# Ralf Schütte, Fahrzeug-Werke LUEG AG, Bereichsleiter BDC, CRM und Marketing-Kommunikation

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/benzingespraeche/10-ralf-schuette-fahrzeug-werke-lueg-ag/
Reihe: Benzingespräche
Folge: 10
Datum: 31.07.2019
Dauer: 33 Min
Gäste: Ralf Schütte

## Worum es geht

Kundenzentrierung oder Tod: Veränderung im Autohandel mit Erfahrung, Herz und Digitalisierung Wie entwickelt man sich vom Junior zum Unternehmensnachfolger? Wie wechselt man als Unternehmer in ein großes Autohandelsunternehmen und ist nicht mehr Geschäftsführer? Welche Herausforderungen hat man als Führungskraft in einem 1400 Menschen großen Unternehmen? Im Gespräch mit Ralf Schütte schneiden wir sehr viele Themen an, die er in seinem Berufsleben begegnet ist. Wir reden über seinen Werdegang, Kundenzentrierung, Mobilität as a Service, neue Mobilitätsansätze und Mobilitätsmixe. Ralf ist absoluter Profi auf seinem Gebiet, super vernetzt, beobachtet alle neuen Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der LUEG AG und verliert bei noch so technischen und digitalen Themen nie den Menschen aus den Augen. Man spürt in diesem Gespräch, wie komplex die Aufgaben im Autohandel geworden sind aber auch, wie man diesen begegnet: mit Erfahrung, Herz und Digitalisierung. Auch reden wir über die Entwicklung des Ruhrgebiets und einem seiner Herzensprojekte, dem "Club Kohlenwäsche". Ein vielschichtiges Gespräch, diesmal nicht nur über den Autohandel! Links: Fahrzeug-Werke LUEG AG: [www.lueg.de](https://www.lueg.de)

## Links aus der Folge

- [www.lueg.de](http://www.lueg.de)

## Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

[00:00] Benzingespräche. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Hallo, herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute geht es weiter in der Serie und ich habe heute auch wieder einen spannenden Gast dabei, wo ich im Intro, er grinst mich schon an, lachen dabei jetzt schon mal. Der Name wird noch nicht ganz verraten, aber ich weiß, er ist extrem vernetzt, da kommen wir gleich noch zu. Jeder kennt so ein bisschen und er kennt auch immer jeden Namen, wo ich irgendwie aufschlage und das in die Runde werfe. Er ist der Leiter Marketingkommunikation bei Luke seit 2009, hat er auch das CRM und das BDC. Das musste ich so ein bisschen lernen. Das Internetvertriebsteam, Servicevertriebsteam steuert er da. Vorher war er Geschäftsführer und Gesellschafter beim Autohaus Bünde, VW- und Audi-Betrieb.

[01:26] Das war in der Zeit 1997 bis 2004. Und was ich auch ganz interessant finde, Macher und Mitglied des Club Kohlenwäsche in Essen, da kommen wir gleich auch noch drauf zu sprechen. Ein ganz tolles Projekt. Was ich gerade schon gesagt habe, total bekannt. Und hier ist er. Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Ralf Schütte, hi. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich bin etwas vom Intro überrollt, weil es ja doch ein bisschen viel der Ehre ist an der Stelle. Aber schön dabei zu sein. Vielen Dank für die Einladung. Ja, sehr gerne. Sollte jetzt nicht in den Himmel lobend sein, aber es ist echt interessant. Ich komme ja auch so ein bisschen rum bei den ein oder anderen Events in der Autobranche. Du bist ja auch schon lange unterwegs. Du kennst irgendwie alle, will ich schon beinahe sagen. Und dein Name ist durchaus ein Begriff. Und wenn man irgendwo was fallen lässt oder auch wir beide im Gespräch, ja den kenne ich, den kenne ich, den kenne ich.

[02:21] Ist ja schon geil. Aber das passiert halt auch über eine gewisse Distanz oder Zeit. Genau. Ich habe das Privileg, schon ein bisschen älter zu sein. Und ich glaube wirklich nicht, dass ich alle kenne oder dass ich mich alle kenne. Das ist auch gar nicht wichtig. Ich finde es einfach spannend, in der Branche spannende Gespräche führen zu können. Genauso wie du rumzugehen, Menschen zu treffen, die unterschiedlichen Ansätze in der Branche immer wieder kennen oder auch neu kennenzulernen. Und daraus ergibt sich natürlich eine Menge. Er hat sich ja auch in der Zeit eine Menge verändert. Definitiv. Wahnsinn. Du bist auch, also Gemeinsamkeiten, die wir haben, Marketingprofi. Du machst das sehr lange. Und du hast schon einen starken Fokus auf Innovation. Digitalisierung ist ein Wegbegleiter von dir.

