erklären, woher das rührt. Ja, also im letzten Geschäftsjahr haben wir 15.500 Fahrzeuge verkauft. Das sind nahezu alles Leasingrückläufer aus der deutschen Leasinggruppe. Im Grunde ist es so, wenn Fahrzeuge ins Leasing gehen, dann muss nach drei, vier Jahren, also nach einer Leasingperiode mit den Fahrzeugen ja was passieren.

[16:15] Und ein Großteil der Fahrzeuge, die die deutsche Leasinggruppe verliest, also klassisches gewerbliches Flottenleasing, davon sprechen wir hier, sind dann im eigenen Risiko. Und der Restwertgarant ist dann sozusagen die Auto-Expo, also die Tochtergesellschaft. Man hat das damals ausgegründet, weil dann sind wir in dem Zusammenhang eben kein Finanzdienstleister, sondern können als Autohaus agieren. Es gibt auch andere Leasinggesellschaften, die haben eigene Abteilungen dafür. Aber bei der deutschen Leasing hat man eben eine Tochter gegründet an der Stelle. Ja, und dadurch ist das Thema Einkauf für uns natürlich im Grunde geregelt. Also unser Nachschub ist gesichert. Wir haben planbar zwischen 13.000 und 15.000 Fahrzeuge, die wir jedes Jahr bekommen. Daneben bauen wir gerade auch einen eigenen Ankauf auf.

[17:02] Das ist etwas, was wir in einer Art Pilotphase gerade betreiben. Und dann kommen eben noch Dinge wie Inzahlungnahmen klassisch hinzu. Es geht an uns natürlich auch nicht vorbei, wenn Privatkunden bei uns ein Fahrzeug kaufen und ihr Altes in Zahlungen geben. Dann bieten wir das auch an. Insofern sind das dann Fahrzeuge, die keine Leasingrückläufer sind. Aber im Kern würde ich sagen, 95 Prozent der Fahrzeuge, die wir hier vermarkten, sind Leasingrückläufer aus der deutschen Leasinggruppe. Okay, heißt aber auch, es deutet blitzt ein bisschen an. Es ist ja sehr gut planbar. Also ihr wisst quasi, was in drei Jahren kommt, oder? Exakt, genau. Also da gibt es nur wenig Abweichungen. Also der eine oder andere Leasingnehmer kauft sein Fahrzeug raus. Es gibt auch mal einen Totalschaden, der irgendwie auf dem Weg passiert.

[17:49] Aber es gibt auch mal eine Verlängerung eines Leasingvertrages. Aber ich würde sagen, zu größer 80 Prozent ist der Rücklauf sehr gut planbar. Das heißt, wir können uns auch, was die Kapazitäten betrifft, sehr gut darauf einstellen. Und wir wüssten eben auch, wenn mehr käme, als wir heute verarbeiten können, dass wir in irgendeiner Form reagieren müssen. Das heißt, wir hätten immer drei Jahre Zeit. Okay, gibt es da, ja, es gibt auf jeden Fall Besonderheiten. Wir wissen, dass, ich sag mal, ein drei Jahre altes Elektroauto technologisch oder reichweitentechnisch halt nicht mehr das hat, was jetzt ein neues Auto hat, dass das dann anders unter Druck gerät. Und dann kommen noch Förderungen auf Neuwagen und nicht auf Gebrauchtwagen hin und her. Also so einfach, wie sich das dann anhört, ich weiß jetzt schon, was ich in drei Jahren für welchen Euro verkaufe, ist dann doch nicht.

[18:40] Exakt, also das Ganze ist natürlich am Ende des Tages immer mit der Unsicherheit des Marktes behaftet. Also es ist ja nicht so, dass ich jetzt schon, du hast es gerade gesagt, weiß, welches Fahrzeug ich wie in drei Jahren verkaufen kann. Also es ist ja Chance und Risiko zugleich. Wir kommen aus einer Phase, da sind Gebrauchtwagenpreise durchs Dach gegangen. Das ist noch nicht lange her. Da waren wir natürlich froh über den Rückfluss, den wir hatten, denn viele hatten überhaupt Probleme, an Fahrzeuge zu kommen. Und wir hatten wirklich einen stabilen Rücklauf. Also an der Zeit war das eine absolute Chance. Aber natürlich sind auch Risiken mit dem Thema verbunden. Wenn ich immer drei Jahre in die Zukunft schauen muss, da bin ich sehr dankbar, dass in der Deutschen Leasing wirklich ein professionelles Restwertkomitee besteht.