[03:11] Aber du bist ja auch jemand, der so auch den Fokus dabei, aber immer noch auf den Menschen legt, der erreicht werden muss und mit denen du das halt erreichen möchtest. Du lebst auch in Essen? Genau. Seit 2005 bin ich hier im Ruhrgebiet, bin in Essen unterwegs und seit 2006 mit meiner Familie dann hier in Essen. Migrant im Ruhrgebiet. Migrant im Ruhrgebiet. Ich bin alter Essener. Wie sind denn so, Essen hat sich extrem verändert, finde ich. Also das ganze Revier, jetzt habe ich eher den Essener Fokus. Wie hast du das so wahrgenommen in den letzten, sagen wir mal, zehn Jahren? Genau so. Also für mich ist das Ruhrgebiet extrem spannend, weil auf der einen Seite wirklich zu spüren ist in Essen, in Dortmund, aber auch in Bochum und in anderen Bereichen.

[03:57] Aber Essen ist sicherlich herausragend. Umbruch, Veränderung und auf der einen Seite massive Innovationen. Mir als zugezogener, also mögen mir das im Ruhrgebiet nachgesehen, Düsseldorf gehört für mich immer sozusagen mit in die Betrachtungszone. Das ist alles zwischen Düsseldorf und Dortmund. Und wenn man das sieht, was sich da alles verändert hat, welche Probleme allerdings auch auf dem Tisch liegen, dann ist das aus deutscher Sicht schon einzigartig, glaube ich. Vielleicht noch vergleichbar mit Berlin. Auf der anderen Seite bin ich nach wie vor mega Fan dieser Region, weil ich immer noch nach 15 Jahren hier eine Menge Themen neu entdecke, weil ich immer noch von der Kultur, von dem Kulturangebot begeistert bin, weil ich immer wieder begeistert bin, wie unkompliziert Menschen hier miteinander kommunizieren.

[04:43] Und das auf allen Hierarchien und Ebenen. Und das fixt mich für die Region total an. Ja, ich habe mir so ein Stichwort in dem Kontext noch aufgeschrieben, dass das Ruhrgebiet ist ja auch immer stärker auf der Innovationslandkarte, taucht es immer häufiger auf. Und es werden ja häufiger auch Vergleiche gezogen mit Berlin oder anderen Metropolen. Ich sehe das so aus dem Marketingblick jetzt so. Und es war bis dato eigentlich immer ganz schön, schön im Windschatten von Düsseldorf, Hamburg, Berlin und München zu fahren. Weil das hat, das birgt auch Vorteile. Definitiv. Ah, da kommt die hippe Agentur aus Düsseldorf. Nee, wir müssen was essen.

[05:28] Und das fand ich ja immer ganz schön. Aber durch die, auch jetzt, was auch die Startup-Szene angeht, weil die ist im Moment extrem laut, auch mit den Veranstaltungen, die im Uruguay stattfinden, da kann man das auch gar nicht mehr so lange so verstecken. Und die, ein Punkt, den du ja auch sehr magst, Vernetzung, Thema Vernetzung, du interessierst dich auch für Startups. Genau. Da passiert dir eine Menge, ne? Ja, in der Tat. Also ich erlebe, dass aus ganz im Übrigen sehr unterschiedlichen Perspektiven das Thema Startup mal als Begrifflichkeit angegangen wird und auch so gedacht wird. Wenn ich sehe, dass auf der einen Seite eine Firma wie Haniel oder andere Großkonzerne hier im Ruhrgebiet Traditionsunternehmen sich dieses Gedankens bemächtigen und ein eigenes Startup bauen und das zum Beispiel dann wiederum an einem Ort, wo Haniel im wesentlichen Maße auch herkommt, nämlich Zollverein werden, dann ist es genauso herausragend wie 290 Tausendstudenten im Ruhrgebiet.

[06:24] Was auch keiner weiß, sondern ganz wenige. Wir haben ja drei Universitäten, die auch im Bereich, gerade die Dortmunder sind, in dem Bereich Technologie beziehungsweise auch künstliche Intelligenz sehr stark und das schon seit Jahrzehnten, muss man sagen. Also das ist sehr spannend und in gewisser Weise naheliegend. Auf der anderen Seite durch die Heterogenität des Ruhrgebietes, allerdings auch nicht so auf einen Fokus. Also es ist jetzt nicht die Stadt Essen, sondern es verteilt sich eben über das Ruhrgebiet und das ist ein Stück weit anders als in Berlin. Also ein Berliner kann immer sagen, ich bin in Berlin und das ist immer einfach. Da interessiert sich niemand für den Kiez, in dem der Startup dann ist. Hier im Ruhrgebiet würde man sagen, ja ich komme aus Bochum, ich komme aus Essen, ich komme aus was auch immer. Am Ende ist es deswegen vielleicht nicht so stark, aber genau wie du sagst, es wird lauter und die Menschen spüren, hier verändert sich was.

[07:13] Nutzt du jetzt in der Funktion mit Luke auch das Potenzial von solchen Studenten oder so einem Nachwuchs gezielt? Im Augenblick noch nicht. Wir haben an verschiedenen Stellen schon konkrete Anknüpfungspunkte für Datenthemen, für Online-Themen im Allgemeinen, sind aber ganz konkret in verschiedene Projekte noch nicht eingetreten, waren aber schon auf guten Vorbereitungsgraden, dazu vielleicht später noch. Gleichzeitig gibt es im Ruhrgebiet einen Initiativkreis, also einen Verbund großer und sehr großer Unternehmen, die im Übrigen wiederum auch eigene Startups befördern, die einen eigenen Venture Capital Fonds aufgelegt haben, um gezielt zu investieren. Und auch darüber sind wir indirekt, dann beteiligt zum Teil auch direkt, aber auch indirekt.

[08:01] Okay, kommen wir mal zum Rückspiegel. Schauen wir mal ein bisschen in die Vergangenheit. Zu deinem Werdegang, Baujahr 68, du bist verheiratet, hast zwei Kinder, lebst in Essen, kommst aber gebürtig aus Bünde. Genau. Kloster Bauerschaft. Ja, sehr schön. Wenn du mir das schon so servierst, dann haue ich es auch raus. Genau, perfekt. Und du hast zunächst eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker gemacht und bist dann über den Servicevertrieb und dann in die Verkäuferausbildung reingerutscht. Hast BWL studiert in Bielefeld und danach bist du dann aber Richtung, hast eine Verkaufsleiterausbildung gemacht und bist dann in den elterlichen Betrieb eingestiegen, 97. Genau, ganz genau. Wie kam das oder war das so ein bisschen vorgezeichnet, dass klar war, der elterliche Betrieb, da geht es hin?

[08:54] Ja, in der Phase habe ich mir offengestanden gar keine großen Gedanken darüber gemacht oder andersrum. Vorgezeichnet ist, glaube ich, der richtige Begriff. Für meine Eltern war immer klar, ich bin der Jüngste in der Familie, der Junge macht das. Okay. Das ist das Schlagwort. So bin ich aufgewachsen. Das war für mich auch auf der einen Seite Vorstellungsrealität, aber nicht so als Sohn, sondern schon als Aufgabe. Und deswegen war auch erstmal naheliegend, Kfz-Mechaniker zu werden. Auf der anderen Seite habe ich dann aber auch schon festgestellt, naja, Kfz-Mechaniker ist nicht meins. Ich habe heute zu diesem Berufsbild einen viel positiven und besseren Zugang als damals. Mich hat die Lehre erstmal nur gestresst. Also es war eine Situation, wo ich ganz andere Erfahrungen gemacht habe, wo ich erlebt habe, wie Menschen ganz anders sprechen, wie Druck ganz anders entsteht, wie im positiven Sinne einfach man auch mal Arbeit fertig haben kann und am Tagesende dann auch mit einem guten Gefühl nach Hause gehen kann, wenn es gut läuft.

[09:56] Auf der anderen Seite habe ich auch gelernt, was Service an der Stelle heißt. Also Prozesse wirklich von ganz unten, was es heißt, einen Teil zu holen und eine Inventur zu machen und so. Und viele der Dinge, auf die ich im Nachhinein aufbauen konnte, kommen aus der Zeit. Also Erfahrungen wirklich an der Schraube gemacht zu haben und am Ölfass an der Stelle. Erfahrungen an der Schraube, schönes Wort. War die Ausbildung auch im elterlichen Betrieb? Nein, nein, nein, das war immer ganz wichtig. Man geht immer in andere Betriebe, was auch räumlich jetzt nicht so weit weg war. Einer der Betriebe, mit dem ich dann im Nachhinein in einer Fusion auch die Familie darüber auch schon kannte, da habe ich da mal eine Lehre gemacht. In Bünde zwar, aber auch Volkswagen Audi-Umfeld, aber eben nicht im eigenen Betrieb. Das war wichtig. Und in dem Betrieb, wo du dann da reingegangen bist, bist du dann relativ schnell in die Geschäftsführung gegangen, gewechselt?

[10:43] Also es war so, dass ich 1997 im September den elterlichen Betrieb übernommen habe, dann in einem Nachbarort in Löhne, drei Wochen später, mich der Geschäftsführer und Inhaber eines wiederum kleinen Volkswagen-Audi-Betriebs anrief und sagte, ich gehe mit meinem Laden jetzt in die Insolvenz, lass uns doch mal sprechen. Drei Wochen später. Drei Wochen, nachdem ich den elterlichen Betrieb übernommen habe. Und so haben wir dann zum 01.01.98, also drei Monate, nachdem ich den Betrieb übernommen habe, meine Eltern einen weiteren Standort quasi aufgemacht mit dem Kompagnon respektive der Familie, bei der ich vorher auch gelernt hatte. Und das war für mich ganz spannend, weil ich eben in dieser Phase, in diesem Betrieb auch als Geschäftsführer unterwegs war, in Wirklichkeit aus einer Insolvenz heraus diesen Betrieb quasi übernommen, beziehungsweise in der Immobilien mit gleicher Mitarbeiterschaft und ich unfassbar viel gelernt habe über mich.