[19:28] Also Asset Management nennt sich das im Haus Deutsche Leasing, die wirklich sehr, sehr schlau mit dem Thema Restwert umgehen. Also nicht jeden Hype mitgehen, nicht jede positive Entwicklung auf dem Gebrauchtwagenmarkt drei Jahre nach vorne übersetzen und sagen, das wird ja alle Zeit so bleiben, sondern wirklich dort auch konservativ zu planen, was ist machbar in drei Jahren. Und natürlich durch Mobilitätswandel, durch neue Antriebe wird das Geschäft nicht leichter. Also du hast es eben angesprochen, Elektromobilität hat jetzt natürlich eine andere Dynamik da reingebracht. Also bei dem klassischen Verbrenner war schon relativ klar, was passiert über die Jahre. Aber wir haben, wenn wir jetzt mal so zwei, drei, vier Jahre oder vielleicht auch noch etwas länger zurückschauen, haben wir doch relativ viel im Markt erlebt, was vorher 25 Jahre gefühlt immer gleich war.

[20:14] Also wir haben eine Pandemie gehabt, wir haben Chipmangel, wir haben Dieselskandal gehabt. Alles Dinge, die Einfluss auf Restwerte nehmen, die auch teilweise Antriebstechnologien, ich denke an den Dieselskandal, auch schlecht dastehen lassen. Jetzt hast du das Thema Förderung für neue E-Mobilität angesprochen. Auch das ist natürlich ein Thema, was am Ende Restwerte unter Druck bringt. Wenn Neuwagen günstiger werden, muss im Grunde ein Abstand zum Gebrauchten da sein. Warum soll sonst der Gebrauchte gekauft werden? Also an der Stelle würde ich als Gebrauchtwagenhändler mindestens sagen, gut gedacht, ist nicht immer gut gemacht. Ich glaube nicht, dass das eine besonders gute Idee war, die Förderung zumindest so, wie sie ausgestaltet ist. Aber auch da wird sich am Ende ein stabiler Sekundärmarkt bilden.

[21:04] Natürlich gibt es da ein paar Risiken und denen muss ich eben begegnen, indem ich nicht allzu euphorisch in die Planung reingehe, sondern eben möglichst viele Dinge versuche auf dem Schirm zu haben, wenn es um Restwerte geht. Okay. Ja, total spannend. Mir ist gerade eine Sache noch bewusst geworden, weil wir haben jetzt so über die Größe eures Unternehmens gesprochen, wie viele Fahrzeuge ihr durchpusht, dass ihr da an einer Muttergesellschaft direkt hängt, wo natürlich viel reinkommt, dann viel B2B.

[21:36] Ihr sitzt in Fernwald in Hessen, das ist ganz grob nördlich von Frankfurt, die Sauerlandinie hoch, so die Ecke. Es ist tatsächlich die A5, nicht direkt die Sauerlandinie, aber es ist unmittelbar in der Nähe von Gießen. Also fünf Kilometer und man ist in Gießen drin. Alles klar, worum es mir geht ist eigentlich, es könnte jetzt so der Eindruck entstehen, dass ihr so eine Autohandelsmaschine seid, die B2B und sehr unpersönlich handeln. Aber ihr gebt ja auch eine Menge Gas, ich glaube regional im Marketing, genau das nicht zu sein, sehr nahbar zu sein. Was macht ihr denn da? Ich weiß, dass ihr da eine große Kooperation vor Ort habt und auch einen auf Sympathikus macht.

[22:27] Ja, absolut. Also der Ansatz ist schon, also der vergangene Ansatz ist schon dieser B2B-Ansatz gewesen. Da kommen wir her, aufgrund der Stückzahlen, die wir haben. Aber wir haben uns auch mit dem Neubau, den es ja mittlerweile auch schon über zehn Jahre gibt, wir haben eben darüber gesprochen, natürlich auch auf die Fahnen geschrieben, immer mehr auch in den B2C-Bereich reinzugehen. Das gelingt auch ganz gut. Und insbesondere natürlich hier regional, ich glaube B2C ist immer noch ein sehr regionales Geschäft, insbesondere im Gebrauchtwagen-Bereich. Da sind wir jetzt natürlich schon sehr bekannt geworden und machen jetzt gerade auch eine große Kampagne mit dem Madin Schneider, der insbesondere ja auch in Hessen bekannt ist. Und das wollen wir auch damit rüberbringen, dass wir uns da schon als hessisches regionales Autohaus sehen, auch wenn wir natürlich rein von der Größe nach ganz Europa verkaufen.