[11:38] Ich hatte damals schon das Gefühl, ich kann ganz viel und habe schon ganz toll im Studium und hier so ein bisschen in der Verkaufsleiterausbildung ganz viel gelernt. Die Wahrheit ist, ich habe lernen dürfen, ganz kleine Brötchen zu backen, weil die Wahrheit eben in der Tat war, jede einzelne Buchung hat mich überfordert, Liquiditätssteuerung hat mich überfordert, Betriebsorganisation an ganz vielen Stellen konnte ich nicht. Das waren alles so Dinge, wo ich nochmal für mich persönlich allerbesten Sinne Erdung erfahren habe. Und auch was ich nicht können oder konnte und kann oder damals nicht konnte, war eine wichtige Lehre in der Zeit. Hat die Theorie die Praxis getroffen? Hat die Praxis die Theorie zerstört. Das ist glaube ich noch stärker. Wiederum ein Jahr später haben wir diese Betriebe dann komplett in eine größere Fusion dreier Familienunternehmen mit vier Betrieben und 150 Personen dann eingebracht.

[12:28] Das war ganz spannend, um es nur anzudeuten und sehr prägend für den weiteren Lebensweg. Jetzt liegen da schon mehr als zehn Jahre zwischen. Und wenn du da so zurückblickst, Höhen oder Tiefen oder wirklich Learnings aus der Zeit? Extrem. Also deswegen eben meine Andeutung, viel gelernt zu haben. Also das hat sich, dieses Unternehmer an der Stelle sein, daraus haben sich ganz schnell sehr intensiv unterschiedliche Aspekte abgebildet. Das eine war, dass mir klar wurde, auch bitter klar wurde, Professionalität ist zwingend. Das ist einer der ersten Aspekte. Das heißt, grundsätzlich, wenn du heute ein Autohaus, auch damals, wenn du ein Autohaus führen willst, musst du in der Lage sein, die Prozesse zu beurteilen.

[13:18] Die Prozesse zu führen und das heißt nicht zu managen, du musst sie führen. Das bedeutet, im Verkauf, Neuwagen und Gebrauchtwagen sind separate Themen. Gerade im Neuwagenbereich bist du sehr vom Hersteller abhängig, den du vertrittst. Auf der Gebrauchtwagenseite bist du frei, aber das sind viele handwerkliche Themen. Du musst auf den Einkauf achten, du musst die Risiken managen. Service ist ein ganz anderes Thema, wo du dann wieder ganz andere Qualitäten und Qualifikationen brauchst, genauso wie im Teil- und Zuhörbereich. Und ungeachtet dessen brauchst du eine ganz glasklare kaufmännische Vorstellung. Du brauchst eine klare kaufmännische Steuerung. Das Thema Liquidität ist ein zweiter wichtiger Punkt, das hat mir vorher keiner so gesagt oder es war mir nie so klar, bis ich selber in die Situation kam, Liquidität führt.

[14:06] Ja klar, es ist ein guter Liquidität vor Rentabilität, hat man schon mal irgendwo gehört. Was das im Konkreten bedeutet, was es heißt, jeden Monat für Entgelte zu sorgen, für die Lohnnebenkosten gerade zu stehen, die Steuer zu zahlen, das ist etwas, was mich sehr geprägt hat, weil da eine völlig andere Wahrnehmung im Hinblick auf Verantwortung für mich sich dann eingestellt hat. Die zwei Punkte voran, aber dann natürlich auch etwas, was ich mitlernen durfte, Größe zählt. Es reicht eben nicht, irgendwo kleiner Krauter zu sein, sondern du musst eben mehr tun an der Stelle. Skalierbarkeit hängt als Schlagwort noch mit hinten dran, das ist so ein bisschen wieder die Brücke auch zu den Starlets rüber.

[14:53] Und dann noch zwei Punkte, Abhängigkeit und Haltung. Was Abhängigkeit bedeutet und was Haltung bedeutet, können wir uns dann gerne nochmal anschauen. Das ist jetzt ein paar Jahre her. Jetzt bist du inzwischen schon zehn Jahre bei Luke und da verantwortest du das Marketing. Wie kam denn der Wechsel zustande aus dem elterlich übernommenen Betrieb? Da hängt eine Historie dran, zweite Generation. Und dann denkt sich der Ralf, so, ich ziehe mal weiter. Es war genau so nicht. Das Spannende daran ist eben in der Tat, dass wir erlebt haben, auch als Gesellschafter, was Krise bedeutet. Ich habe in meinem eigenen Umfeld, damals in der Phase der Endneunziger, Anfang 2000er, hat sich der Markt in Deutschland massiv verändert.

[15:41] Die Neuwagenzulassungen gingen deutlich runter. In der Phase ist in Ostwestfalen, unserem Heimatmarkt, der sehr mittelständisch geprägt ist, haben wir erlebt, was das heißt, wenn Wirtschaft um dich herum schwächelt. Das war dann auch die Frage, wie wirkt sich das auf uns aus? Und das hat sich massiv ausgewirkt. Die Arbeitslosenquoten gingen damals hoch. Wir haben uns im Übrigen auch als Gesellschafter schon gestritten. Das war schon klar. Als Gesellschafter haben wir durchaus auch unterschiedliche Ansätze. Und dieser Streit ging am Ende so weit, dass wir in der Phase, in der wir in Wirklichkeit nachher saniert haben, uns im Kern uneinig waren, wo wir hinwollten. Und dank eines sehr gut uns begleitenden Unternehmensberaters war dann irgendwann klar, wir müssen auch reduzieren.

[16:30] Es ist wichtig, dass dann auch im Prinzip Klarheit existiert. Und dann war für mich irgendwann der Punkt gekommen, zu sagen, okay, dann bin ich derjenige am besten mal, der geht. Das hat sich insoweit ganz gut eingestellt, zwar im Laufe des Jahres 2004. Ich kannte, weil ich lange auch für den Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen Tarif verhandelt habe, die Tarifverträge mit verhandelt habe, kannte ich eben zum Beispiel damals auch den Personalvorstand von Luke, der mich dann im Sommer irgendwann 2004 ansprach, ob ich nicht zu Luke kommen wollen würde. Und das war in der Tat für mich spannend, dahingehend, dass ich eine Wette im Kopf hatte, nämlich zu sagen, Größe führt. Also was ich eben schon gesagt habe, ich glaube, die Größe zählt. Und ich wollte unbedingt die Chance ergreifen, so einen Laden wie Luke auch kennen zu lernen, der in der Branche ja nun auch einigermaßen bekannt war.

[17:24] Aber um das abzuschließen, das war auf jeden Fall eine extrem harte Zeit und auch für meine Eltern eine ganz schwierige Situation und für mich im Übrigen auch, aus meinem eigenen Unternehmen, mit meinen eigenen Leuten einfach die Entscheidung zu treffen und meine Tochter war gerade zur Welt gekommen, loszulassen und mich im eigentlichen Sinne rauszuschneiden. Und das war hart, muss ich echt sagen. War gleichwohl aber wirklich eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Da habe ich jetzt zwei Fragen zu. Wie haben denn die Eltern reagiert? Also in der Tat war es ein Prozess. Das war also in der Tat etwas, was nicht über Nacht gekommen ist, sondern meine Eltern haben natürlich genauso wie die Gesellschaft auf der anderen Seite Junioren und Senioren erlebt, wie viel Energie das verbraucht, wenn man sich eben streitet, wie schwierig die Dinge einzuschätzen sind.

[18:11] Und ab einem gewissen Punkt war klar, das geht so nicht mehr. Und von da aus war das für meine Eltern nachvollziehbar, aber schwierig. In jeder Beziehung schwierig. Der andere Punkt, der mich interessiert, da bist du Unternehmer gewesen. Und im Unternehmertum hast du gewisse Freiheiten. Du kannst lenken, du kannst steuern im Rahmen der Möglichkeiten, die es auch dann zulässt natürlich. Aber du hast da schon sehr viel in der Hand. Dann zu wechseln auf eine, sagen wir mal, Manager-Position. Wie hat sich das denn für dich angefühlt und was ist denn da passiert? Weil da gehören noch zwei zu. Du einmal, der sich das zutraut. Weil häufig, das ist echt ein Unterschied, ein Unternehmer, ein Manager.

[18:56] Und das Gegenüber. Weil Luke, die müssen ja auch sagen, er ist ja eigentlich ein eigener Unternehmer und den integrieren wir jetzt hier rein. Also ja, total viel, weil in der Tat ist das wiederum der Glücksfall auf der anderen Seite. Weil als ich zu Luke kam, hatte ich erstmal einen Auftrag, nämlich Smart sanieren. In der Phase, der Anfang 2000er Jahre ist die Marke Smart, die ja erst Ende der 90er wirklich gestartet ist, auch mächtig in Verwirbelungen gekommen und wie sich relativ schnell herausstellte. Was mir aber damals so keiner so richtig sagen wollte, eigentlich hatte ich was zu sanieren. Das konnte ich aber, deswegen war das völlig okay. Und ich habe im Übrigen damals festgestellt, wie Partnerschaft zwischen Hersteller und Händler auch wirklich funktionieren kann. Also echte Partnerschaft wurde von anderen Konzernen, ich muss sie jetzt namentlich nicht erwähnen, so gesagt.

[19:48] Andere haben es wirklich gemacht und das war eine spannende Erfahrung. Aber ich konnte mich also so relativ schnell eingliedern und Luke hat für mich von vornherein immer bedeutet Offenheit. Es gab seitens der Vorstände und auch im Übrigen der echten Gesellschafter nie das Gefühl, dass ich in irgendeiner Form am falschen Ort wäre, im Gegenteil. Und so durfte ich eben bei Luke ganz für mich spannende Erfahrungen und Projekte und Inhalte übernehmen. Also nach der Smart-Erfahrung habe ich dann ein Jahr lang noch Gebrauchtwagen gemacht für die gesamte Gruppe und habe dann fast drei Jahre lang Personal im Konzern gemacht, als Personalverantwortlicher und Organisationsverantwortlicher. Und das eben auch in einer Phase, wo es darum ging, die Gruppe auf neue Beine zu stellen.