[23:18] Aber das klassische B2C-Geschäft findet eben doch noch im unmittelbaren Umkreis statt, weil Gebrauchtwagenverkauf immer noch viel mit Look and Feel zu tun hat. Die Leute kommen ins Autohaus. Hier ist auch richtig Traffic jeden Tag. Und insofern müssen wir natürlich da auch viel Zeit und Energie in Marketing investieren, damit wir eben gefunden werden. Und tatsächlich, das ist, wie du eben sagtest, wir werden eben oft auch wahrgenommen als dieser große B2B-Händler. Wir müssen den Leuten dann einfach erstmal erklären, nein, du darfst hier auch reinkommen. Wir sind hier für jeden Kunden da. Das hat sich natürlich mittlerweile etabliert. Aber wenn man wirklich einfach nur an der Autobahn vorbeifährt, könnte man auf den ersten Blick denken, es ist tatsächlich ein reiner B2B-Händler. Ich glaube, wer zum ersten Mal in unserem Showroom gestanden hat, der weiß sofort B2C.

[24:08] Okay, alles klar. Ja, das wollte ich einfach nur mal rausarbeiten, weil nicht, dass der Eindruck da entsteht, so einer kalten B2B-Autoverwertungsanstalt. Ja, also überhaupt nicht. Also das spielen wir komplett anders. Also wir sind hinter den Kulissen sicherlich schon die Maschine, die Fabrik. Aber sobald wir sozusagen gegenüber dem Kunden unterwegs sind, da sind wir das klassische Autohaus. Ja, weil der aufmerksame Hörer wird zwei Zahlen wahrgenommen haben und sich vielleicht schon seinen Teil denken. 49 Mitarbeiter und letztes Jahr gut 15.500 verkaufte Autos.

[24:53] Das ist jetzt nicht so normal für einen Verkauf. Also das passt einfach nicht so richtig zusammen. Wie geht das? Zum einen durch voll digitalisierte Prozesse. Also das ist unumgänglich. Wir packen dann insbesondere in der Hereinnahme wenig wirklich mit der Hand an. Das ist sehr, sehr standardisiert, geht sehr, sehr schnell. Im Grunde sind alle Drittsysteme, mit denen wir irgendwo zusammenarbeiten, über Schnittstellen angeschlossen. Es gibt kompletten Datentransfers. Es wird da nicht mehr viel wirklich manuell gemacht an der Stelle. Sonst wäre das auch nicht möglich. Jetzt muss man natürlich sagen, den einen oder anderen Dienstleister setzen wir schon auch ein im Hereinnahmeprozess. Also bei uns auf dem Gelände ist beispielsweise APZ, die viel Logistikarbeit für uns machen.

[25:41] Wir haben den TÜV Süd, der im Zweischichtbetrieb Gutachten anfertigt bei uns. Wir haben Carglass, Bescheibenwechsel, alle tatsächlich in dieser Prozessstraße hintereinander. Die haben sozusagen ihre Box, ihre Büros und die Fahrzeuge werden dann eben, wenn sie dran sind, genau dort vorbeigefahren. Deswegen vieles in der Hereinnahme erinnert eigentlich an eine Fließfertigung, nur dass sich eben kein Band bewegt, sondern das Objekt sich eben selbst bewegen kann. Und das ist sicherlich ein Punkt, wie das geht. Und wir haben dann eben zu unseren 49 Mitarbeitern, die du eben angesprochen hast, ungefähr das Gleiche nochmal an Mitarbeitern irgendwo im Dienstleisterbereich für uns tätig.

[26:27] Sodass man sagen kann, an diesem ganzen Prozess sind sicherlich schon Richtung 100 Menschen beteiligt. Aber das ist natürlich am Ende vergleichbar im Autohandel bei 15.500 verkauften Fahrzeugen immer noch sehr wenig. Ja, aber total irre. Ich habe das, wie gesagt, ich habe euch da beim GW Award wahrgenommen, habe mich sowieso für alle Ausgezeichneten gefreut, weil das waren so unterschiedlichste Konzepte. Und dann habe ich so das Video gesehen und dachte auch so, wow, okay. Dann kam, dann habe ich so das Konzept so mit dem Einbahnstraßen digitalisiert, alles so, okay, auch alles cool. Und dann habe ich die Zahlen gehört und dachte, meine Güte, Moment. Also das ist schon echt irre und da macht er echt einen Top-Job.