[20:34] Und konnte dann im Nachhinein, und das mache ich jetzt in der Tat genau, wie du sagtest, seit jetzt fast zehn Jahren, Marketing, Kommunikation übernehmen, aber das in der Kombination mit Online-Themen und in der Kombination mit Daten. Und etwas zusammenführen und aufbauen und kreieren quasi, was mich schon immer interessiert hat, wo ich aber genauso wie bei den anderen Themen vorher eigentlich wenig bis gar keine Erfahrung hatte. Und Luke heißt für mich, dass ich unfassbar viel lernen durfte und unfassbar viel auch im unternehmerischen Sinne, im Luke-schen unternehmerischen Sinne, auch unternehmen durfte. Und dieses Maß an Freiheit wurde mir immer mitgeschenkt. Und von daher ist das der Grund, warum ich auch heute noch gerne da bin. Ja, man kann, glaube ich, schon sehr differenzieren zwischen Manager und Managern.

[21:20] Manager in Großkonzernen werden weit weniger Freiheiten haben in dem, was sie tun und auch in der Vielfalt. Und wie du auch gerade sagtest, mit dem Thema Marketing, Digitalisierung, Daten, da schafft man sich ja auch, da hast du Freiheit, ne? Das sind ja neue Themen, da muss ja erstmal der Weg beschritten werden. Wie sieht denn da, wie sieht denn so dein Alltag aus? Eigentlich sehr unspektakulär in jeder Beziehung, also zumindest von innen betrachtet. Ich habe befürchtet, dass du sowas sagst, aber das glaube ich dir nicht ganz. Weil es macht dir ja Spaß, was du tust. Ja, definitiv. Also es ist so, dass ich in der Tat erstmal das große Glück habe, Menschen zu haben, nämlich umgeben in meinem Team, die wirklich Ahnung von dem haben, was sie tun und ich das Vergnügen habe, wirklich viel lernen zu dürfen an der Stelle.

[22:06] Wir versuchen in diesem Team wirklich alltäglich zu schauen, an welcher Stelle kommen jetzt welche Projekte. Es gibt ja unfassbar viel Sacharbeit, die einfach auch erledigt werden muss und die mache ich genauso wie meine Kolleginnen und Kollegen an der Stelle. Und dann gibt es natürlich immer wieder Projekte, die wir uns vornehmen dürfen und dann sind wir sehr stark in Projektarbeit. Und Projektarbeit heißt wirklich, wir arbeiten, wie jetzt gerade im Hintergrund, im Stillen, an der Weiterentwicklung der Webseite. Das nennen wir intern als Projekt dann Rebrush und dann wird an dem Projekt intensiv über den Zeitraum von N gearbeitet. Ich mache parallel dazu Rebrush der Webseite. Der hat ja keinen Bock auf Relaunch gehabt. Nee, frag mich doch jetzt nicht sowas, da kommen wir doch zu einer anderen Zeit. Im Weiteren darf ich ein anderes Projekt noch machen, nämlich die Frage, wie ist eigentlich Multikanal aktuell bei uns schon aufgestellt?

[23:01] Und sagen wir mal so, da ist noch Raum für Verbesserungen und wie kann man den organisieren? Wie können die Prozesse dazu aussehen? Auch das ist ein Projekt, was mich sehr ausfüllt und sehr begleitet. Und von daher ist es eine Mischung aus Sachthemen und Sacharbeit und auf der anderen Seite von Projekten, kleineren und größeren, die wir gemeinsam treiben. Das passt jetzt alles auch schon so auf meinen nächsten Blog, den ich mir so notiert habe, wo ich mit dir darüber sprechen möchte. Aus unseren Gesprächen, wir tauschen uns ja regelmäßig aus, weiß ich, du bist wirklich super informiert, was das Thema Marketing, Online-Marketing und Digitalisierung angeht. Jetzt auch mit dem, was du vorhin gesagt hast. Das ist schon ein persönliches Interesse? Ja, total. Also ich finde, die meisten Menschen, die ich eben auch kenne, denen geht es genauso wie mir, an der Stelle sind neugierig.

[23:49] Und wenn man neugierig ist und aus einer gewissen Business-Perspektive schaut, ist das, was sich gerade über die letzten Jahre im Marketing und auch im technischen Bereich im Marketing getan hat, etwas, was unglaublich spannend ist. Und von da aus öffnen sich dann in der Tat alle Türen. Also da trifft dein persönliches Interesse, deinen Job natürlich. Klar, natürlich. Ist deine Erfahrung auch, dass in den letzten Jahren, ich überlege gerade in welcher Zeit, ich sage mal so in den letzten drei Jahren, vielleicht fünf Jahren, dass es eine unglaubliche Explosion gegeben hat in der Vielfalt im Bereich Marketing? Also ich finde, dass die, also so jetzt als Fremder in Anführungsstrichen erstmal, oder Bereichsfremder auf die letzten zehn Jahre zurückgeschaut, ich finde, dass sich in den letzten Jahren in der Tat das Thema technologisch nochmal dramatisch weiterentwickelt hat.

[24:39] Die Möglichkeiten, die vorher da waren, also in den letzten zehn Jahren, waren vorsichtig formuliert auch schon nicht zu verachten. Was aus meiner Sicht dazu kommt, ist, dass wir einfach unterm Strich theoretisch mehr wissen und das dann eben auch in die Praxis umsetzen können. Seien es Klarheiten im Hinblick auf emotionale Ansatzpunkte bei Kunden oder bei Menschen im Allgemeinen, die hoffentlich dann irgendwann zu Kunden werden. Sei es eine technologische Möglichkeit, heute eine Webseite anders aufzusetzen. Sei es die Multikanalverbindung von unterschiedlichen Themen. All das ist relevant und in der Tat viel mehr geworden. Also ich sehe die, also wir als Agentur, wo wir ja so ein bisschen auch die Augen und Ohren am Markt offen halten für unsere Kunden, was man machen kann, weil wir dafür halt eingekauft werden.

[25:29] Wir kommen mit manchen Themen auch schon nicht mehr 100 Prozent so nah. Und wir müssen auch ganz schön segmentieren, wo drin sind wir gut oder wo können wir der Zeit gar nicht mehr oder der Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit ist ja einfach auch so eine Explosion. Das wird viel schneller weiterentwickelt. Ich habe mit dem Frank Lenz geredet, der beim E-Marketing-Day auch war. Da ist uns aufgefallen, dass die Anbieter, die beim E-Marketing-Day vom Autohaus waren, da gibt es ja eine Messe, da gibt es so die Themen, die so da sind. Ich hatte aber das Gefühl, dass jeder Anbieter in sich im letzten Jahr in sich nochmal einen absoluten Sprung über eine Digitalisierung und die Weiterentwicklung seiner Systeme gemacht hat. Und wenn man das in der Gänze sieht, da brauchst du schon mehr als einen Kompass für.

[26:19] Ja, das ist so. Keine Frage. Zumal, wenn du über die Branche hinaus denkst, es ja noch ärger wird. Also jetzt egal, ob du von der CRM-Technologie oder Web-Technologien denkst, auch von Shop-Technologien. Es ist in der Tat viel, viel mehr möglich und vor allen Dingen in der Feinjustage eben immer mehr möglich. Und das erhöht natürlich die Komplexität in dem jeweiligen Bereich. Ja, bei der Komplexität, das ist viel Technik oder Technologie, Digitalisierung, Bits und Bytes. Wir versuchen ja aber im Endeffekt noch eins zu machen, wir wollen den Menschen erreichen. Genau. Wir arbeiten mit Menschen, wir sind Menschen und wir wollen Menschen erreichen. Setzt du da irgendwo einen Fokus? Ja, klar ist klar. Für mich auch eines der großen, in Anführungsstrichen, Herausforderungen, sogar manchmal oder sogar meistens ein Problem in unserer Branche.

[27:08] Wir kommen meistens vom Auto. Ja. Und nicht vom Menschen. Wir haben das Selbstverständnis als Händler, sehr selbstverständlich am Kunden zu sein. Was natürlich stimmt, wenn ich an den Serviceberater denke, wenn ich an den Verkäufer denke. Natürlich gucken wir auf den Menschen, aber das eben nicht systematisch. Wenn ich mir anschaue, wie US-amerikanische Unternehmen an der Stelle vorgehen und was technologische Messung von Kundenverhalten angeht und wie weit man und wie radikal man da denkt und wie sehr man bereit ist und willens ist, aus diesen Daten auch von vornherein in Cluster zu erheben, dann haben wir nicht nur das Nachsehen, sondern im Augenblick überhaupt kein Gespür für das, wohin die Reise geht.

[27:55] Und deswegen ist mein klares Credo, Kundenzentrierung oder Tod. Und hinter dieser Kundenzentrierung steht dann in der Tat die Frage, wie baue ich die Technik dahin aus, dass genau das funktioniert. Was muss ich tun, um kundenzentriert zu sein? Wie muss ich sprechen, um Kunden gegenüber verständlich zu sein? Wir müssen meine Prozesse gebaut sein, dass Verbindlichkeit entsteht, dass du als Kunde Resonanz erlebst und zwar so, wie du sie erwartest. Und genau an den Stellen arbeiten wir sehr intensiv und schauen sehr intensiv hin. Und genau das ist auch in der Tat eine Quell ewiger Herausforderungen. Es ist eigentlich total trennscharf, Digitalisierung und Menschen oder Emotionalität. Eigentlich kannst du das relativ stark trennen, aber es verschwimmt an dieser Grenze, wenn du genau hinguckst, ganz schön unscharf.