[27:15] Da wollen wir aber jetzt mal, ich habe vorhin eine Sache vergessen einzubauen und zwar, wir gucken ja immer zusammen erstmal in den Rückspiegel. Das haben wir nämlich die ganze Zeit schon getan. Ja. Deine Vergangenheit, wie das Unternehmen gewachsen ist und es ist ja auch, es ist so selten. Es gibt, natürlich gibt es da draußen KMUs und Unternehmen, wo vielleicht eine Idee oder ein digitaler Prozessor am Anfang stand und dann ist ein Unternehmen drumherum gewachsen. Auch im Beton, aber im Autohandel halt eigentlich, also fällt mir jetzt kaum ein zweiter oder dritter ein. Deswegen ist das so besonders, deswegen wollte ich das mal wirklich von dir hören, wie das so funktioniert hat. Aber ich würde ganz gerne mit dir mal in die Zukunft so ein bisschen schauen, das Fernlicht anmachen.

[28:00] Ja. Du bist jetzt seit gut 21 Jahren selber im Autohandel, hast nicht nur vieles erlebt, an jedes Jahr eine neue Krise, das New Normal bei uns, sondern du hast ja auch viel selber mitgestaltet und Co. Wie sieht dein Blick, dein persönlicher Blick so auf die nächsten Jahre in der Autobranche aus? Ist das für euch mit eurem Geschäftsmodell einfach der normale weitere Autohandel oder wie ist so dein Blick in die Zukunft? Ja, das ist vielschichtig. Auf der einen Seite denke ich schon, dass unser Geschäftsmodell in der Ausprägung, wie wir es betreiben, auch weiterhin absolut überlebensfähig ist. Aber ich glaube, man muss, also man darf nicht einschlafen an der Stelle.

[28:49] Man muss schon schauen, wie entwickelt sich Mobilität, gibt es da neue Modelle. Du hattest auch schon mal das Thema KI und so weiter erwähnt. Das sind natürlich alles Entwicklungen, die eine Rolle spielen. Und ich glaube, es ist wichtig, diese Dinge im Markt zu beobachten, zu schauen, was funktioniert, was funktioniert auch nicht. Also jedem Hype direkt hinterher zu springen, halte ich auch für keine gute Idee. Aber es ist schon sinnvoll, das eigene Geschäftsmodell immer auch zu hinterfragen. Und ich denke schon, das Thema der unterschiedlichen Antriebsarten hatten wir. Also E-Mobilität ist gekommen, um zu bleiben. Das ist ziemlich sicher an der Stelle. Wir sehen das eben auch hier wieder über die Muttergesellschaft, dass wir einen deutlich steigenden Anteil an E-Mobilität haben werden in den nächsten Jahren.

[29:35] Das heißt, auch unser Thema Beratungsaufwand wird ein anderer. Es werden andere Fragen gestellt. Wir haben immer die Fahrzeuge, die vor drei, vier Jahren ins Leasing gegangen sind. Das heißt, der E-Anteil, der steigt jetzt erst langsam an. Wir haben mittlerweile signifikante Zahlen, aber vor zwei Jahren spielte E-Mobilität im Gebrauchtwagengeschäft noch keine große Rolle. Das wird jetzt immer mehr werden. Was ich positiv sehe, ist tatsächlich, dass wir ein reiner Gebrauchtwagenhändler sind. Und ich glaube, in dem Bereich, da werden sich auch andere Handelsgruppen definitiv professionalisieren. Weil in dem Bereich können sie ja wirklich noch als Händler auftreten und können noch Margen erzielen. Es gibt das Neuwagengeschäft, das wird immer enger an der Stelle. Gott sei Dank ein Thema, mit dem wir nicht umgehen müssen. Aber ich bin schon ziemlich sicher, dass das Thema Mobilität, Fahrzeug, auch Eigentum am Fahrzeug weiterhin eine Rolle spielen wird.

[30:27] Es wird auch noch ein paar andere Modelle geben, über die man nachdenken muss. Mir liegt ganz viel auf der Zunge gerade. Ja, das ist glaube ich. Also von daher denke ich, Hinterfragen ist wichtig. Aber es wird auch gerade im Gebrauchtwagenhandel nach vorne hin möglich sein, ertragreich zu arbeiten. Ihr habt also, in eurem Konzept habt ihr gar keine Neuwagen drin, ne? Gar keine. Reiner Gebrauchtwagenhändler. Das ist ja schon mal interessant, weil ich, wenn man so in die Branche hört, und da waren ja auch andere Preisträger und die stellen gerade oben, die schauen zwei Gebrauchte auf einen neuen und am liebsten drei auf eins. Und ich kenne aber auch durchaus Händler, die sind bei zwei Neuwagen auf einen Gebrauchten. Und ich habe nicht den Eindruck, ich habe ja keinen Namen genannt, das ist ja auch gut so.

[31:14] Ich habe nicht den Eindruck, dass die nervös sind. Und das macht mich nervös. Aber ich bin nur der kleine Tim, der sich so deinen Teil denkt.

[31:22] Und das andere ist das Thema, jetzt fällt mir das deutsche Wort nicht ein, Ownership, Besitz, der Besitz an einem Fahrzeug. Und da hast du gerade deine Meinung geäußert und da sind ja regelmäßig auch Dienstleistende draußen unterwegs, die sagen, nein, der Wunsch nach Besitz an einem Fahrzeug, das endet bald. Und deswegen ist alles nur noch geliest, geaboisiert und keine Ahnung. Ja, es ist zumindest nicht das, was wir so tagtäglich wahrnehmen, dass das so wäre. Klar ist, dass es konkurrierende Modelle geben wird. Das ist aber ja nicht immer nur ein Risiko, ist ja auch eine Chance.

[32:08] Denn was hindert uns daran, beispielsweise auch ein Abo-Modell für Gebrauchtwagen anzubieten? Wäre ja denkbar. Also nicht alles ist immer direkt eine Bedrohung, aber es muss sich am Ende rechnen. Das heißt, das ist das, was ich meinte. Man muss es einfach beobachten, wie der Markt sich entwickelt. Und solange der Verkauf eines Fahrzeugs problemlos funktioniert und rentabler ist als ein Abo-Modell, würde ich es eher so tun. Aber wenn ich erkenne, dass eben die Nachfrage nach Abo-Modellen immer größer wird, im Grunde kann ich natürlich auch die gebrauchten Fahrzeuge nochmal in eine Schleife im Lebenszyklus bringen, nochmal neue Wertschöpfung generieren und sie dann später immer noch verkaufen. Das ist alles möglich. Aber im Moment sehen wir immer noch, dass die Nachfrage nach gebrauchten Fahrzeugen, Ich glaube auch insbesondere, wir haben natürlich mit diesen drei, vier Jahre alten Leasing-Rückläufern, die sind in der Regel Scheckheft gepflegt, gut ausgestattet.

[32:58] Wir haben natürlich auch attraktive Ware, die haben einen Großteil ihres Wertverlustes hinter sich. Das passt einfach sehr gut gerade in den Markt rein. Und das, was man möglicherweise am einen Ende verliert, weil Menschen eben darüber nachdenken, lohnt das überhaupt noch so viel Geld für ein Fahrzeug auszugeben? Das gewinnen wir, glaube ich, gerade im Moment am anderen Ende hinzu, wo Menschen sagen, also Neuwagen macht echt keinen Sinn mehr als Privatkunde. Denn dann ehemalige Neuwagenkäufer landen dann im Gebrauchtwagenmarkt und die können wir natürlich dann auch wieder gut dazugewinnen als Käufer. Also von daher, der Markt wird sicher differenzierter, der wird komplexer, aber gute Modelle werden sich weiterhin durchsetzen. Ich glaube, es ist allerdings schwieriger, je kleiner das Autohaus, je kleiner der Händler ist, mit der Komplexität immer noch Schritt zu halten, weil dann ist man nicht mehr in der Lage, für jede Herausforderung irgendwie Spezialisten einzustellen.