[28:46] Ja und nein. Für mich ist es eben immer so, dass Digitalisierung in Wirklichkeit nur ein Vehikel ist, als ein Instrument. Wir verkennen häufig, dass in Wirklichkeit Kundenzentrierung im Kern steht und Technologisierung, Digitalisierung in Wirklichkeit nur das Instrument ist, um da hinzukommen. Eine Digitalisierung, nur um der Digitalisierung willen zu machen, führt am Ende zu nichts, weil eine richtige Kosteneinsparung zum Beispiel, das kann ich ja auch betriebswirtschaftlich begründen, ich muss einfach meine Kosten senken, wird am Ende nicht einmal rauskommen. Weil auch Technologie einfach Geld kostet, weil die Prozesse, das zu implementieren, einfach Geld kostet, weil der Übergang Menschen zu Schulen Geld kostet, weil am Ende der Tage die Systeme auch Geld kosten, perspektivisch. Wenn wir vom Kunden aus kommen, der Kunde ist ein Mensch, die Mitarbeiter sind Menschen und da hast du früher in dem elterlichen Autohaus Personalverantwortung getragen.

[29:40] Bei Luke, über das Marketing hast du auch eine gewisse Verantwortung und das sind, da muss ich nachfragen, 1.400 Mitarbeiter bei Luke, das ist schon eine runde Nummer und da hast du Verantwortung. Wie wirkt dieser Druck auf dich oder nimmst du ihn überhaupt wahr?

[29:59] Erstmal ist Druck ja etwas, was sich automatisch ergibt über Abschlusspunkte, über Dinge, auch viel, was man wegzuarbeiten hat, eine Vielheit an Komplexität. Das klingt mal besser, mal schlechter, wie immer bei allen. Für mich ist Druck aber in dem Sinne weder Ansporn noch Problem, sondern ich versuche das für mich im Alltag sehr runterzubrechen, was ist das Nächste, was ich tun muss, wie gehe ich zu welchem Zeitpunkt mit welchen Themen um. Also ich versuche es projekthaft aufzuschlüsseln und daraus zu sagen, zu dem Zeitpunkt muss das fertig sein, zu dem das. Und versuche mir so nicht den Druck zu vergegenwärtigen, sondern was muss ich lösen. Okay. Die Autobranche verändert sich ja zur Zeit und da findet ein großer Wandel statt auf gleich mehreren Ebenen und ist voll im Gange.

[30:51] Wie nimmst du das wahr?

[30:54] Sehr dramatisch. Für mich, also ein Stück weit bestätigt es meine Einstellung, dass am Ende Größe relevant ist. Ich glaube, dass der Markt, der Händler sich noch weiter verändern wird in noch größere Strukturen oder in, egal jetzt mal unabhängig von der Größe, in Menschen, die eben sehr nah am Kunden sind und sich ganz konkret entscheiden, extrem kundenzentriert, im besten Sinne nur Werkstatt zu sein oder sich nur um Verkauf zu kümmern. Auch das kann funktionieren. In der großen, also in der Händlerschaft, die aus meiner Sicht oder die mir vor Augen steht, werden es eben noch weniger Partner in einer noch größeren Struktur sein. Getrieben von, im Übrigen auch, Entwicklungen der Hersteller.

[31:41] Also auch die Abhängigkeit zu den Herstellern ist, glaube ich, in Klarheit auf dem Tisch. Hersteller selber sind auch disruptiven Prozessen ausgesetzt. Also Tesla ist ja so das Lieblingsphänomen, was aus meiner Sicht massiv unterschätzt wird, ist der chinesische Markt. Wenn ich mir anschaue, welche Elektromobilitätsmarken gerade in China aus dem Markt oder in den Markt schießen, weil sie es auch sollen. Das auch vor dem Hintergrund, dass eben in der Tat China überhaupt die Zellproduktion für Elektromobilität weitestgehend in der Hand hat neben Südkorea, ist klar, dass wir eine völlig andere Disruption erleben werden. Und für mich mein Lieblingsbeispiel ist eben in der Tat Lung und Co. respektive Polestar, respektive Volvo, respektive Daimler-Beteiligung eines chinesischen Unternehmens, von denen vor fünf Jahren gar keiner wusste, dass sie überhaupt existieren.

[32:36] Heute 10% Anteilseigner von Daimler, heute 100% Volvo, Pkw-Eigentümer, Lung und Co. als Marke, die gar nicht so richtig wahrgenommen wird, aber als urbane Marke, die nur online gehandelt wird. Und auch das ist alles disruptiv. Und auch das sind Dinge, die in unseren Markt eindringen und wo wir sehr genau hinschauen müssen, um zu sagen, wie funktioniert das, wie denken die Kollegen da. Disruptiv ist das richtige Wort. Viele gehen jetzt auf die Elektromobilität, die über Batterien funktioniert. Es gibt ja auch Wasserstoff und Co. Und auf der Batterie. Danke fürs Zuhören bis hierhin. Weiter mit der Story geht's im zweiten Teil.