[33:55] Das wird dann immer schwierig. Ja, ich war in Gedanken auch, es gibt ja nun mal bei dem einen oder anderen Hersteller oder gab es so die Umstellung der Vertriebsmodelle auf Agenturvertrieb. Was war da vielleicht ein Treiber hinter, dass man Fahrzeuge nicht verkauft, sondern über einen längeren Zeitraum der Lebensdauer quasi in eigenen Büchern hält und dann immer noch eine Zweit-, eine Drittverwertung, wie auch immer halt generiert für sich und das Fahrzeug halt in seiner Wertschöpfung bei sich behält. Und ihr seid ja mit eurem Autohaus ja quasi schon Teil dieses Steps, weil es ist ein Leasingfahrzeug von der Deutschen Leasing eurer Mutter und ihr macht ja quasi Segment 2, die Zweitverwertung. Das ist ja auch das Interessante, wenn man jetzt sehe, da gäbe es auf einmal einen abrupten Stopp irgendwie bei Neuwagen und du wüsstest, ah, in drei Jahren kommen nicht mehr so viele rein, kannst ja anfangen heute schon dann nicht mehr zu verkaufen, sondern auch anders zu vermitteln und dann eine Zweitverwertung wiederum zu machen.

[34:58] Ja, das ist der Vorteil, dass wir im Grunde immer so drei Jahre vor dem Problem oder vor der Chance sind. Wir wissen, da kommt etwas und man hat eine gewisse Zeit zu reagieren. Das ist tatsächlich ein Vorteil, den wir haben über diese Planbarkeit des Geschäftes. Es ist, wie du sagst, wenn an irgendeiner Stelle Zufluss deutlich größer wird oder deutlich kleiner wird, dann hat das einen Impact in drei oder vier Jahren und ich habe eben genügend Zeit, mich darauf vorzubereiten und möglicherweise auch Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Okay. Etwas anderes Themenfeld, da sprachen wir so ein bisschen drüber, was ja alle bewegt im Moment ist das Thema Künstliche Intelligenz, KI. Jetzt seid ihr natürlich eine Tochter von einem sehr, sehr großen Unternehmen, was es wahrscheinlich nicht einfacher macht, ich sag mal, mal eben ins Testing zu gehen, du bist ja auch außer IT nicht immer die allerbeste Idee ist, aber generell, du bist ja mit der ganzen Materie IT und KI, denke ich, auch vertraut.

[36:00] Welchen Einfluss wird KI so grundsätzlich auf den Autohandel und die Menschen im Autohandel wohl nehmen? Was hast du da für eine Meinung zu? Also ich glaube schon, dass insgesamt der Einfluss von KI, der wird riesig sein. Da bin ich sehr sicher. Es wird auch noch einen Moment dauern, bis sich die richtigen Modelle entwickeln. Also im Moment habe ich sehr häufig das Gefühl, dass da irgendwelche Cases oder Unternehmen wie Pilze aus dem Boden sprießen, aber eigentlich ist da gar nicht so der richtige Business Case hinten dran, sondern einfach nur, ich habe da irgendein KI-Thema. Ich glaube aber, ich glaube, das ist sehr, sehr sicher, dass natürlich Autohandel insgesamt, je größer man ihn betreibt, auch sehr viel mit Daten zu tun hat. Mit Marktdaten, mit Fahrzeugdaten und da hat KI natürlich große Möglichkeiten.

[36:52] Analyse, Preise prüfen, Preise setzen, was geht wo, in welchem Bereich am besten. Das ganze Thema Lead Management ist sicherlich auch ein Ansatzpunkt für KI. Also ich glaube, da wird es sehr, sehr viele Einflüsse geben. Aber es sind natürlich auch ein paar Themen, die müssen bedacht werden. Du sprachst es an, wir gehören zu einem großen Unternehmen. Bei KI gibt es auch sicher Datenschutzthemen. Da gibt es gesetzliche Normen, die einzuhalten sind. Also es ist genau, wie du gesagt hast, wir gehen eben nicht in irgendwelche KI-Tools und testen da irgendwas. Ganz im Gegenteil, das läuft alles über die Muttergesellschaft. Und wenn wir irgendwas mit KI machen wollen würden, dann müsste das definitiv auch freigegeben sein, weil da gibt es Gesetze und Normen, die einzuhalten sind an der Stelle. Aber auch da werden sich die Anbieter natürlich professionalisieren.

[37:40] Und ich bin mir sehr, sehr sicher, dass wenn wir das Thema in fünf Jahren rückblickend betrachten, dass wir an vielen Stellen KI-Cases im Einsatz haben. Ob das jetzt durchgängig in jedem Bereich so sein wird oder in einzelnen Bestandteilen, das wage ich jetzt nicht zu sagen. Aber es ist definitiv so, dass KI das ganze Thema noch mal auf den Kopf stellt. Aber ich glaube trotzdem, dass insbesondere Handelsgeschäft irgendwo auch People's Business bleibt. Wenn ich zurückdenke, Corona ist so ein Thema, da haben alle gesagt, jetzt kommt der Online-Vertrieb. Weil die Autohäuser mussten dann ja auch teilweise die Türen geschlossen halten. Und dann hat man umgestellt auf Online-Vertriebsmodelle, die dann auch eine Zeit lang ganz passabel funktioniert haben, weil es ja auch eben anders nicht ging.

[38:30] Und man hat gedacht, das wird dann auch danach sich etablieren. Und ehrlicherweise ist es nach wie vor möglich und es wird auch genutzt. Aber der Anteil, der ist gering. Also am Ende möchten die Menschen dann eben doch noch mal drin gesessen haben in dem Fahrzeug und möchten es mal angefasst haben und möchten vor allem mit einem Menschen gesprochen haben. Deswegen glaube ich, dass KI ganz, ganz viele Möglichkeiten an ganz vielen Stellen hat. Es gibt aber auch Stellen, wo sie Grenzen hat. Und das ist so meine Einschätzung zu dem Thema. Okay. Eine Frage habe ich noch. Jetzt seid ihr natürlich mit dem Output, den ihr da habt und so wenig Mitarbeitern etwas im Sonderfall. Aber die Frage, ob ihr jetzt 500 oder jetzt 49 Mitarbeiter hast, ist eigentlich ähnlich.

[39:15] Sprecht ihr in eurem Team proaktiv über Künstliche Intelligenz, was da kommen mag? Oder weil das bei euch jetzt einfach noch kein effektives Thema ist, ist das auch noch in der Belegschaft kein Thema? Also ich will nicht sagen, dass es kein Thema ist, sondern wir kriegen ja quasi tagtäglich irgendwelche Modelle präsentiert, was irgendein Tool kann an der Stelle. Natürlich beschäftigen sich viele Menschen auch bei uns privat mit so einem Thema. Ich glaube, ChatGPT nutzt ja auch nun ein großer Teil der Belegschaft auch privat. Und dann überlegt auch jeder mal da, wie kann denn das auch helfen dann an anderer Stelle irgendwo auf der Firma. Aber es ist tatsächlich im Moment jetzt kein allseits dominierendes Thema bei uns.

[40:00] Das nicht. Aber natürlich, die Muttergesellschaft schläft da auch nicht. Die Deutsche Miesing hat da an der Stelle definitiv auch Eisen im Feuer. Aber ganz klar, wir gehen das Thema professioneller an und können wir auch gar nicht in unserer Konstellation, dass wir da irgendwas einfach testen. Wäre undenkbar. Aber ich bin ziemlich sicher, dass wir, das habe ich eben kurz erwähnt, einige Jahre weiter auch KI-Fälle oder Tools irgendwo im Einsatz haben werden, weil man natürlich sonst an verschiedenen Stellen auch Wettbewerbsnachteile hat. Wir leben im Moment, das habe ich eben gesagt, von unseren schnellen Prozessen. Und KI kann da an der einigen, an ein oder anderen Stelle nochmal ein Beschleuniger sein. Und den Wettbewerbsvorteil, den wir heute haben, den wollen wir natürlich nicht verlieren.

[40:46] Den wollen wir behalten. Ja, genau. Also wäre es natürlich fahrlässig, das Thema jetzt irgendwie zur Seite zu schieben. Aber ich bin da schon so an dem Punkt, dass ich sage, es muss uns auch echt was bringen. Also jetzt KI einzusetzen, um zu sagen, ich habe auch irgendwo KI in meinem Prozess, das wäre mir jetzt deutlich zu wenig. Sondern ich muss entweder Geschwindigkeit gewinnen, Aufwände reduzieren, Qualität verbessern. Also irgendwo muss da was sein. Aber da gibt es ganz viel. Also da wird auch ganz viel kommen. Ich glaube, da wird sich auch noch einiges jetzt abschleifen. Ich glaube, es wird sich auch einiges verabschieden wieder aus dem Markt. Aber es wird umwälzend sein. Da bin ich mir sehr sicher. Also das wird nicht irgendwie ein kleiner zusätzlicher Punkt irgendwie sein, sondern es ist etwas, was das ganze Thema nochmal komplett neu aufsetzt.

[41:38] Absolut. Das ist keine Blase. Also ich kenne Unternehmer, die glauben, es ist eine Blase. Also nicht nur an der Börse, sondern auch technologisch. Halte ich für sehr interessante und gewagte These. Aber ich möchte mich erst mal bedanken für deine Zeit, die ihr genommen hast, weil wir sind jetzt auch schon wieder gut 40 Minuten hier am Quatschen. Und danke schön an der Stelle schon mal vorab. Ich habe aber immer noch die klassische Abschlussfrage, wo hier normal keiner rauskommt und ich überlege immer wieder, ändere ich sie und habe dann schon Ideen. Und dann werde ich immer wieder darauf angesprochen, dass die Leute das einfach gut finden, weil da so unterschiedliche Meinungen rauskommen. Also, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto in Deutschland?

[42:23] Du vielleicht holst dir das über eine App auf deinem Smartphone und dann kommt das Auto an, setzt sich rein hinten, machst die Zeitung auf und fährst von Siegen nach Fernwald ganz entspannt. Also du hast ja gesagt in Deutschland. Ja, ich habe jede Ausrede schon gehört. Ich weiß, wie ich das inzwischen zu nehmen habe. Also deswegen gehe ich mal davon aus, dass das in den nächsten fünf Jahren nicht passiert. Sehr schön, ja. Die nächste Frage wird sein, würde ich mich da überhaupt reinsetzen wollen? Das wäre dann, da bräuchte ich noch ein paar mehr Testergebnisse an der Stelle, also vielleicht in zehn Jahren. Okay, ja, ist klar. Es gibt an der Stelle ein Funfact. Letztens einen interessanten Podcast gehört von Journalisten aus dem Silicon Valley, die auch viel in San Francisco natürlich unterwegs sind, direkt um die Ecke.

[43:15] Und da gibt es ja die Waymos. Das sind häufig Jaguar E oder, nee, nicht E-Types, F-Pace oder irgendwie sowas, so Mini SUVs die da rumfahren. Und das ist inzwischen super normal, weil die wollen einfach in den Fahrzeugen sitzen und wollen gar keinen Fahrer mehr haben. Das ist so der Neue. Und jetzt gibt es wieder neue Company. Ich weiß aber gerade nicht, zu wem die gehört und wie die heißt. Da ist auch gar kein Lenkrad und keine Pedale mehr drin. Also du kannst auch vorne links sitzen. Wie ein Beifahrer, da ist nichts mehr. Und das ist wohl jetzt gerade der heiße Scheiß, so Silicon Valley, San Francisco. Also irre. Ja, ich glaube, da sind die einfach experimentierfreudiger an der Stelle. Und innerhalb der EU wird es sehr davon abhängen, ob da mal passiert oder nicht passiert. Der erste schlimmere Unfall, dann könnte das ganze Thema natürlich nochmal komplett mal aufgerollt werden.

[44:04] Ist ein schwieriges Thema, aber ich glaube, es dauert noch. Ja, alles klar. Ja, super. Dann sind wir mit all meinen Fragen an dich. Ich habe dich ein bisschen gelöchert durch. Dankeschön, dass du Rede und Antwort gestanden hast. Und ich fand das einfach beeindruckend und wollte das ein bisschen beleuchten und fand dich auch als Typ, wo wir da noch gesprochen haben, echt super. Und danke, dass du dabei warst. Ja, vielen Dank. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und war jetzt tatsächlich auch das erste Mal, dass ich an so einem Podcast-Thema mitgearbeitet habe. War super. Ja, hat gar nicht wehgetan, ne? Naja, hat gar nicht wehgetan, ja. Sehr schön. Okay, dann ich verabschiede mich von euch da draußen. Vielen Dank fürs Zuhören, wo auch immer ihr zugehört habt.

[44:50] Und ja, bald geht's weiter und die nächsten spannenden Storys sind auf jeden Fall in Vorbereitung, also vordurch. Ich sage Tschüss, macht's gut und der Dennis verabschiedet sich einfach auch noch. Ja, wie gerade gesagt, hat mir sehr viel Spaß gemacht und Tschüss an alle, die dazugehört haben. Gerne jederzeit wieder, wenn es nochmal ein interessantes Thema gibt. Danke. Danke.
